Hallo Lettland, willkommen im EURO

Die Mehrheit der Lettischen Bevölkerung mußte für den Beitritt zum EURO schmerzhafte Einkommenseinbußen hinnehmen, um bestimmte volkswirtschaftliche Zielgrößen erreichen zu können und den EU-Kredit von ca. 4,4 Mrd. EURO zurückzahlen zu können. Es ist unseren lettischen Freunden das gelungen, was in Griechenland offensichtlich nicht zu funktionieren scheint.
Bei einer mit den anderen "Nordstaaten" vergleichbaren Stabilitätskultur wird Lettland voraussichtlich zu den "Nettozahlern" der EURO-Währungsunion gehören und entsprechend seiner Kapitalanteile an der EZB zur Kasse gebeten werden. Ob das für die Mehrheit der Bevölkerung vorteilhaft sein wird, darf infrage gestellt werden. Die Vorteile durch Währungskostenersparnisse (Absicherungs- und Umtauschkosten) sowie evtl. Erleichterungen von Geschäftsanbahnungen im EURO-Raum werden die Verluste durch uneinbringliche Kreditaußenstände sowie Sanierungskosten im Rahmen der Bankenunion nicht ausgleichen. Auch das Argument des geopolitischen Vorteils der EURO-Mitgliedschaft von Herrn Dombrovskis ist eher fraglich als überzeugend, denn dieser mehr rein politische Vorteil existiert ja bereits durch die Mitgliedschaft in der EU.
Sollte das Land einen Weg in eine weniger stabilitätsorientierte Zukunft einschlagen, wird es ähnlich wie manche südeuropäische Länder über kurz oder lang an den EURO-Tropf müssen. Oder ist der Sanierungsbedarf Lettischer Banken so hoch, daß der Beitritt zum EURO wirtschaftlich vertretbar ist ?
Vorerst jedenfalls Prosit und viel Glück im Neuen Jahr für dieses sympathische Land.
3. Januar 2014
Harald Schmidt

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