EHEC – Was kann ich überhaupt noch essen?

Die Verunsicherung ist groß. Viele Deutsche fragen sich: Zu welchen Obstund
Gemüsesorten kann ich in Zeiten von EHEC überhaupt noch greifen?
Schade ich sogar meiner Gesundheit, wenn ich den Empfehlungen folge und
auf Tomanten, Gurken und Salate verzichte? Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische
Beraterin bei der BARMER GEK, kann die Verbraucher beruhigen. „Einen Vitaminmangel muss niemand befürchten. Schließlich stehen genügend andere Gemüsesorten zur Verfügung.“

Leckere Vielfalt
Ob Kohlrabi, Möhren, Zucchini, Blumenkohl, Bohnen, Broccoli, Paprika, Mangold,
Spitzkohl oder Sellerie, die Auswahl in den Gemüsetheken und Tiefkühltruhen
ist groß. Es kommt nur auf die richtige Zubereitung an. Statt das Gemüse
roh zu essen, sollten Verbraucher es dünsten oder schmoren – und
zwar nicht nur, bis es bissfest ist, sondern richtig durchgaren. Das empfiehlt
auch das Bundesinstitut für Risikobewertung in seinem Merkblatt zur Vermeidung
von EHEC-Infektionen. Denn EHEC-Erreger werden durch das Erhitzen
beim Kochen, Braten und Schmoren abgetötet. Voraussetzung ist, dass für
mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C im Kern des Lebensmittels
erreicht wird. Wer ganz sicher gehen will, sollte das Gemüse deutlich länger
als zwei Minuten garen. Aus so zubereitetem Gemüse – etwa aus Blumenkohl,
Bohnen und Sellerie – lassen sich auch leckere Salate herstellen.

Vorsichtsmaßnahmen
Vor allem mahnt Rudischer zu einem peniblen Umgang mit Lebensmitteln.
Das gründliche Händewaschen vor und während der Zubereitung ist Pflicht.
Außerdem sollte ungewaschenes Obst und Gemüse nicht in Reichweite von
kleineren Kindern aufbewahrt werden, vor allem keine ungewaschenen Erdbeeren.
Besondere Vorsicht ist beim Selberpflücken auf den Erdbeerfeldern
angesagt. „Auch wenn es noch so verlockend ist, zurzeit sollte sich niemand
Erdbeeren direkt von der Pflanze in den Mund stecken“, so Rudischer. Grundsätzlich
sollte man Obst und Gemüse vor dem Schälen waschen – am besten
unter fließendem, warmem Wasser – und nach dem Schälen nochmals waschen.
Darüber hinaus empfiehlt Rudischer,

- Gemüseabfälle sofort entsorgen.
- Gemüse separat von anderen Lebensmitteln aufbewahren, z. B. in einer
eigenen Schüssel, auf einem eigenen Teller.
- Auf Hackfleisch verzichten oder sofort nach dem Kauf sehr gut durchbraten.
- Keine Rohmilch Produkte verwenden: abgepackter Rohmilchkäse
muss mit dem Hinweis „mit Rohmilch hergestellt“ gekennzeichnet sein.
- Einmal-Küchentücher verwenden.

Autor:

Peter Schäfer aus Groß-Gerau

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