Von Lützelbach ins Maintal – Wo verlief der nördliche Teil des Odenwaldlimes

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Thomas Heß, Geopark-Vor-Ort-Begleiter aus Rimhorn ging beim sehr gut besuchten jüngsten Odenwaldforum in Hummetroth der Frage nach: Wo verlief der nördliche Teil des Odenwaldlimes? Durch seinen e-Mail Kontakt mit Dr. Joachim Wenzel aus Mainz, der sich in seiner Freizeit mit diesem Thema beschäftigt, entstand dieser Vortrag. Heß erläuterte zuerst den Anschluss des Odenwaldlimes im Norden an die Mainlinie mit Obernburg und Eisenbach. Im Südwesten liegt Lützelbach, Breitenbrunn und Haingrund. Verlief der Limes nun von hier aus Richtung Wörth oder schlug er den Weg nach Obernburg ein? Zieht man eine gerade Linie zwischen Kastell Obernburg und Kastell Lützelbach, dann liegen die Turmstellen, die Wachtposten 10/7 und 10/6, die Höhe Sandrain (261 m über NN), die Karlshöhe (249 m über NN) und die moderne Waldhausstraße ziemlich genau auf dieser Linie. Und diese Linie war auch der vermutete Limesverlauf, bevor Kastell Seckmauern und Wörth bei Ausgrabungen entdeckt wurden. In den frühen Ausbaustufen wurde die Signalkette vom Kastell Seckmauern zum Kohortenkastell Obernburg geleitet. Das Kohortenkastell Obernburg mit der Benefiziarierstation lägen so am Kopfende der älteren Odenwald-Linie. Da die spätere Palisade mitten durch das bereits aufgelassene Kastell Seckmauern führt, dürfte es in diesem Gebiet der älteren Odenwaldlinie zwei unterschiedliche Limeslinien gegeben haben, die beide noch nicht geklärt sind. Für die Signalkette zum Kastell Obernburg wurden mehrere Szenarien aufgezeigt. Die Anhöhen Bäckersberg/Karlshöhe/Schneesberg sind für die Verteidigung des Kohortenkastells Obernburg und die davor gelegenen Benefiziarierstation strategisch von zentraler Bedeutung. Insofern haben diese Höhen mit ihrer unmittelbaren Lage am Mainlimes eine Doppelfunktion. Der Bereich stellt den Beginn der älteren Odenwald-Linie dar und dient zugleich dem Schutz von Kohortenkastell und Benefiziarierstation gegenüber Angriffen aus dem ungeschützten südlichen Maingebiet. Trennfurt liegt an einem Mainübergang, wie der Namensbestandteil „-furt“ es dokumentiert. Von hier aus waren Angriffe von der anderen Mainseite des freien Germanien zu erwarten. Außerdem liegt in diesem Bereich wohl der einzige Steinbruch am Mainlimes, der nachweislich römisch genutzt wurde.
Heß zeigte verschiedene Hypothesen für den Limesverlauf in diesem Gebiet auf, die noch auf Klärung warten. Es bleibt zu hoffen, dass es mit einer wissenschaftlichen Bearbeitung im hessisch-bayrischen Grenzgebiet neue Erkenntnisse über den Beginn des Odenwaldlimes gibt. Eine rege Forumsbeteiligung schloss sich an. Arno Schäfer, Höchst, wies auf die Bedeutung der Benefiziarierstation Obernburg auf Handel und Zoll hin. Volker Trautmann, Michelstadt, sprach die Signalübermittlung über die Wachttürme in diesem Gebiet an. Roland Sattler, Seckmauern gab durch seine Ortskenntnisse und Begehungen wichtige Hinweise auf den Limesverlauf.

Autor:

Heidi Banse aus Michelstadt

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