„Hilfe, ich will heim“

Netzwerk Demenz lädt zu Workshops über demenzielle Krankenhauspatienten

Anlässlich des Weltalzheimertages am Donnerstag, 20. September lädt das Netzwerk Demenz des Kreises Groß-Gerau Fachkräfte, Ehrenamtliche und Angehörige zu einer Veranstaltung in das Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirchengemeinde Groß-Gerau (Kirchstraße 11) ein. In der Zeit von 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr geht es in Workshops um die besonderen Herausforderungen, wenn Demenzkranke in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

Etwa die Hälfte der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern ist älter als sechzig Jahre, etwa zwölf Prozent sind von einer Demenzerkrankung betroffen. Ihr Anteil wird in Zukunft vermutlich erheblich steigen. Wenn Demenzkranke wegen eines Bruchs oder einer Herzerkrankung in ein Krankenhaus aufgenommen werden, ist Demenz meist nur eine Nebendiagnose. Vielfach werden Demenzerkrankungen erst während des Klinikaufenthaltes bemerkt, manchmal gar nicht.

In der Regel sind Krankenhäuser nicht auf die Bedürfnisse dementer Menschen ausgerichtet. Funktionale Abläufe sollen eine schnelle Entlassung gewährleisten. Die Krankenhäuser stehen darüber hinaus unter einem enormen Kostendruck. Für Menschen mit demenziellen Erkrankungen ist ein Krankenhausaufenthalt jedoch mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Wenn die Patienten verwirrt oder ängstlich, laut oder unruhig sind, stellt dieses Verhalten eine zusätzliche Herausforderung für das Pflegepersonal und die Ärzte dar.

Ein Krankenhausaufenthalt braucht daher für den Patienten intensive Vorbereitung, Begleitung und nach der Entlassung häufig ein weiter unterstützendes soziales Netz. Eine auf demenzkranke Patienten systematisch zugeschnittene Qualitätsentwicklung wird daher immer dringlicher. Ansonsten kann ein Krankenhausaufenthalt zu einer Krise und dauerhafter Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Pflegepersonal, Ärzte und Angehörige benötigen Informationen und Hilfestellungen im Umgang mit dieser belastenden Situation.

Um gemeinsam über Lösungsansätze und erste Schritte zur Verbesserung nachzudenken, lädt das Netzwerk Demenz im Kreis Groß-Gerau und der Landkreis Groß-Gerau interessierte Fachkräfte, Ehrenamtliche und Angehörige zum Gedankenaustausch ein. Die Veranstaltung führt mit einem Vortrag von Diplom-Gerontologin Friederike Döring in die Thematik ein.

In Workshops werden anschließend die drei Phasen eines Krankenhausaufenthaltes - Aufnahme, Aufenthalt und Entlassung - auf ihre besondere Problematik beleuchtet und erste Schritte zur Verbesserung dieser Situationen erarbeitet. Darüber hinaus will man gute Beispiele aus der Praxis, die in Krankenhäusern bereits umgesetzt sind, vorstellen. Selbstverständlich ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht notwendig. Weitere Informationen gibt es bei Stefanie Steinfeld von der Kontaktstelle Süd des Netzwerks Demenz (Telefon 06158 2579, E-Mail s.steinfeld@stiftung-riedstadt.de).

Autor:

Rainer Fröhlich aus Riedstadt

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