Langener Klinik-Geschäftsführer Jan Voigt zusätzlich Asklepios-Regionalgeschäftsführer Rhein-Main
Stärken gemeinsam nutzen

LANGEN (PM/HJL). Auf die Corona-Pandemie in ihrem weiteren Verlauf gut vorbereitet sein, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen, die Rolle der Pflege weiter stärken und künftig in „medizinischen Netzwerken“ denken: Über einen Mangel an Themen, mit denen er zu tun haben wird, kann sich Jan Voigt, der Geschäftsführer der Asklepios Klinik Langen, in nächster Zeit sicherlich nicht beklagen. Dabei wird der 35 Jahre alte Betriebswirt künftig nicht allein das Langener Krankenhaus in den Blick nehmen. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit dort hat Voigt nämlich eine weitere Aufgabe übernommen: Im September wurde er zum Asklepios-Regionalgeschäftsführer Rhein-Main berufen. Damit ist er für die Asklepios-Klinikstandorte Langen, Seligenstadt, Lich und Wiesbaden sowie die von Asklepios in Hessen betriebenen Arztpraxen zuständig.

Seinen neuen Job möchte Voigt nicht allein vom Schreibtisch in Langen aus erledigen, sondern jede Woche Präsenz in den einzelnen Häusern zeigen. Das „Gesicht“ der jeweiligen Klinik werde aber der örtliche Geschäftsführer sein. Voigt machte deutlich, die Asklepios Kliniken sollten als „Teil der Region“ wahrgenommen werden. In Langen habe er „ein tolles Team, das es ihm ermögliche, die anderen Kliniken mit zu begleiten. Seit zehn Jahren ist Voigt für Asklepios tätig. Der Betriebswirt absolvierte ein Trainee-Programm für Nachwuchsführungskräfte und war anschließend als Geschäftsführer der Asklepios Klinik Lich tätig. Auch die Wiesbadener Asklepios Paulinen Klinik ist ihm nicht fremd: Dort fand einst sein Bewerbungsgespräch statt. Anfang 2017 kam der gebürtige Königsteiner als Geschäftsführer nach Langen und amtierte auch als Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Langen-Seligenstadt GmbH.
In Langen konnte Voigt gleich ausgedehnte Umbaumaßnahmen managen, die Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe erforderten. So bekam das Herzkatheter-Labor neue Räume im Untergeschoss und erhielt einen zweiten Messplatz. Der Umzug ermöglichte es, die Zentrale Notfallaufnahme zu modernisieren und die Wartezone für die Patienten zu erweitern. Direkt neben dem Klinikgebäude entstand ein neuer Hubschrauberlandeplatz. Erst kürzlich wurde das Krankenhaus als Schwerpunktversorger zertifiziert. Die Kliniken in Seligenstadt, Lich und Wiesbaden sind Häuser der Grund- und Regelversorgung. Rund 2500 Menschen werden an den Krankenhausstandorten beschäftigt, für die Voigt zuständig ist. Insgesamt stehen dort etwa 1800 Betten zur Verfügung.

Im vergangenen August wechselte der bisherige Regionalgeschäftsführer aller hessischen Asklepios Kliniken, Christian Höftberger, in den Vorstand der mehrheitlich von Asklepios übernommenen Rhön-Kliniken. In der Folge wurde die Führungsebene neu strukturiert. Die promovierte Betriebswirtin Dagmar Federwisch, frühere Geschäftsführerin der Seligenstädter Klinik und seit Mai 2017 in dieser Funktion bei den Asklepios Schwalm-Eder Kliniken in Schwalmstadt tätig, wird künftig zusätzlich als Sprecherin der Geschäftsführung der nordhessischen Kliniken Schwalm-Eder und Bad Wildungen amtieren.
In den zurückliegenden Monaten sahen sich alle Krankenhäuser durch die Corona-Pandemie besonders gefordert. Bei Asklepios habe man gleichzeitig an jedem einzelnen Standort eine Strategie geplant, wie man die Häuser fachlich und baulich künftig positionieren wolle. Nach Voigts Worten lautet die Hauptfrage: „Wie schaffen wir es, allen sich ergebenden Herausforderungen gerecht zu werden und die Krankenhäuser fit für die Zukunft zu machen?“ In Langen, Seligenstadt, Lich und Wiesbaden wurde auch bisher schon in erheblichem Umfang investiert. So habe man etwa in Lich eine Kardiologie eröffnet, die nun in das Haus zu integrieren sei. In Seligenstadt entstehe ein Anbau mit 180 Betten an das bestehende Gebäude, womit die Modernisierung der dortigen Klinik eingeleitet werde. In Langen habe man eine Gefäßchirurgie gegründet und eine „Stroke Unit“ für Schlaganfallpatienten eröffnet. In Wiesbaden werde das Wirbelsäulenzentrum weiter ausgebaut. „Wir wollen an unseren hessischen Standorten wachsen“, machte Voigt deutlich. Im Verbund könne man die Stärken, die Asklepios habe, sehr gut nutzen. Dies umfasse nicht nur Investitionen in die Standorte, sondern auch die weitere Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit der man schon vor Jahren begonnen habe um die Rolle der Kliniken als Gesundheitspartner in ihrer Region zu stärken.

Voigt hält es für nötig, sich in den Kliniken auf medizinische Schwerpunkte zu fokussieren und „absolute Exzellenzzentren“ an den einzelnen Standorten zu schaffen. Es gehe darum, „wie schaffen wir es, die Chancen zu nutzen, die das Gesundheitswesen bietet.“ Als besondere Herausforderung bezeichnete Voigt, die benötigten Fachkräfte, vor allem in der Pflege, zu finden. Asklepios sieht sich hier jedoch gut gerüstet: Das Bildungszentrum Dreieich für die Standorte Langen und Seligenstadt wurde in den vergangenen drei Jahren auf mehr als 180 Ausbildungsplätze erweitert. Desgleichen habe man die Kapazitäten der Bildungszentren in Wiesbaden und Lich ausgebaut. Außerdem engagiere sich der Konzern erfolgreich, Pflegefachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Das zahle sich aus: An allen Standorten, für die er zuständig sei, gewinne Asklepios Pflegepersonal hinzu, sagte Voigt.
Nach seiner Einschätzung gilt es, in den nächsten Jahren „das Knowhow der Standorte miteinander zu verbinden“. Voigt nannte hier die Intensivmedizin und die onkologische Chirurgie. Generell sei es nötig, die Verbindung zwischen den verschiedenen Behandlungsformen – ambulant, stationär, Reha – zu intensivieren. Die stationäre Versorgung wiederum funktioniere „nur noch in interdisziplinären Teams“. Voigt führte die Behandlung von Krebspatienten an: Dort sei es schon lange üblich, dass Pathologen, Strahlentherapeuten, Onkologen und Operateure eng zusammenarbeiteten. Dieses Erfolgsmodell der interdisziplinären Tumorbehandlung müsse man auch auf andere medizinische Krankheitsbilder übertragen. Wenn dem Patienten die „Odyssee durch das System“ erspart bleibe, sei dies „eine medizinische Qualität, die die Patienten langfristig sehr schätzen werden“.

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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