„Jetzt reiß Dich mal zusammen“ – Umgang mit Depression

Die Referentinnen Regina Arnold und Dr. Sabine Möhle (2. und 3. v.l.) zusammen mit Caritas Dienststellenleiter Norbert Schüssele und den beiden Caritasberaterinnen Sonya Sethi-Markus (l.) und Margit Langhauser.
  • Die Referentinnen Regina Arnold und Dr. Sabine Möhle (2. und 3. v.l.) zusammen mit Caritas Dienststellenleiter Norbert Schüssele und den beiden Caritasberaterinnen Sonya Sethi-Markus (l.) und Margit Langhauser.
  • hochgeladen von Claudia Betzholz

Die Villa Büchner war bis auf den letzten Platz besetzt, so groß war das Interesse am Vortrag „Jetzt reiß Dich mal zusammen“ von Dr. med. Sabine Möhle und Dipl. Psych. Regina Arnold von der Institutsambulanz Riedstadt. Das Caritas-Büro Pfungstadt hatte zusammen mit dem Bündnis gegen Depression zu diesem interessanten Vortrag über den Umgang mit Depression eingeladen.
Das große Interesse und das bunt gemischte Publikum machten deutlich: Depression kann jeden treffen und ist für Erkrankte wie auch für Angehörige eine enorm große Belastung.

Vier Millionen Deutsche befinden sich als erkannte Betroffene in Behandlung wegen einer Depression. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer, so dass jede vierte Frau und jeder achte Mann daran erkrankt. Dies geht durch alle Altersgruppen und durch alle sozialen Schichten. Ein großes Problem ist, dass die Krankheit häufig nicht erkannt wird, weil andere körperliche Beschwerden mit einhergehen. Wird sie erkannt, so gibt es viele Vorurteile der Betroffenen gegen die Medikamente und andere Behandlungsformen. Viel Aufklärungsarbeit ist daher nötig.

In ihrem lebendigen und anschaulichen Vortrag beschrieben die beiden Referentinnen unter anderem die psychischen Folgen einer Depression: Das Fühlen und Denken ist eingeengt auf Verlusterlebnis, Misserfolg und andere negative Aspekte. Nichts macht mehr Freude, an Nichts besteht mehr Interesse, Konzentration und Aufmerksamkeit sind reduziert, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen kaum noch da, Angst und vor allem eine schreckliche Leere bestimmen das Leben. 70 Prozent der Erkrankten leiden unter Suizidgedanken und bis zu 15 Prozent an schwerer Depression erkrankten Menschen versterben durch Suizid. Körperliche Symptome sind oft eine Gewichtsabnahme, Geschmacksstörungen, Schlafstörungen, Druck- und Engegefühl im Hals und über der Brust sowie Herzklopfen und Schweißausbrüche. Ein sozialer Rückzug und eine völlige Antriebslosigkeit sind die nach außen hin zu beobachtenden Verhaltensweisen.
Sucht man nach einer Ursache, so wird man einen alleinigen Auslöser nicht finden. Lebensereignisse, Stress, auch eine Geburt oder ein Übergang in die Rente, können neben biologischen Faktoren und gemachten Lebenserfahrungen Auslöser sein.

Die ganz entscheidende Botschaft des Vortrages war aber: Depression ist häufig erfolgreich behandelbar: Medikamente, Psychotherapie, sozialtherapeutische Unterstützung und spezielle Behandlungsverfahren können in einer individuellen Behandlungskombination zur Genesung führen.

Für Betroffene wie für Angehörige gilt es, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Hilfe gibt es auch beim Caritasverband Darmstadt. Margit Langhauser und Sonya Sethi-Markus bieten in Pfungstadt jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr eine offene Sprechstunde im Caritas-Büro Pfungstadt in der Waldstraße 39 an. Auch lädt der Cafétreff freitags zum Vorbeikommen ein, um psychisch Kranken in geschütztem Rahmen eine kostenlose Hilfe anzubieten. Entscheidet sich der Besucher dazu, Hilfe anzufordern, so steht immer ausgebildetes Fachpersonal zur Verfügung, die sich der Probleme annehmen und die Betroffenen weitervermitteln.

Zum Beispiel in die psychosoziale Beratungsstelle. Hier erfahren die psychisch kranken Menschen eine menschliche Versorgung, sie werden beraten und betreut, möglichst unter Einbeziehung ihrer Angehörigen und sonstigen Bezugspersonen. Hier besteht eine Anlaufstelle für Menschen in seelischen Krisen und für Personen, die eine Orientierungshilfe brauchen. Ebenso wird eine qualifizierte Weitervermittlung in sonstige psychosoziale bzw. medizinische Dienste der Region, sowie an niedergelassenen Therapeuten angeboten.

Terminvereinbarungen unter 06157 4010.

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