Premiere im Kino Höchst
Großer Zuspruch des Films „Der marktgerechte Patient“

Großen Zuspruch hatte die Premiere des Films „Der marktgerechte Patient - in der Kranken-hausfabrik“ im Kino in Höchst. Zu der Veranstaltung konnte Hans Hofferberth vom Freun-deskreis des Höchster Kinos zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Höchst und dem gesamten Odenwaldkreis begrüßen, darunter auch viele Beschäftigte aus dem Gesund-heitswesen. In dem Film machen Ärzte, Pfleger und Patienten deutlich, dass die zunehmende Ökonomisierung und Kommerzialisierung des Gesundheitswesens dramatische Folgen hat - für die Beschäftigten und für die Patienten. Private Klinikkonzerne pressen aus kranken Menschen und dem Personal milliardenschwere Gewinne heraus. Gefragt wird nicht mehr: „Was braucht der Patient?“, sondern: „Was bringt der Patient? Was lässt sich am Patienten verdienen?“. Auch öffentliche Kliniken stehen seit der Einführung der „Fallpauschalen“ unter einem extremen Kostendruck, zumal sie in Konkurrenz zu privaten Klinikkonzernen stehen. Wer mit möglichst wenig Personal und möglichst geringen Kosten die Patienten abfertigt, macht Gewinn, wer sich auf die Patienten einlässt und Tariflohn zahlt, macht Verlust. Die Menschlichkeit im kommerzialisierten Gesundheitswesen bleibt zunehmend auf der Strecke. Das kann gesundheits- und lebensbedrohliche Folgen haben.
Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierte Horst Raupp, Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und beim DGB Südhessen auch für den Bereich Ge-sundheitspolitik zuständig, mit den Besucherinnen und Besuchern des Films. Raupp machte die Position der Gewerkschaften deutlich: „Unser Ziel ist ein menschenwürdiges, soziales und solidarisches Gesundheitswesen, in dem alle Menschen unabhängig von ihrem Geldbeutel eine hochwertige medizinische Versorgung erhalten. Der Mensch muss im Mittelpunkt unseres Gesundheitswesens stehen, nicht das private Profit- und Rendite-Interesse“. Aus-drücklich begrüße Raupp, dass sich das Kreiskrankenhaus in Erbach als Rückgrat der medi-zinischen Versorgung im Odenwaldkreis in öffentlicher Trägerschaft befindet - „das ist heut-zutage leider keineswegs selbstverständlich. Horst Raupp konnte weiter berichten, dass es im Nachbarbundesland Bayern Aktivitäten für das Volksbegehren „Stoppt den Pflegenotstand“ gibt. Auch in Hessen laufen nach Raupps Worten bereits entsprechende Vorbereitungen zu einem Volksbegehren im kommenden Jahr.

Autor:

Doris Hofferberth aus Höchst

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