Vom Militär-Jet an die Spitze der Segelflug-Oldtimer - Reinheimer Flugsportler weltweit unter den Top 10

Der Reinheimer René Kernbach flog sich 2015 an die Spitze der Oldtimer-Segelflieger
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Flog René Kernbach in den achtziger Jahren noch einen Düsenjet der DDR-Luftwaffe, so hebt er mittlerweile in einem Oldtimer-Segelflugzeug ab - und das sehr erfolgreich:

2015 erzielte der Pilot der Flugsportvereinigung Offenbach Reinheim (FSVOR) den zweiten Platz der bundesweiten Oldtimer-Wertung. Weltweit rangierte er damit auf dem achten Platz von knapp 1500 teilnehmenden Piloten aus 36 Ländern.

Die fliegerische Leidenschaft begann bereits zu DDR-Zeiten im Alter von 14 Jahren mit dem Segelflug, damals noch ohne sportliche Ambitionen. Ein Ausbildung zum Jagdflieger in der NVA schloss sich an und verdrängte das Segelfliegen. Die Wende und der Umzug nach Reinheim unterbrachen seine fliegerischen Aktivitäten für einige Jahre. Erst 2007 widmete er sich wieder der Segelfliegerei - nun mit erhöhter Motivation. Um möglichst oft in der Luft sein zu können, erwarb Kernbach kurze Zeit später ein eigenes Flugzeug. Den finanziellen Möglichkeiten geschuldet, entschied er sich für ein älteres Modell vom Typ SB5e aus dem Jahr 1968. Neben dem günstigen Kaufpreis begeisterte er sich vor allem für die ästhetische Konstruktion mit dem untypischen, V-förmigen Leitwerk. Wartungsarbeiten führt Kernbach soweit möglich selbst durch. Dadurch zeigt er, dass mit wenig finanziellen Mitteln eine internationale Top-Platzierung erreicht werden kann.

"Ich möchte jeden Flugtag so gut wie möglich nutzen", erklärt Kernbach sein Erfolgsrezept. Systematisch bereitet er sich durch Wetteranalyse und Pflege der Ausrüstung auf jeden fliegbaren Tag vor, um eine möglichst große Strecke zu erzielen - ausschließlich anhand von Aufwinden durch Sonnenkraft. So konnte der Reinheimer im vergangenen Jahr mehrfach Flugstrecken zwischen 400 und 500 Kilometern erreichen. Für ältere Flugzeuge stellt dies aufgrund der geringeren Fluggeschwindigkeit und der geringeren Gleitleistung eine besonders anspruchsvolle Leistung dar.

Da Flugzeuge dieser Generation in der Gleitleistung nicht mit aktuellen Konstruktionen vergleichbar sind, gibt es im Streckensegelflug hierfür eigens eine Oldtimer-Wertung. Jeder Segelflieger, der mit einem Flugzeug in der veralteten Gemischtbauweise aus Holz, Stoff und Faserverbundwerkstoffen einen Streckenflug startet, kann an der Oldtimer-Wertung teilnehmen. Mittels moderner GPS-Technik werden der Flugweg, die Flughöhe und die Geschwindigkeit des Flugzeuges aufgezeichnet und nach der Landung im Internet ausgewertet. Eine Software ermittelt die zurückgelegte Distanz und ermittelt eine Punktzahl. Die besten sechs Flüge eines Jahres gehen in die Wertung ein. Auch für 2016 hat sich Kernbach wieder vorgenommen, die Wertung mit anzuführen.

Autor:

Bernhard Nacke aus Reinheim

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