Odenwald-Forum - Das Gesundheitswesen in der Herrschaft Breuberg und die Entwicklung des Gesundheitswesens im Odenwaldkreis

Thomas Heß dankt Regionalforscher Norbert Allmann
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Am vergangenen Donnerstag wurde mit dem Vortrag beim Odenwald-Forum „Das Gesundheitswesen in der Herrschaft Breuberg und die Entwicklung des Gesundheitswesens im Odenwaldkreis“ die erfolgreiche Vortragsreihe des HGV Lützelbach in Höchst-Hummetroth fortgeführt. Thomas Heß, Vorsitzender des HGV, erinnerte in einem Moment der Stille an das kürzlich verstorbene Ehrenmitglied Ella Gieg und begrüßte dann den Referenten, den Vielbrunner Regionalforscher Norbert Allmann. Dieser sprach vor mehr als 40 Zuhörern über die Anfänge des Gesundheitswesens in der Region. Thematisiert wurde unter anderem die Entwicklung vom Römerbad über die mittelalterlichen Badestuben bis hin zu den modernen Freibädern im Odenwaldkreis. Auch gab es schon bei den Römern Toilettenanlagen; eine solche kann in der römischen Ausgrabungsstätte Haselburg bei Hummetroth besichtigt werden. Schnell hatte Allmann den Bogen zum Mittelalter geschlagen: Aborterker aus jener Zeit sind an der Stadtmauer in Michelstadt, an der Städtelmauer in Erbach und an der Burg Breuberg zu sehen. Die letzte Abortanlage außerhalb des Wohnhauses war noch um 1980 in Vielbrunn „in Betrieb“, konnte sich Allmann erinnern. Thema war auch die Vorstellung zahlreicher Literatur zum Medizinwesen, die u. a. auch in der Nikolaus Matz-Bibliothk aufbewahrt wird.
Zudem stellte Norbert Allmann medizinische Handwerksberufe aus alter Zeit vor. Er berichtete über Hebammen, die noch bis in die Mitte des 20. Jhdts. gerade in den ländlichen Gebieten vielen Kindern in Hausgeburten auf die Welt halfen, aber auch über Bader, Barbiere, Wundärzte, Feldscher und Hufschmiede, die mit ihren Handwerksgeräten kleinere Operationen und das Zähneziehen (ohne Narkose) übernahmen bis hin zu den ersten praktizierenden Ärzten, die im Odenwald tätig waren. So berichtete der Referent beispielsweise von einer Bein- und Handamputation ohne Narkose mit noch vorhandenen Arztrechnungen vor etwa 150 und 200 Jahren oder Operationen am Schädel; mittels eines eigens dafür entwickelndes Justiergerätes versetzte der Vortragende seine Zuhörer plastisch an den „Schauplatz des Grauens“, wie ein Augen- und vor allem Ohrenzeuge damals erlebte und zu Papier brachte. Gebannt lauschten die Besucher des Vortrags den Ausführungen des Referenten, da viele der Anwesenden die eine oder andere Praktik aus „alter Zeit“ noch kannten.

Thomas Heß dankt Regionalforscher Norbert Allmann
Erinnerung an die Heimatforscherin Ella Gieg

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