Leeheimer Laienspieler rocken mit ihrem „Dreisten Stück im Greisenglück“ die Bühne der Kulturhalle

v.l.n.r.: Reinhard Köhler, Irmgard Steinmetz, Ellen Wiesenäcker, Karlheinz Hebermehl
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  • v.l.n.r.: Reinhard Köhler, Irmgard Steinmetz, Ellen Wiesenäcker, Karlheinz Hebermehl
  • Foto: Harald von Haza-Radlitz (www.haza-foto.com)
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Am vergangenen Wochenende präsentierte die Laienspielgruppe Leeheim an zwei Abenden ihre neue Komödie „Dreistes Stück im Greisenglück“ und brachte ihr Publikum in der ausverkauften Kulturhalle fast pausenlos zum Lachen.

Fantastische Stimmung und grandiose schauspielerische Leistungen

Seit Dezember probte die gut eingespielte Theatergruppe, bestehend aus insgesamt 13 Riedstädter Mimen, für ihre neuste Produktion. Professionelle Unterstützung erhielten sie wieder von Regisseur Christian Suhr. Er entschied sich für eine ideale Besetzung der schrägen Figuren und sorgte dafür, dass die Zuschauer einen kurzweiligen und flotten Dreiakter aus der Feder von Bernd Gombold zu sehen bekamen, der durch viel Sprachwitz und andauernde Situationskomik bestach. Angetan von der tollen Stimmung in der Leeheimer Kulturhalle wurden die 13 Hobbyschauspieler vor allem am Samstagabend zu schauspielerischen Höchstleistungen angetrieben und genossen sichtlich ihren knapp zweistündigen Auftritt, der mehrmals durch Szenenapplaus unterbrochen wurde. Durch die intensive und professionelle Probenarbeit mit Regisseur Christian Suhr überzeugten sie alle mit Textsicherheit, großer Spielfreude, viel Energie und einem flotten Sprechtempo.

Schrullige Figuren sorgen für Chaos und Hysterie Seniorenheim

Auch inhaltlich kam die sozialkritische Komödie beim Publikum gut an. Schauplatz war das Seniorenheim „Greisenglück“, das wohl eher den Namen „Greisenschreck“ verdient hätte. Denn hier müssen die liebenswerten Heimbewohner nicht nur strenge Regeln und einen rauen Umgangston ertragen, sondern auch harte Bestrafungen über sich ergehen lassen. So versucht die gnadenlose Heimleiterin (Ulrike Urban), für Ruhe und Disziplin in ihrer Einrichtung zu sorgen. Da kann man selbst als Zuschauer Gänsehaut bekommen, wenn sie mit lauter und scharfer Stimme ihre Strafmaßnahmen vorträgt. Besonders leidet Opa Müllerschön (Friedel Simon), in dessen karg eingerichtetem Zimmer sich die Handlung abspielt, unter dieser unwürdigen Behandlung. Doch der rüstige Rentner will dies nicht länger ertragen und widersetzt sich der strengen Oberin bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Lediglich Fatima, die quirlige türkische Putzfrau (Ellen Wiesenäcker), hat ein gutes Herz und hilft den Bewohnern, die alltäglichen Repressalien zu überstehen. Ihr südländisches Temperament, ihre besondere Sicht auf die Dinge und ihr hysterisches Auftreten bringen aber nur noch mehr Chaos in Opa Müllerschöns Leben.
Probleme hat Opa Müllerschön auch mit seinem krankhaft geizigen Sohn Hermann (Erik Heddäus) und dessen Frau Berta (Sylvia Kohnhäuser). Anstatt sich um das Wohl des Vaters zu kümmern, gilt deren einzige Sorge der Tatsache, dass der alte Herr immer noch kein Testament verfasst hat.
Einzig in seiner liebenswerten Enkeltochter Karin (Melanie Kind) hat Opa Müllerschön eine treue und hilfreiche Verbündete gefunden, die ihn unterstützt und versorgt. Als Karins Freund, der Rocker Alex (Norman Thurn), in eine Massenschlägerei verwickelt wird, versteckt ihn der Rentner in seinem Zimmer. Um das vor dem Personal geheim zu halten, muss er sich die haarsträubendsten Geschichten einfallen lassen. Am Ende bieten die jungen Menschen Karin und Alex nicht nur optisch sondern auch moralisch einen herzerfrischenden Gegenpart zu Karins egoistischen Eltern Hermann und Berta.
Schließlich platzt in diese missliche Situation dann auch noch Opa Müllerschöns jüngster Sohn, der gestrandete Möchtegern-Macho Josef (Jochen Heddäus), der seit 12 Jahren verschollen war. Wie sein Bruder Hermann ist auch Josef einzig am Erbe seines Vaters interessiert. Doch kurzerhand dreht Opa Müllerschön mit Hilfe von Karin und Alex den Spieß einfach um.
Als wäre dies alles nicht schon genug Stoff für einen unterhaltsamen Abend, erscheinen zur großen Freude des Publikums immer wieder die schwerhörige Heimbewohnerin Irma (Hanne Lessenich) und der scheinbar „verwirrte“ Heimbewohner Paul (Karlheinz Hebermehl) in den Szenen. Während Irma einfach jedes Wort falsch versteht und so die witzigsten Gespräche zwischen ihr und Opa Müllerschön entstehen, spielt Schlitzohr Paul den Verwirrten und flitzt mit Fatimas Putzwagen mal als Rennfahrer oder unzufriedener Supermarkteinkäufer durch das Heim. Zu guter Letzt erscheint noch die attraktive Fußpflegerin und Friseurin Rosi (Angela Gerhardt).

Außergewöhnliches Ende

Damit auch in diesem Jahr wieder alle Hobbymimen mitspielen können, hat Regisseur Christian Suhr extra zwei weitere Rollen in das Theaterstück geschrieben. So geistern Irmgard Steinmetz und Reinhard Köhler als dementes Ehepaar immer wieder durch das Stück. Ganz in ihrer eigenen Welt versunken, tauchen sie plötzlich auf und beobachten die absurden Geschehnisse und hysterischen Akteure. Ihren größten Auftritt haben die beiden am Ende. Kurz nach Auflösung der Konflikte um Opa Müllerschön ertönt laute Rockmusik in der Kulturhalle und die beiden fangen an, wild zu tanzen und spielen dazu leidenschaftlich Luftgitarre. Schließlich kommen auch die anderen elf Schauspieler noch mal auf die Bühne und rocken gemeinsam unter tosendem Applaus die Halle. Ein ungewöhnlicher Abschluss für einen unterhaltsamen Abend, vom dem das Publikum einfach begeistert ist!

Viele fleißige Helfer und Unterstützer hinter der Bühne

Somit geht für den Theaterverein ein ereignisreiches und sehr erfolgreiches Wochenende zu Ende. Abschließend gilt es, einen großen Dank an alle fleißigen Helfer im Hintergrund auszusprechen, ohne die ein solches Wochenende nicht zu stemmen wäre! Sie haben es verdient, namentlich erwähnt zu werden: DANKE an Adam Lessenich, Mario Urban, Werner Wiesenäcker, Edeltraud Simon, Inge Hebermehl, Michelle Reinhardt, Simon Wiesenäcker, Marc Krause, Michael Kind, Jennifer Sils, Jörg Veith und unsere Souffleuse Ute Heddäus! Mindestens genauso viel Lob und Dank haben sich unser Regisseur Christian Suhr, unser Maskenbildner Dieter Bock sowie Michael und Petra von L&T Audio verdient! Danke auch an die Alinotec GmbH für die Alarmanlage und an Melanie Heil für das Plakat!

Weitere Bilder und Informationen gibt es auch online unter www.laienspielgruppe-leeheim.de oder auf Facebook („Laienspielgruppe Leeheim“).

Autor:

Melanie Kind aus Riedstadt

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