Energie aus dem Erdinnern

Keine Bange, das sind nicht die Männer und Frauen, die auf der Bohranlage arbeiten. Das sind interessierte CDU Mitglieder, die sich, gemeinsam mit Bürgermeister Jan Fischer, informieren ließen. (Foto: Johann Siegl)
Nauheim/Trebur. Rund drei Kilometer tief ist das Bohrloch auf dem Gelände des geplanten Geothermiewerkes in Trebur – kurz hinter der Ortsgrenze von Nauheim. Keine Vorstellung davon, wie tief das ist? Wer siebeneinhalb Runden auf der Wettkampfbahn im Sportpark läuft, hat eine Vorstellung davon, wie tief der Bohrer in die Erde eingedrungen ist. Und wer die Distanz im Sportpark geschafft hat, dem ist warm geworden – sehr warm. Wärme, die Nutzung von Erdwärme, das ist das Ziel, das mit dem Bau eines Geothermiewerkes angestrebt wird. In ca. dreieinhalb- bis viertausend Metern hoffen die Fachleute auf die Wärme zu stoßen, die als Energie nutzbar ist, in Strom und Heizwärme umgewandelt werden kann.

Ein Geothermiekraftwerk, wie es in Nauheims Nachbarschaft entsteht, kann pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht aus um rund 21.000 Menschen im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen.

Aber noch ist es nicht so weit. Noch arbeitet die Bohranlage 24 Stunden täglich, versenkt Rohre ins Erdreich, in Kalkschichten – der geologische Untergrund wurde umfassend geprüft und analysiert. 43,30 Meter beträgt die Masthöhe des Bohrturms. Seismologisch wird die Anlage permanent überwacht. Hochkarätige Fachleute, die weltweit an ähnlichen Projekten gearbeitet haben, sind rund um die Uhr im Einsatz. Die Baustelle schläft nie.

Einer dieser Fachleute ist Arne Buß – Projektingenieur Geothermie und Mitarbeiter von ÜWGeo. Am Freitag, 24. Juni 2016, führte er zahlreiche Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Nauheim über die Anlage, informierte über die hoch spezialisierte Technik, über außergewöhnliche Sicherungsvorkehrungen und beantwortete versiert die Fragen der Besucher, die mit Hightech – auf Grund eigener Berufserfahrung – vertraut sind. Entsorgung des Bohrgutes, Thermalwasserbecken, Umweltschutz – kein Thema blieb unberührt, keine Frage blieb unbeantwortet. Der Faszination der Klima schonenden Energiegewinnung konnten sich auch jene nicht entziehen, deren technischer Horizont beim Bedienen einer Waschmaschine (eingestandener Maßen) endet.

Die Arbeiten, so Projektingenieur Arne Boß, sind im Zeitplan. Die Fertigstellung der Förder- und Injektionsbohrung ist für Ende 2016 geplant. Danach soll – bei erfolgreicher Bohrung - der Bau des eigentlichen Kraftwerkes beginnen.
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