15 Jahre Lützelbacher Limes - Die Erweckung aus dem Dornröschen-Schlaf

Odenwald-Forum im Gasthaus Odenwald in Höchst-Hummetroth
Foto: HGV Lützelbach
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15 Jahre ist es her, dass der Lützelbacher Abschnitt des Odenwaldlimes aus dem „Dornröschenschlaf“ erweckt wurde. Dies war Anlass für den Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach dieses Thema beim jüngsten Odenwaldforum einmal zu beleuchten. Thomas Heß, der Vorsitzende des HGV, ließ vor mehr als vierzig Zuhörern die letzten Jahre anhand vieler Bilder Revue passieren. Anfang der 2000er Jahre waren Bestrebungen im Gange, den Obergermanisch-Raetischen Limes ins UNESCO-Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen. Zeitgleich fanden in Obernburg Ausgrabungen an einer römischen Polizeistation statt. Nach einer Phase der Lethargie rückten diese Aktionen das Interesse an unserem Römischen Erbe wieder in den Vordergrund. So auch bei Roland Sattler, damals Vorstandsmitglied im HGV Lützelbach. Er stellte sich die Frage, was denn eigentlich am Lützelbacher Limesabschnitt noch an Römischen Relikten zu finden sei. Die Ergebnisse seiner Recherchen stellte er in den Jahren 2002 und 2003 in mehreren Veranstaltungen im Rahmen des Odenwaldforums vor. Die Presse titelte unter anderem damals: „Limes gammelt vor sich hin!“. Vorstand (der heutige Ehrenvorsitzende Wilhelm Gieg, Rimhorn) und Mitglieder des HGV waren der Meinung, dass man diesen Zustand dringend ändern müsse. Es wurde ein Arbeitskreis Limes gegründet, dessen Vorsitz Roland Sattler übernahm. Viele Gespräche standen nun bevor. Kommune, Forstverwaltung, der Landkreis, das Landesamt für Denkmalpflege, alle mussten mit ins Boot geholt werden, um die Vorgehensweise bei der Realisierung des Projektes „Erweckung aus dem Dornröschenschlaf“ festzulegen. Nachdem alle beteiligten Institutionen grünes Licht gegeben hatten, konnten die Arbeiten beginnen. Die Anfangszeit war bestimmt durch Aufräum- und Säuberungsaktionen. Da viele der Bodendenkmale mitten im Wald liegen, mussten die Areale zunächst vom Bewuchs befreit werden. Nachfolgend konnten die Kastellplätze und Turmstellen visualisiert und begehbar gemacht werden. Nach und nach wurden so acht Turmstellen und zwei Kastelle anschaulich hergerichtet. Parallel dazu wurde auch die Forschung am Odenwaldlimes vorangetrieben. Drei Turmstellen, ein Bad und ein Kleinkastell wurden mit Hilfe von modernen archäologischen Verfahren lokalisiert. Alle Bodendenkmale wurden mit großen Hinweistafeln ausgestattet, die dem interessierten Besucher den jeweiligen Befund erklären. Am Wachtposten 10/8 wurde ein Archäologischer Pfad eingerichtet, eine Sitzgruppe wurde aufgestellt und eine Schutzhütte entstand. In den Jahren 2003 bis 2015 wurden so insgesamt mehr als 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Viele Helfer waren am Projekt „Erweckung“ beteiligt. Sachverhalte mussten recherchiert, Arbeiten geplant und ausgeführt werden. Zwei Personen sind in diesem Zusammenhang besonders zu erwähnen: das Ehepaar Günter und Christa Karl. Sie waren der Motor des Projekts. Immer den Limes im Auge, ließen sich beide durch nichts beirren. Nicht nur die Pflege hatten die beiden federführend im Griff, nein, auch die Präsentation des Limes war ihnen stets ein Anliegen. Vielfältige Gruppen wurden am Limes geführt. Auf dem Country-Fair im Eulbacher Park präsentierten sie den Limes anhand einer Ausstellung. Leider ist Günter Karl im Juni 2016 verstorben. Seine Frau Christa betreut seitdem mit Helfern aus Reihen der Ortsgruppe des OWK Lützelbach und Vereinsmitgliedern des HGV den Limes. Als Highlight am Lützelbacher Limes bezeichnete Heß die Modelle der beiden Kastelle. Sowohl das Numerus-Kastell als auch das Klein-Kastell hat der Mömlinger Schmiedemeister Anton Reus als geschmiedetes Modell nachgebaut und der Gemeinde Lützelbach gestiftet. Vor den jeweiligen Bodendenkmalen platziert, veranschaulichen sie eindrucksvoll jene Bauwerke, die vor fast 2000 Jahren hier am Lützelbacher Limes gestanden hatten. Zum Schluss seines Referates warb Heß um Unterstützung bei Pflege und Präsentation des Lützelbacher Limesabschnitts. Nur gemeinsam lässt sich der erreichte Zustand erhalten und vielleicht auch noch verbessern.

Odenwald-Forum im Gasthaus Odenwald in Höchst-Hummetroth
Foto: HGV Lützelbach
Thomas Heß, Vorsitzender des HGV Lützelbach
Foto: Jutta Heß

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