Handballer in der Bezirksoberliga Darmstadt auf Platz eins
Kaderbreite zahlt sich für Langen aus

Ein Handballverein mit Leidenschaft: die HSG Langen.
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  • hochgeladen von Paul Lohse

Langen - Für die Handballmannschaften aus Hessen ist die Meisterschaft seit der vergangenen Woche vorzeitig beendet – der Coronavirus und seine Folgen. Aber ist sie das wirklich? Noch sind keine endgültigen Aussagen über den Auf- und Abstieg getroffen. Und hier gibt es unterschiedliche Auffassungen und Meinungen.

Zählt die Tabelle ab dem Zeitpunkt des Saisonendes? Also so, wie sie am vergangenen Freitag, 13. März, aussah? Was ist mit dem direkten Vergleich, der erst nach Anschluss aller Begegnungen herangezogen werden soll? Die Betonung liegt auf „aller“. Denn das wird nicht mehr der Fall sein. Es soll sogar Überlegungen geben, vor Gericht gegen den Entschluss des Hessischen Handball-Verbandes vorzugehen. Das wäre wohl der Supergau. Andererseits hätten die Handballer noch jede Menge Zeit, die abgesagten vier Spieltage nachzuholen. Selbst ab Mitte Mai wäre das noch problemlos möglich – zumindest zeitlich. Die neue Punktrunde 2020/2021 beginnt erst im September – in einem halben Jahr also.

Völlig unklar gestaltet sich die Saison für die Herren der HSG Langen in der Bezirksoberliga Darmstadt. Die Langener, in den vergangenen Jahres stets ein Aufstiegskandidat, führen mit 34:6 Punkten mit zwei Zählern Vorsprung auf die ESG Crumstadt/Goddelau die Tabelle an, bekommen allerdings zwei Zähler wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls abgezogen. Dann wären beide Teams punktgleich. Den direkten Vergleich hat die HSG mit zwei Siegen (27:21, 23:22) für sich entschieden. Würde die Tordifferenz entscheiden, hätte Crumstadt/Goddelau mit einem Treffer die Nase vorne (bei Punktgleichheit). „Wir müssen das nehmen, dass wir letztlich präsentiert bekommen“, meint Langens Trainer Sebastian Poeck. Die Stimmung im HSG-Lager ist angesichts der Coronavirus-Situation betrübt, angesichts der sportlichen Situation aber auch verhalten euphorisch. „Wir haben beide Partien gegen Crumstadt gewonnen, sind der sportliche Tabellenführer. Ich hoffe, es wird nach sportlichen Gesichtspunkten entschieden. Und dann würden wir mehr als verdient aufsteigen“, erklärt Poeck.

Dass seine Mannschaft in dieser Saison ganz oben steht, wundert den Langener Trainer indes nicht. Der Kader ist breiter als in den vergangenen Jahren, Ausfälle konnten so noch besser kompensiert werden. Zwar gehören neben Moritz Kauffmann seit vergangenem Sommer auch die beiden Routiniers Tim Werwitzke und Stefan Passmann nicht mehr dem Kader an, können als Spieler der zweiten Mannschaft aber jederzeit aushelfen. „Zudem haben wir mehr Spieler aus der zweiten Mannschaft nach oben geholt“, sagt Poeck. Florian Schlesinger, Leon Metzger oder Pascal Kretschmann spielen auch in der Bezirksoberliga eine gute Rolle. „Zudem ist uns in Patrick Schweizer und positiv Verrückter zugelaufen“, schmunzelt der HSG-Trainer. Den 35-Jährigen lernten die Langener dank der Hochzeit ihres ehemaligen Mitspielers Matthias Linne in Stuttgart kennen – er ist ein sehr guter Freund der Trauzeugin, die den Kontakt des Breisgauers, den es aus beruflichen Gründen an den Frankfurter Flughafen verschlug, zur HSG herstellte. „Patrick reißt die Mannschaft vor allem in der Abwehr mit“, lobt Poeck, für den nach dem ersten Gespräch mit Schweizer feststand: „Der passt zu uns.“ Vor allem menschlich. Und das ist in Langen das wichtigste.

„In den entscheidenden Partien haben wir in der Abwehr enorm zugelegt“, bestätigt Sebastian Poeck. Wie etwa in den beiden Gipfeltreffen gegen Crumstadt/Goddelau, in denen die Langener nur 21 beziehungsweise 22 Gegentore kassierten. Und generell präsentierte sich die HSG die Aufstellung betreffend sehr flexibel, überraschte immer wieder mit neuen Varianten. Dennis Oldenburg gilt als bester Linkshänder der Liga, wurde durch Leon Metzger aber auch problemlos ersetzt, wenn er einmal nicht zur Verfügung stand oder im Spiel eine Pause benötigte.

Alles Faktoren, mit denen sich die HSG verdientermaßen auf den ersten Platz warf. „Die Landesliga wird sehr schwer“, blickt Poeck voraus, „zumal wir im Kader keine großen Veränderungen haben. Aber wir haben sicherlich die Qualität, um auch in dieser Liga zu bestehen. Dafür muss allerdings vieles passen.“ Wie auch in dieser gerade abgelaufenen Spielzeit.

Autor:

Paul Lohse aus Rodgau

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