Saubere Luft

Die Stadt Triberg kann weiterhin mit dem Prädi­kat "Heilklimatischer­­ Kurort" mit der Heilanzeige "Atemwegserkrankungen" werben. Einjährige Messungen nach den Richt­linien des Deutschen Heilbäderverbandes haben diesen Qualitätsstandard nachgewiesen.

Das jetzt vorliegende amtlichen Gutachten des Deutschen Wetterdienstes bestätigt die luft­hygie­nischen Vor­aus­setzungen für diese Auszeichnung. Die Stadtverwaltung Triberg hatte dazu die Luft analysieren lassen.

Gemessen wurde vom 16. September 2011 bis zum 12. Oktober 2012 an zwei Stand­orten. Durch deren Auswahl sollten die luft­hygie­nischen Verhältnisse im gesamten Aufenthalts­bereich der Kurgäste und Erholung suchenden Urlauber erfasst werden. Die Luftproben wurden auf grobe Staub­teilchen (gesamter Grob­staub ohne Blütenpollen), auf "schwarze" Grobstaubpartikel, auf Feinstaub und Ruß im Feinstaub, auf Blütenpollen sowie den Gehalt an Stick­stoff­dioxid untersucht.

Der "schwar­ze" Grobstaub entsteht vorwiegend durch den Kraftfahr­zeug­verkehr (vor allem durch den Abrieb der Autoreifen und des Fahrbahnasphalts) sowie beim Heizen mit Holz und Kohle. Feinstaub und Stick­stoff­dioxid gelangen hauptsächlich durch die Abgase des Verkehrs und im Winter auch durch die Heizungen in die Luft. Beide Luftbeimengungen können in höheren Konzentrationen den Atemwegen schaden.

An der Messstelle "Amtshausweg" enthielt ein Kubikmeter Luft wegen des Verkehrs im Durchschnitt 8,1 Mikro­­gramm Grobstaub (ein Mikrogramm entspricht einem Tausendstel Milligramm). Erlaubt ist an diesem verkehrs­­­reichen Standort eine mittlere Staub­konzentration von maximal 22 Mikro­gramm pro Kubikmeter.

Am Stand­ort "Asklepios-Klinik" wurde eine Staubkonzentration von 4,3 Mikro­gramm pro Kubikmeter fest­gestellt, wobei der zulässige niedrigere Höchstwert nur zu 36 Prozent ausgeschöpft wurde.

Ein weiteres Ergebnis: Die in Triberg gemessenen groben Staubteilchen bestanden zum größten Teil aus Sandkörnern, die vom Wind und durch die Kraftfahr­zeuge vom Erdboden oder von den Straßen­ober­flächen aufgewirbelt wurden.

Im Frühjahr wurden in den Messgeräten auch viele Blüten­pollen gefunden. Die Konzentration der "schwarzen" Grobstaubteilchen war an der Messstelle "Amtshaus­weg" mit einem Messwert von 2,89 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich höher als am Stand­ort im Kur­gebiet ohne Verkehrseinfluss. Der maximal zulässige Belastungs­wert wurde an diesem ver­kehrs­­bezogenen Standort damit zu 64 Prozent ausgeschöpft.

Die Konzentration des Feinstaubs an der Messstelle "Amtshausweg" war mit 7,8 Mikrogramm pro Kubikmeter (Richtwert-Ausschöpfung 49 Prozent) kurortüblich, beim Ruß im Feinstaub wurde mit 0,9 Mikrogramm pro Kubikmeter (Richtwert-Ausschöpfung 64 Prozent) ebenfalls ein unauffälliger Wert gemessen. Die Belastung durch Stickstoffdioxid wird ebenfalls in Mikrogramm pro Kubik­meter Luft angegeben. Die jeweils geltenden Richtwerte wurden an beiden Standorten eingehalten.

Nach Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes könnten folgende Maßnahmen die Luftqualität noch verbessern: regelmäßige Überprüfung der Heizungsanlagen der Gewerbebetriebe und privaten Haushalte auf Stickoxid-, Feinstaub- sowie Ruß- Emissionen und, sofern sie nicht den neuesten gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, Umrüstung oder Austausch sowie der weitere Ausbau der Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen.

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