Symphonisches Chor- und Orchesterkonzert mit Akkordeon in der Martinskirche Pfungstadt

Am 7. Oktober erklang Symphonische Chor- und Orchestermusik in der Pfungstädter  Martinskirche
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Das prachtvolle Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt, als am 7. Oktober die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Christian Lorenz und das Orchester der Akkordeonvereinigung 1936 Pfungstadt e. V. (AVP) unter der Leitung von Jens Jourdan ein symphonisches Chor- und Orchesterkonzert darboten, wie man es selten zu Gehör bekommt.

Auf dem Programm standen ausschließlich Werke aus dem 19. Jahrhundert, einer Zeit, als das junge Instrument Akkordeon, gerade erst erfunden worden war. Inzwischen ist es zum äußerst vielseitigen Konzertinstrument gereift, das praktisch allen musikalischen Genres gewachsen ist. Für Kantor Lorenz und AVP Vorsitzenden Professor Dr. Matthias Hemmje die Grundlage für eine gemeinsame Konzertaufführung mit Musik der Romantik, bei der das Akkordeonorchester die vielfältigen Streicher- und Bläserstimmen der symphonischen Besetzung übernahm und besonders eindrucksvoll zum Klingen brachte.

Vorgetragen wurden Werke von Johannes Brahms (1833-1897), Félix Godefroid (1818-1897), Antonín Dvořák (1842-1904) und Felix Mendelssohn (1809-1847). Als Solisten wirkten Jens Jourdan (Horn), Sophia Schaller (Harfe) sowie Christine Marx (Sopran) mit.

Zentrales Thema des feierlichen Konzerts war die Endlichkeit des Lebens, Schönheit, Vergänglichkeit und Gottes-Sehnsucht. Es wurde eröffnet mit der 1880 komponierten „Nänie“ (Klagegesang), op. 82 von Johannes Brahms (1880), wobei der sanft-melodiöse Zusammenklang von Chor und Akkordeonorchester hervorragend überzeugte. Das Stück zählt zu den wenigen großen symphonischen weltlichen Chören, die Brahms geschrieben hat. Anlass war der Tod seines Freundes, des Malers Anselm Feuerbach. Dazu vertonte er einen Schillertext, der die Sterblichkeit alles Seienden thematisiert und das mit Beispielen aus der griechischen Mythologie belegt.

Es folgte mit Godefroids „Etude de Concert“, op. 193 eine sehr feine solistische Darbietung der Harfenistin Sophia Schaller, sodann Johannes Brahms’ op.17/1 „Es tönt ein voller Harfenklang“ (1860) für Frauenchor, Harfe und Hörner, wobei der vielseitige Jens Jourdan als Hornist brillierte, ehe er als Dirigent mit dem AVP Akkordeonorchester Antonin Dvoraks beliebte „Serenade für Streichorchester in E-Dur“, op. 22 (1875) mit fünf lied- bzw. tanzähnlichen Sätzen in Akkordeonfassung präsentierte: Ein Ohrenschmaus für das Publikum, das vor Begeisterung fast zu früh mit Applaus einsetzte.

Zum Abschluss erklang ernst und eindringlich Felix Mendelssohns „42. Psalm“, op. 42 (1837/38), für mehrstimmig gemischten Chor, Sopransolo und großes Orchester, das Solo ergreifend gesungen von Christine Marx, die Tutti in verschiedensten musikalischen Färbungen klangvoll und differenziert dargeboten von Akkordeonorchester und Chor.

Das eindrucksvolle Konzert, mit riesigem Beifall bedacht, wird in Zuhörern und
Musikern noch lange nachklingen und nicht das einzige seiner Art bleiben. „Die Chor- und Orchestermusik der Romantik begeistert mich immer wieder,“ meint Hemmje, selbst aktiver Akkordeonist im Orchester. „Die besondere Ausdrucksform des Akkordeons in Verbindung mit dem Chorklang ist jedes Mal ein einzigartiges Erlebnis, das einem Akkordeonisten nur ganz selten möglich ist. Solche Konzerte machen auf ihre ganz eigene Art und Weise süchtig nach mehr.“

Informationen zu Konzert-Terminen, Akkordeon-Unterricht, Probezeiten und Schnupperkursen der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. im Internet: www.avp-1936.de
Tel. +49-6157-990945 oder +49-6157-7575

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