Erste-Hilfe bei Sonnenbrand

Johanniter geben Tipps: Fehler beim Kühlen und Eincremen vermeiden

Was in früheren Jahrhunderten verpönt war, steht heute ganz oben auf der Sommerwunschliste: Schöne, sonnengebräunte Haut. Doch das geht leider viel zu häufig schief. Wenn der Hautton eher in Richtung Krebsrot geht, ist das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Das beste Mittel gegen Sonnenbrand ist, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Aber was tun, wenn es schon zu spät ist?

Vitamine A und C sowie Acetylsalicylsäure helfen gegen die Entzündung
Die Überdosis Sonne wird meist zu spät bemerkt, weil der Entzündungsprozess der Haut erst nach einigen Stunden sicht- und fühlbar wird. Schon bei den ersten Anzeichen sollten Betroffene handeln und die Vitamine C und A einnehmen. Sie stärken die Abwehrkräfte des Körpers und die Hauterneuerung.

Kühlen hilft – aber nur wenn es richtig gemacht wird
„Kühlen hemmt die Entzündung und lindert den Schmerz“, erklärt Andreas Hankel, Leiter der Erste-Hilfe-Ausbildungsabteilung der Johanniter in Rodgau, „aber man sollte es auch nicht übertreiben.“ Statt eines Eispacks aus dem Tiefkühlschrank rät Hankel zu Umschlägen mit Leinen- oder Baumwolltüchern die mit „normal kaltem“ Wasser getränkt wurden – „sonst kann sich die Hautreizung verschlimmern und der Körper kühlt zu stark aus, was den Organismus noch mehr belastet“.

After-Sun-Produkte kühlen und pflegen – Fette Cremes und Öle besser meiden
Lotionen, Sprays oder Gele mit Aloe Vera, Kamille, Hamamelis oder Panthenol wirken entzündungshemmend. Auch Produkte mit dem Wirkstoff Hydrokortison, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, können helfen. „Meiden sollten Sie dagegen fettige Cremes oder Öle. Sie reizen die verbrannte Haut nur noch mehr und können einen Film auf der Haut bilden, der die Heilung bremst“, erläutert Hankel. „Und je weniger Duft- und Konservierungsstoffe oder Emulgatoren das Hautpflegeprodukt enthält, umso besser.“

Bei starken Schmerzen, Rötungen und Übelkeit bitte zum Arzt!
Bei einem Sonnenbrand der Stufe zwei mit ausgeprägten Rötungen, starken Schmerzen, Blasenbildung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und/oder Fieber sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Wenn das Schlimmste überstanden ist, sollten sich Sonnenbrand-Opfer noch mindestens eine Woche lang im Schatten aufhalten und sich mit heller, luftiger Kleidung schützen. „Leider gilt die alte Weisheit ‚Die Haut vergisst nie’ nach wie vor. Wer den Sonnenschutz vernachlässigt, riskiert nicht nur eine vorzeitige Hautalterung, sondern auch Hautkrebs“, erinnert der Johanniter. Eine zu intensive UV-Bestrahlung verändert die DNA der Zellen. Der Effekt: Die Zellen können mutieren und Tumore bilden.

Autor:

Ute Schmidt aus Rodgau

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