Nobelpreise 2013

Christiane Nüsslein-Volhard, Preisträgerin 1995 und Direktorin der Abteilung Genetik am MPI, hier im Fischhaus des Max-Planck-Instituts (MPI) für Entwicklungsbiologie.
  • Christiane Nüsslein-Volhard, Preisträgerin 1995 und Direktorin der Abteilung Genetik am MPI, hier im Fischhaus des Max-Planck-Instituts (MPI) für Entwicklungsbiologie.
  • Foto: L'Oréal/MPI für Entwicklungsbiologie
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Medizin und Physiologie

In dieser Woche werden erneut die begehrtesten und berühmtesten wissenschaftlichen Preise vergeben: Beginnend mit dem Nobelpreis für Physiologie/Medizin geht er in diesem Jahr an drei Zellforscher: den Deutschen Thomas Südhof - er hat in Aachen, Harvard und Göttingen Medizin studiert und wurde 1982 am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie unter Victor P. Whittaker zum Dr. med. promoviert - sowie an die beiden Amerikaner James Rothman und Randy Schekman für ihre „Entdeckungen von Transportprozessen in Zellen“.
Die erste Auszeichnung in dieser Kategorie ging 1901 an den deutschen Bakteriologen Emil von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Auch so große Namen wie Robert Koch (1905), Paul Ehrlich (1908) und Harald zur Hausen (2008 Entdeckung der Papilloma-Viren) gehörten in früheren Jahren zu den Medizin-Nobelpreisträgern.
Die bisher einzige deutsche Preisträgerin in, Christiane Nüsslein-Volhard kam ebenfalls aus der Kategorie Physiologie und Medizin - Sie erhielt 1995 die Auszeichnung für die Erforschung von Genen, die die Embyonalentwicklung steuern.
Das Preisgeld für jeden Nobelpreis beträgt 915.000 Euro.

Physiknobelpreis - für die Entdeckung von etwas "Kleinem, das den großen Unterschied macht" so begründet die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften ihre Entscheidung zur Vergabe des Preises

Der Brite Peter W. Higgs und der Belgier Francois Englert erhalten den diesjährigen Nobelpreis für Physik für ihre Entdeckung des "Higgs-Teilchen" dem letzten Baustein im Weltbild der Physik. Der heute 84 Jahre alte Higgs hatte die Existenz eines Partikels, das allen anderen Teilchen Masse verleiht, bereits 1964 vorhergesagt. Der 80jährige Englert hatte unabhängig von Higgs den zugrunde liegenden Mechanismus postuliert - und im vergangenen Jahr wurde die Existenz des "Higgs-Boson" erstmals im Forschungszentrum CERN nachgewiesen.

Nobelpreis für Chemie geht an drei amerikanische Wissenschaftler

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat entschieden den Nobelpreis für Chemie an die drei US-Forscher Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel zu vergeben.
"Dieser Preis handelt davon, das Chemie-Experiment in den Cyberspace zu bringen", erklärte Staffan Normark, Ständiger Sekretär der Königlich-Schwedischen Akademie in Stockholm.
Schon in den 1970er Jahren schufen die Drei die Grundlagen indem sie klassische Methoden mit quantenphysikalischen Theorien verknüpften und damit die Basis für Computermodelle, die chemische Prozesse wie etwa die Photosynthese realitätsnah simulieren können. Solche Computersimulationen wurden für die wissenschaftliche Forschung in der modernen Chemie unverzichtbar.

Martin Karplus, 1930 in Wien geboren, flüchtete 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland mit seiner Familie in die USA. Nach seinem Studium der Chemie in Harvard erhielt er 1966 dort eine Professur für Chemie. Zeitgleich wurde er an die Université de Strasbourg berufen. Er ist nach eigenen Angaben Inhaber zweier Staatsbürgerschaften, der österreichischen und der US-amerikanischen, jedoch habe er g
emischte Gefühle gegenüber Österreich, da in seinem Geburtsland Anitsemitismus weiterhin sehr verbreitet scheint.
Michael Levitt, 1947 im südafrikanischen Pretoria geboren, ist seit 1987 Professor für Strukturbiologie an der Stanford Universitiy in Kalifonien.
Arieh Warshel, 1940 im israelischen Kibbutz Sde Nahum geboren, ging nach seinem Studium in Haifa in die USA und arbeitet als Professor für Chemie und Biochemie an der University of Southern California.

Literatur-Nobelpreis an Alice Munro

Die Jury der schwedischen Akademie würdigt die kanadische Autorin als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte" und entschied, dass Sie den Literaturnobelpreis erhält.

Friedensnobelpreis 2013 geht an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen

Das Nobelkomitee in Oslo teile vor wenigen Minuten mit, dass der diesjährige Friedenspreis an die OVCW, die 1997 gegründete Organisation zur Überwachung der internationalen Chemiewaffenkonvention vergeben wurde. Experten dieser Organisation halten sich zurzeit in Syrien auf um die Zerstörung der Chemiewaffen zu beaufsichtigen. Es ist ein mutiger Schritt des Komitees, diesen in letzter Zeit kontrovers diskutierten Preis an diese Organisation zu verleihen. Nach den umstrittenen Ehrungen der letzten Jahre hatte sich die Kritik gemehrt ob denn dieser hoch dotierte Preis überhaupt noch vergeben werden solle - ob er noch in unsere Zeit passt! Mit der getroffenen Entscheidung ist es der Jury gelungen einen passenden Akzent zu setzen.
Der Friedensnobelpreis ist die renommierteste Auszeichnung der Welt und stellt die höchsten moralischen Anforderungen an den/die Empfänger. Der Wille des Stifters Alfred Nobel im Jahr 1895: Ausgezeichnet wird, nach dem Willen des Stifters Alfred Nobel im Jahr 1895 derjenige, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.
Für die Vergabe ist, im Gegensatz zu den anderen Preiskategorien des Nobelpreises, keine schwedische Institution zuständig, sondern ein vom norwegischen Parlament bestimmtes fünfköpfiges Komitee. Daher wird der Preis als einziger unter den Nobelpreisen nicht in Stockholm verliehen. Nobel selbst hat nie erklärt warum er den Preis nicht wie alle Anderen in Schweden vergeben lassen wollte - die Ursache liegt vermutlich darin, dass zu Lebzeiten Nobels Schweden und Norwegen vereinigt waren und außenpolitische Fragen nur durch das schwedische Parlament entschieden wurden. Man geht aber davon aus, dass er der Meinung war, das norwegische Parlament, das damals nur für die Innenpolitik verantwortlich war, wäre Manipulationen durch die Regierung weniger stark ausgesetzt.
Der erste Preisträger 1901 war Henry Dunant, der Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Der letzte Deutsche, der den Preis erhalten hat war Willy Brand, er erhielt den Preis 1971 für seine Friedenspolitik mit dem Ostblock und für die Versöhnung mit ehemals vom Dritten Reich besetzten Ländern.

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