Mainzer Bistumsfest: „Wie ein kleiner Katholikentag.“

Kardinal Lehmann im Gottesdienst auf dem Domplatz.
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  • Kardinal Lehmann im Gottesdienst auf dem Domplatz.
  • hochgeladen von Markus Schenk

Von Alsfeld bis Zwingenberg, aus allen Dekanaten und vielen Pfarreien des Bistums, strömten am Sonntag (22. Mai) Tausende von Gläubigen, Gratulanten und interessierten Beobachtern zum Bistumsfest nach Mainz. Auf dem mit über 5000 Teilnehmern überfüllten Domplatz begann der Tag um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst, dem Kardinal Lehmann als Hauptzelebrant vorstand. Hessischer Rundfunk und Sudwestrundfunk übertrugen den Gottesdienst live. Generalvikar Dietmar Giebelmann dankte dem Bischof für seinen bisher geleisteten und zukünftigen Dienst für die Menschen des Bistums und lud zum anschließenden Bistumsfest ein: „Wir kommen zu diesem Fest zusammen, um im Licht Christi Ermutigung und Stärkung zu empfangen. Und bei diesem Fest zeigt sich die Lebendigkeit unseres Bistums."
Zu einem mutigen Bekenntnis des eigenen Glaubens in der Welt rief der Kardinal die Gläubigen in seiner Predigt auf. Es lasse sich nicht leugnen, dass in der Kirche von heute immer noch eine Krisenstimmung vorherrsche. Deswegen komme alles darauf an, „dass wir diesen Mut zum Verkündigen, zum Zeugnis unseres Glaubens haben, damit andere ihn überhaupt sehen können.
Lehmann erläuterte die befreiende Kraft des Glaubens für den Menschen: „Dann können wir erlöst werden von unseren Götzen: von der Sucht nach immer mehr Besitz, Ansehen und Prestige, von der Kälte unseres Herzens gegenüber anderen Menschen, von der Abneigung gegenüber dem Fremden, von der Perversion dessen, was wir oft Liebe nennen, aber auch dauernd schmählich verraten, von der Besinnungslosigkeit in vielfältigem Rausch hin zu jener Nüchternheit, die zugleich Begeisterung ist."
„Wenn wir uns wirklich von unseren Idolen bekehren, entschlossen ein neues Leben im Glauben beginnen, dann leben wir gewiss nicht in einer falschen Sicherheit, bleiben bei allem Gelingen immer noch im Unvollkommenen, sodass Erneuerung und Reform zu unserer Lebenseinstellung gehören. Aber so haben wir wirklich ein neues Leitbild für die Zukunft: Wir sind als Christen bei aller vielfältigen Anfechtung auf einem guten Weg, der zu einem Ziel führt. Dafür braucht es Geduld und Standfestigkeit, gerade auch in der Anfechtung und im Leiden."
„Wir müssen Verluste und Fremdheit, Ablehnung und Enttäuschung nüchtern annehmen, dürfen aber das bleibende Ja Gottes zu uns und zur Welt nicht verdunkeln lassen. So ist ja auch das Kreuz Jesu Christi nicht nur das Symbol des Leidens und des Todes, sondern ebenso der Auferweckung und des Lebens: Gott sagt Ja zu diesem geschundenen Sohn."
Der Tag stand unter dem Leitwort „Gerufen in sein wunderbares Licht" (1 Petr 2,9).
Am Ende des Gottesdienstes erklang noch aus tausenden Kehlen „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen“.
Neben den vielen Vertretern der Organisationen und Verbände aus dem Bistum, waren auch zahlreiche Vertreter aus der Politik vertreten. So nahmen der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), die Oppositionsführerin Julia Klöckner (CDU) und der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) am Gottesdienst teil.
Anschließend begann „der kleine Katholikentag“ oder anders gesagt, es begann ein großes katholisches Klassentreffen rund um den Dom und im Dom. Das Who is Who des katholischen Lebens im Bistum war vertreten. Organisationen, Dekanate, Pfarreien, Pfarrgruppen, Pfarreienverbünde, Schulen, Musikgruppen, Chöre, die Betriebsseelsorge, die Pfadfinder und viele andere versorgten die zahlreichen Gäste mit Informationen, Getränken und mancherlei Köstlichkeiten. So gab es Cocktails, Klosterwein und Klosterbier, italienische Bratwürste, „Kardinalslebkuchen“ („Kardinal zum anbeißen“) sowie an vielen Ständen selbstgemachten Kuchen. Auch ein kleiner Regenschauer konnte die Besucher nicht vom Domplatz vertreiben. Schon nach kurzer Zeit übernahm wieder die Sonne die Regie.
Oft sah man vor den über 140 Ständen Menschen angeregt diskutieren oder sich unterhalten. Dabei ging es nicht immer nur um kirchenpolitische Themen. Es trafen sich Freunde, Bekannte oder ehemalige Kollegen, die sich seit dem letzten Bistumsfest nicht mehr gesehen hatten. Auf den beiden Bühnen am Domplatz, auf der Bühne am Liebfrauenplatz und im Dom wurde den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm geboten.
Das Fest endete um 17.30 Uhr mit der feierlichen Vesper im vollbesetzten Dom.

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