Vorsicht, Kälte! Johanniter geben Tipps zum Schutz vor Erfrierungen

Andreas Hankel, Leiter der Ausbildungsabteilung der Johanniter im Rodgau
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Schlittenfahren, Eislaufen, Winterspaziergänge – bei eisigen Temperaturen kühlt unbedeckte Haut rasch aus, auch die Füße werden schnell kalt. Das kann gefährlich werden: Es drohen Unterkühlung oder Erfrierungen. Besonders tückisch: Das gilt auch für Temperaturen um den Gefrierpunkt, besonders, wenn es feucht und windig ist. Die Johanniter erklären, wie man sich am besten vor den Gefahren der Kälte schützt.

Gut gekleidet ist gut geschützt
„Grundsätzlich sollte der ganze Körper warm gehalten werden, aber ohne zu schwitzen. Denn gerade Feuchtigkeit begünstigt Erfrierungen“, erklärt Andreas Hankel, Rettungsassistent und Leiter der Ausbildungsabteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe in Rodgau. „Gut geeignet sind atmungsaktive, winddichte halblange Jacken oder Mäntel.“ Auch Funktionswäsche sei ratsam, da sie den Feuchtigkeitshaushalt der Haut reguliere.

Mütze ja, Alkohol nein
Da die meiste Körperwärme über den Kopf verloren geht, sollte dieser zusammen mit den Ohren unbedingt mit einer Mütze oder Kapuze geschützt werden. Auch die Füße und Hände gilt es, mit dicken Socken, warmen Schuhen und Handschuhen sowie gegebenenfalls Handwärmern zu schützen. Für die Gesichtshaut eignet sich fetthaltige Hautcreme; Feuchtigkeitscreme hingegen wirkt insbesondere bei kaltem Wind abkühlend. Auf längeren Autofahrten ist es ratsam, für den Notfall eine Decke und eine Thermoskanne mit warmem Tee mitzunehmen. Die verbreitete Annahme, dass alkoholische Getränke den Körper von innen wärmen, sei hingegen falsch: „Alkohol weitet die Gefäße. So wird die Hautoberfläche stärker durchblutet und der Körper verliert Wärme“, warnt der Experte.

Unterkühlung oder Erfrierung – was ist der Unterschied?
Während bei einer Unterkühlung der ganze Körper leidet und die Temperatur auf unter 35 Grad sinkt, sind bei einer Erfrierung einzelne Körperteile betroffen – meist Zehen, Finger, Nase oder Ohren. Die Folge sind Erfrierungswunden, die ähnlich wie Brandwunden nach Graden klassifiziert werden. Typische Symptome sind blau-rote Flecken und ein taubes Gefühl in Händen und Füßen.

Kältegefahr: Auch andere schützen
Besonders gefährlich wird die kalte Jahreszeit für Menschen, die auf der Straße leben. Häufig sind die Betroffenen physisch oder psychisch nicht in der Lage, sich vor der Kälte zu schützen oder unterschätzen die Gefahr des Kältetods. „Jedes Jahr erfrieren Menschen in Hauseingängen oder auf Parkbänken“, erklärt Hankel. Die Johanniter appellieren deshalb, hinzuschauen und Hilfe zu holen, wenn jemand in Gefahr ist. „Wer einen Menschen in der Kälte findet, sollte sofort handeln und den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 alarmieren“, bittet Hankel.

Autor:

Ute Schmidt aus Rodgau

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