Standing Ovation für das "Grand Malheur" der Leeheimer Laienspieler

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  • Foto: Harald von Haza-Radlitz (www.haza-foto.com)
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Eine bereits im Vorfeld ausverkaufte Samstagsvorstellung – das hat es in der 35 jährigen Geschichte der Laienspielgruppe Leeheim noch nicht gegeben! Doch am vergangenen Wochenende lockte das „Grand Malheur“ Zuschauer aus Nah und Fern in die Leeheimer Kulturhalle und sorgten für zwei ausverkaufte Vorstellungen.

Leeheimer Mimen präsentierten erneut ein Stück von Bernd Gombold

Der spritzigen und turbulenten Geschichte des Autors Bernd Gombold musste man schon von Anfang an folgen, um bei all den Verwirrungen und Intrigen bis zum Ende mitkommen zu können. Eröffnet wurde die Komödie von Dr. Klaus Kowalski (Jochen Heddäus), dem zwielichtigen und schleimigen Hoteldirektor des Wellnesshotels „Faltenburg“, Schauplatz der Handlung. Stolz verkündete er, dass er die Laienspielgruppe Leeheim, Preisträger des „MundART-Wettbewerbs“ der Sparkassen-Stiftung, engagieren konnte, um die Geschichte seines Hotels zur erzählen.

Gestresstes Hotelpersonal auf Abwegen

Mit der neuen Verwaltungsleiterin Sabine Brändle (Sylvia Kohnhäuser) kehren nicht nur neue Sitten in sein Hotel ein, sondern sie bringt auch noch den gewohnten Tagesablauf des gesamten Personals durcheinander. So müssen sich die junge Fitnesstherapeutin Jenny (Melanie Kind) und die schlagfertige Putzfrau Elli (Ellen Wiesenäcker) an so neumodische Begriffe wie „Arbeitszeitmanagement“ erst einmal gewöhnen. Als hätten die beiden nichts Besseres zu tun! Elli versucht nämlich mit allen Mitteln unter den männlichen Hotelgästen eine gute Partie zu finden und hat es dabei ganz besonders auf den stinkreichen aber überaus tollpatschigen Hotelgast Richard Schneidermann (Karl-Heinz Hebermehl) abgesehen. Und auch Jenny widmet sich während ihrer Arbeit viel lieber dem heiß begehrten Masseur Georg (Norman Thurn). Dieser kann sich vor eindeutigen Angeboten und vielsagenden Blicken kaum retten und genießt seine Lage sichtlich. Dann wäre da noch der verrückte Franzose Jean-Pierre (Jörg Veith), der als quirliger Frisör und Kosmetiker durch das Hotel wirbelt und den gut betuchten Hotelgästen jeden Wunsch von den Lippen abliest. Auch er ist sehr erfinderisch, wenn es darum geht, einen Termin beim begehrten Masseur Georg zu bekommen. Bei solchen Angestellten kann es in dem Wellnesshotel ja alles andere als tiefenentspannt und ruhig zugehen.

Schräge Hotelgäste sorgen für Turbulenzen

Doch auch die gut betuchten Hotelgäste stehen dem Personal an Schrägheit nichts nach. Denn diese sind nicht nur auf ein paar Tage Erholung aus, sondern sind viel mehr auf das ein oder andere Abenteuer bedacht und wollen noch einmal richtig was erleben. Da wären zum Beispiel die ungleichen Freundinnen Eva Hausmann (Hanne Lessenich) und Klara Müller (Ulrike Urban), die bereits in ihrer ersten Szene für zahlreiche Lacher im Publikum sorgten. Dank Evas Überzeugungsarbeit erkennt Klara schließlich, dass es im Leben auch noch andere Dinge gibt, als Geld zu sparen und auf den jährlichen Besuch des Sohnes zu warten. Nach einem nächtlichen Ausflug in den örtlichen Nachtclub bleiben die Damen jedoch im Fenster des Eingangsbereichs des Hotels stecken und machen die unerwartete Bekanntschaft mit Martin Brändle (Friedel Simon). Der sture und eigensinnige Vater der neuen Verwaltungsleiterin findet sofort Gefallen an den beiden flippigen Damen. Mit seinen flotten Sprüchen und ständigen Streichen trieb er die Handlung voran und entwickelte sich zum Publikumsliebling. Komplettiert wurde das Leeheimer Ensemble von Angela Gerhardt, die Madame Ballon, einen weiteren komischen Hotelgast, mimte, sowie Erik Heddäus, der den Krankengymnast Thomas Müller überzeugend darstellte. Am Ende sind feucht fröhliche Nächte, unerwartete Turbulenzen, Missverständnisse und Intrigen die Folgen. Sogar die Polizei muss am Ende anrücken. Nur Einer lässt sich von all der Hektik nicht anstecken – der träge Hausmeister Hans (Reinhard Köhler), der selbst in brenzligen Situationen auf seine Pausen beharrt und den ganzen Trubel einfach nicht verstehen kann.

Tosender Applaus vom Publikum und ganz viel Begeisterung vor und hinter der Bühne

Besonders die schrägen Figuren, die von den Leeheimer Mimen in diesem Jahr hervorragend und authentisch dargestellt wurden, begeisterten das Publikum. Viel Lob gab es auch für die kreativen Kostüme, die von allen Laienspielern mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt wurden. Ein professioneller Maskenbildner (Dieter Bock) rückte zahlreiche Perücken zurecht und verwandelte die Mimin Ulrike Urban in die steinalte Klara. Deutlich erkennbar war auch die Handschrift des Regisseurs Christian Suhr, der mit seinen Ideen und Einfällen für viel Situationskomik sorgte. Da werden schon mal Wischmopp und Putzeimer als Waffe gegen aufdringliche Hoteldirektoren erfolgreich eingesetzt.

Dank an alle Helfer und Unterstützer

Am Ende gilt der Dank allen fleißigen Helfern und Helferinnen, ohne die so ein aufwändiges Theaterwochenende sicherlich nicht möglich wäre.
Ein großes Dankeschön auch an das großartige Publikum für die tolle Stimmung in der Kulturhalle und die vielen lobenden Worte. Ende November geht es dann mit dem Kindertheaterstück „Die Schöne und das Biest“ weiter.
Bis dahin gibt es viele Bilder und weitere Informationen auf www.laienspielgruppe-leeheim.de.

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