Was ist ein Kerweborsch?

Betrunken, stinkend, dreckig – So kennt man sie, die Kerweborsch und so lauten natürlich auch die Vorurteile über unsere Kerweborsch. Doch was steckt wirklich dahinter? Was macht ein Kerweborsch noch, außer reichlich Bier zu sich zu nehmen?

Die Kerweborsch bemühen sich, Jahr für Jahr die Kerwetradition aufrecht zu erhalten und dem Volk ein gelungenes Fest zu bieten. Viel Arbeit steckt hinter dem Kirchweihfest, was meist 4-5 Tage über ein Wochenende andauert. Ein Jahr haben die Kerweborsch Zeit, um alles zu organisieren und zu planen.

Ein Kerweumzug muss geplant und Umzugswagen gebaut und verziert werden. Es wird geworben, was das Zeug hält, um Vereine oder andere Kerweborschgruppen aus dem Umkreis für den Umzug zu gewinnen. Meist gibt es einen Kerwetanz mit Livemusik in einem großen Saal, der aufwändig geschmückt werden muss. Außerdem müssen Sponsoren gefunden, ein Kerwespruch geschrieben und gedruckt, eine Show geplant und geprobt, und noch viele weitere Dinge organisiert werden.

Wenn die Kerb dann ausgegraben ist, geht es endlich los für die engagierten Jungs, und das lange warten hat ein Ende, was allerdings nicht heißt, dass es jetzt nur noch um das Feiern und Trinken geht. Ganz im Gegenteil, wenn die Kerb erst einmal ausgegraben ist, geht es erst richtig los. Dann heißt es wenig Schlaf, viel unterwegs sein und sich öffentlich präsentieren.

Mit der Fahrt auf einer Traktorrolle in den Wald, um den Kerwebaum zu fällen, geht es samstags in aller Frühe los. Nachdem anschließend sämtliche Gasthäuser mit Birkenbäumchen verziert wurden, wird meist am Mittag der Kerwebaum geschmückt und mit einem Bieranstich vor großem Publikum aufgestellt, was bei Fichtenbäumen von teilweise bis zu 20 Metern Höhe ein richtiger Kraftakt ist. Im weiteren Verlauf steht am Abend der Tanz und um Mitternacht häufig eine Show auf dem Programm, bevor es nach wenigen Stunden Schlaf am Sonntag in der Früh in die Kirche geht. Und auch danach geht es noch weiter, mit dem Kerweumzug und anderen Programmpunkten bis in die späten Abendstunden.

Meist findet sich der Abschluss der Kerb dann montags beim „Frühschoppe“, wo die Kerweborsch von morgens bis abends durch die Wirtshäuser ziehen und sich nochmals der Öffentlichkeit präsentieren. In manchen Regionen gibt es noch weitere Programmpunkte, wie das traditionelle Eierbacken oder eine Nachkerweparty. Nach dem Kerbvergraben, in der Regel eine Woche nach dem Ausgraben der Kerb, heißt es dann nur noch Abbauen, Aufräumen und Ausschlafen. Nach kurzer Ruhephase geht schließlich alles wieder von vorne los, die Planung für die Kerb im kommenden Jahr kann beginnen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.