Aus uralter Zeit – Gumpen

Über die alten Höfe von Gumpen, deren Geschichte und Bewohner schreibt Erika Hörr ihr drittes und wie sie sagt, letztes Buch zu den Reichelsheimer Ortsteilen.

Das Titelbild vom „Alt-Gesäß“ in Gumpen stellt für die Autorin, 1927 in Reichelsheim geboren, eine besondere Stimmung dar, die sie bei der Beschäftigung mit den alten Höfen und der Odenwälder Heimat stets begleitet hat. „Bewahre das Alte, damit du das Neue besser verstehen kannst.“

Es ging ihr immer um die Erhaltung der ältesten noch vorhandenen Unterlagen und die Darstellung von deren Zusammenhängen. Daraus konnte sie – wie sie das auch schon bei den Weilern Eberbach und Frohnhofen gemacht hat – ebenso für Gumpen die Höfe und ihre Besitzerlinien dokumentieren. Bei den erfassten Anwesen findet man jeweils die ältesten belegbaren Erwähnungen und die Bewohner dort bis ins 20. Jahrhundert. Allein die hier genannten nüchternen Zahlen können uns so manches über unsere Vorfahren in dieser Zeit sagen; über Geburt und Tod, den Kinderreichtum und den Kampf ums tägliche Brot, über die schweren Leiden bei den Durchzügen der Soldateska (zügellose Kriegstruppen) und schließlich den grausamen Tod durch Krankheit und vor allem durch die Pest. Für die Neuzeit und das Heute hat Philipp Götz aus Gumpen Vieles über den Werdegang und das Schicksal der Höfe in Gumpen gesammelt und zu diesem Buch beigetragen. Andreas Uhrig hat die Autorin, wie auch schon bei den beiden Vorgängerbüchern, wieder bei der Druckaufbereitung unterstützt. Gumpen ist ein Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im Odenwald und besteht aus den Teilen Groß-Gumpen, Klein-Gumpen und Ober-Klein-Gumpen, die jetzt unter dem Namen Gumpen zusammengeschlossen sind. All diese Teile haben den gleichen Ursprung, keiner ist älter oder jünger als der andere. Sie lagen einst alle innerhalb einer uralten fränkischen Mark, die bis ins Modautal reichte und gen Norden das Gebiet um Kainsbach/Gersprenz mit einschloss und die wir heute als „Rodensteiner Mark“ erkennen. Sie muss ihre frühen Wurzeln im fränkischen Königtum gehabt haben. Dazu liefert die Autorin einige bisher wenig bekannte und beachtete Quellentexte. Unter Anderen werden genannt die Höfe in Klein-Gumpen mit ihren alten Hausnamen wie Herrn-Hof, Pfälzer-Hof, Schmieds, Freyengut, Balse, Trautmannshof, Dingeldein, Reresch, Scholz-Götze, Wiese-Götze und Schermühl. Danach die Höfe in Ober-Klein-Gumpen der „Arreshanams“ – das war der Hof des „Arras Hans Adam“ und eine Zusammenstellung zum Familiennamen Arras mit den ältesten Nachweisen bis heute. Die Finkenhub, Lauts, Els, Pitze, die Horadt und Stoas. Ergänzt durch einen Bericht zur Herkunft der Familie Von Stein und eine schematische Darstellung der alten Anwesen sowie das Alt-Gesäß. Den Abschluss bildet Gross-Gumpen mit den Hofnamen Schneppmoach, Käsrah, Schefersch, Päiresch, Die Bense, Die alte Mühle, Hanshenriche, Vollraths, Rausche, Schneirams, Kiefersch, Zahlmoach, Die vorderschde Haare, Die hinnerschde Haare sowie Schemen zu den Familien Trautmann und Nicklas in Gumpen.
Das Buch mit einer eingelegten Häuserkarte von 1802, gezeichnet von Johann Philipp Hutter, hat 268 Seiten und ist zum Preis von 35 Euro erhältlich in Reichelsheim im Café Tässje und im Schuhgeschäft Schnürsenkel, sowie bei Andreas Uhrig, RH-Eberbach, Tel. 06164 3414und bei www.gendi.de.

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