Exkursion nach Rai-Breitenbach

Ev. Kirche in Rai-Breitenbach
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„Mit der Kirche zu Rai-Breitenbach steht eines der ältesten Kirchengebäude des Breuberger Landes vor uns“ – so begrüßte Frau Dr. Jutta Reisinger-Weber mehr als 25 Mitglieder und Gäste des HGV Lützelbach, die für ihre Sommerexkursion zu alten Odenwälder Kirchen dieses Kirchlein ausgewählt hatte.
Die erste Erwähnung Raibachs stammt aus dem späten 8. Jahrhundert. Raibach war in vorreformatorischer Zeit eine selbstständige Pfarrkirche, wo verschiedene Adelige das Pfarrbesetzungsrecht ausübten. Das rechteckige Kirchenschiff stößt im Osten auf den romanischen Triumphbogen, der einen kräftigen Kämpfer aufweist. Der Triumphbogen gibt den Blick zum Chor frei, der erhöht ist und einen geraden Schluss hat. Die zum Teil hohen Stufen folgen dem Gelände: die Kirche ist am Hang erbaut. Die Form des Gebäudes stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts leicht verändert. Graf Michael II. von Wertheim bezeichnet sich 1498 als Lehnsherr dieser Kirche und veranlasst mittels eines Kollektenaufrufs die Reparatur des alten Kirchengebäudes.

Aus dieser Urkunde erfahren wir dann von einer Erweiterung des Chores. Gleichzeitig wird berichtet, dass die Kirchenpatrone die Heiligen Jakob, Ulrich und Bartholomäus sind, sowie auf „dem neuen Altar Unser lieben Frau und Sankt Wolfgang mitsamt anderen guten Heiligen geweiht, etlicher Maße baufällig ist.“ Wie Frau Dr. Reisinger-Weber weiter mitteilte, erhält der neue Chor zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine szenische Ausmalung, die das Leben Christi von der Verkündigung bis zur Grablegung thematisiert. Des Weiteren sind in der Fensterlaibung des Chorfensters auf der linken Seite der hl. Ulrich (Bischof) und auf der rechten Seite der hl. Jakob (Apostel) zu sehen. An der nördlichen Innenwand des Chores ist eine Sakramentsnische in die Wand eingelassen.
Nach der Reformation wird 1537 Johannes Specklin als Pfarrer von Raibach genannt.
Zur Zeit des 30jährigen Krieges, im Kriegsjahr 1637, wurde der Ort Raibach von Truppen des Generals Ramsay überfallen und Teile des Dorfes wurden in Brand gesteckt, darunter auch die Kirche, die wohl in den 1680er Jahren notdürftig wieder hergerichtet wurde.
Eine umfangreiche Renovierung fand in den 1920er Jahren statt. Die letzte aufwendige Renovierung wurde 1987 beendet, bei der die alten Wandmalereien freigelegt wurden. Das schlichte romanische Taufbecken steht nun an der Nordostwand des Schiffes.
Nach einem Rundgang durch das Kirchlein dankte Thomas Heß als Vorsitzender des HGV Lützelbach Frau Dr. Jutta Reisinger-Weber, dass sie die von ihrem verstorbenen Ehemann, Pfarrer Dr. Michael Weber, geplante Kirchenführung nun so kompetent übernommen hatte. Seiner und der vergangene Woche verstorbenen Frau Ella Gieg, Ehren- und Gründungsmitglied des HGV, gedachten die Besucher zum Abschluss dieser Exkursion.

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