20. Ultramarathon in Rodgau

Ultraläufer (von links): Hartmut Wirth (Rodgau Lauftreff), Miriam Kiefer (SC Steinberg), Thilo Büttner (TGS Hausen), Martina Rezic (LG Seligenstadt) und Jürgen Muth (Offenbacher LC).
  • Ultraläufer (von links): Hartmut Wirth (Rodgau Lauftreff), Miriam Kiefer (SC Steinberg), Thilo Büttner (TGS Hausen), Martina Rezic (LG Seligenstadt) und Jürgen Muth (Offenbacher LC).
  • hochgeladen von Paul Lohse

Rodgau – Am vergangenen Wochenende richtete der Rodgau Lauftreff rund um die Gänsbrüh in Dudenhofen zum 20. Mal einen Ultra-Marathon über die Distanz von 50 Kilometern aus. Was im Jahr 2000 mit 86 Startern begonnen hatte, entwickelte sich schnell zum teilnehmerstärksten Ultra in Deutschland und machte Rodgau weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

2009 lag der RLT mit 1076 Anmeldungen erstmals im vierstelligen Bereich. 2016 war dann das Jahr der Rekorde für den rührseligen Rodgauer Veranstalter. 1224 Anmeldungen und 958 Läufer, die das Ziel erreichten, sind immer noch unerreicht. In diesem Jahr lagen dem RLT 983 Voranmeldungen vor, wobei es der gefrierende Regen in der Nacht vor dem Lauf einer Reihe von Teilnehmern unmöglich machte, überhaupt nach Rodgau zu kommen. Dennoch gingen 837 Läufer auf den zehnmal zu durchlaufenden Fünf-Kilometer-Kurs, 533 erreichten das Ziel. Traditionell gaben sich viele Läufer mit 20 bis 30 Kilometern zufrieden. So früh im Jahr nutzen viele Ultraläufer den Wettkampf in Rodgau gerne, um ihre Form zu überprüfen.

Der schnellste Läufer war in diesem Jahr 3:01:44 Stunden unterwegs: Jan Kerkmann (TSVE 1890 Bielefeld) und Frank Merrbach (LG Nord Berlin Ultrateam, 3:03:34) lieferten sich lange Zeit einen spannenden Zweikampf, erst auf den letzten zehn Kilometern lief Kerkmann doch noch einen sicheren Sieg heraus. Der Bielefelder trug sich erstmals in die Siegerliste ein. Merrbach stand nach den Plätzen eins (2017) und zwei (2018) zum dritten Mal hintereinander auf dem Siegerpodest. Bei den Frauen verteidigte Susanne Gölz (LG Ultralauf), in 3:42:33 Stunden ihren Titel erfolgreich. Die Streckenrekorde von Benedikt Hoffmann (Heilbronn, 2:56:18 Stunden) aus dem vergangenen Jahr und Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt, 3:32:42 Stunden), die 2016 die bisher schnellste Zeit bei den Frauen erreichte, waren aber nicht gefährdet, auch wenn die Veranstalter nach starkem Beginn auf Susanne Gölz setzten. Die musste allerdings auf den letzten Runden der Tatsache Tribut zollen, dass sie lange Zeit ein einsames Rennen gelaufen war. Platz zwei belegte Annette Müller (LG Nord Berlin Ultrateam) in 3:45:05 Stunden

Auch aus der Region waren wieder viele Läufer erfolgreich am Start. Über Altersklassensiege freuten sich zum Beispiel Ulrich Amborn (LG Offenbach, M60), der sich erst kurzfristig zu einem Start in Dudenhofen entschlossen hatte, und Hartmut Wirth (Rodgau Lauftreff, M70). Bärbel Fischer, Pressesprecherin des RLT, lief in der W55 in 4:22:17 Stunden auf den zweiten Platz.

Markus Müller ist nicht nur Kassenwart der LG Offenbach, sondern auch Mitglied im Rodgau Lauftreff. Die längerem Strecken liegen im mehr, mindestens zehn Kilometer sollten es auf jeden Fall sein. In Dudenhofen startete er bereits das elfte Mal, am vergangenen Samstag das erste Mal nach einer zweijährigen Pause. „Das war Schadensbegrenzung“, sagte er angesichts seiner Zeit von 4:21:50 Stunden, mit der er in der Gesamtwertung den 115. Platz belegte. In der M50 erreichte Müller Rang 20. „4:15 Stunden wäre ich schon gerne gelaufen“, meinte er.

Andreas Stüker aus Jügesheim startete ebenfalls einige Jahre lang für den Rodgau Lauftreff. Seit vier Jahren ist er für das Team Erdinger Alkoholfrei unterwegs. Bei seinen Teilnahmen in Dudenhofen ging es jedes Jahr ein Stückchen voran. Wie schon im 2018 belegte er auch dieses Mal in der Männlichen Hauptklasse den 15. Platz, war aber in 4:04:03 fast zwei Minuten schneller als vor einem Jahr. In der Gesamtwertung bedeutete dies Rang 61 – seine bisher beste Platzierung.

Der Nieder-Röder Thomas Fischer (Rodgau Lauftreff) gehört mit 16 Teilnahmen zu den Dauerbrennern in Dudenhofen. In 4:15:20 Stunden sicherte er sich in der Gesamtwertung Platz 91. Fischer startete erstmals in der M50 und erreichte hier den 16. Rang. Hartmut Wirth startete erstmals in der M70 und gewann diese Altersklasse in 4:55:33 Stunden. Er war bereits das 15. Mal in Rodgau mit von der Partie.

Stefan Röhrig (49) von der TS Ober-Roden war zum zweiten Mal in Dudenhofen am Start, wurde von seinem 18-jährigen Sohn Philipp begleitet. „Die ersten Runden waren noch sehr eisig, dann wurde es besser. Es ist immer ein schöner Lauf in Dudenhofen“, sagte Stefan Röhrig, der nach 5:16:31 Stunden als 355 das Ziel erreichte und in der M50 Rang 61 belegte. Philipp Röhrig gab sich mit 35 Kilometern zufrieden. „Er startet im April beim Marathon in Düsseldorf und wollte im Vorfeld einfach einen langen Lauf absolvieren“, erklärte Stefan Röhrig. Und da sind 35 Kilometer eben auch genug.

Die LG Seligenstadt war in Dudenhofen mit sechs Startern vertreten. Schnellster aus dem Sextett war Alexander Ott, der nach 4:40:44 Stunden als 191. der Gesamtwertung und 30. der Männlichen Hauptklasse das Ziel erreichte. Ihm dicht auf den Fersen war Dieter Schipper, der nach 4:42:48 Stunden die Ziellinie überquerte. Als 198. der Gesamtwertung verpasste Schipper in seiner Altersklasse als Vierter der M60 nur hauchdünn den Sprung auf das Siegerpodest. Holger Schneider (M50) war 5:23:11 Stunden unterwegs, Thomas Disser (M55) 6:16:34 Stunden. Martina Rezic kam gut gelaunt zehnmal an den Zuschauern im Zielbereich vorbei. Sie beendete den Lauf nach 5:32:56 Stunden als 405. der Gesamtwertung und 76. der Frauenwertung. In der W35 belegte Rezic den achten Platz. Sina Manishe, der im Vorfeld durchaus Siegchancen zugetraut worden war, beendete den Wettkampf dagegen nach 35 Runden. Fünf Kilometer weiter lief Mehmet Tahran (MeTa-Friseur Seligenstadt), dann beendete auch er den den Ultralauf vorzeitig.

Miriam Kiefer (SC Steinberg) beendete ihren Lauf nach 30 Kilometern. „Das war nicht das, was geplant war. Aber ich bin auch völlig untrainiert an die Sache herangegangen und wollte sehen, wie weit ich komme“, meinte sie. Und so ganz passte der Lauf auch nicht in ihren Plan für dieses Jahr. Im April will sie einen Marathon laufen, im Oktober zum wiederholten Male beim Frankfurt-Marathon teilnehmen. Normalerweise beginnt sie mit dem Training für diese Distanz sechs bis acht Wochen zuvor, der Abstand zwischen dem Ultra in Dudenhofen und einem Frühjahrs-Marathon war daher etwas zu groß. Zum Laufen kam die 43-Jährige ähnlich wie ihr Mann Holger erst vor fünf, sechs Jahren durch ihre laufbegeisterten Töchter Sara (wurde 2018 in den U18-Kader des DLV aufgenommen) und Tabea (seit 2018 im HLV-Kader). Mittlerweile leitet Miriam Kiefer im dritten Jahr das Training der kompletten Steinberger Langlauf-Jugendabteilung mit rund 15 bis 20 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von acht bis 23 Jahren.

Neben Miriam Kiefer war der SC Steinberg in Dudenhofen auch mit drei Läufern vertreten. Andrew Potapczuk (M55) beendete den Lauf nach 25 Kilometern, Bodo Hoffmann nach 30. Erich Storz erreichte nach 5:02:07 Stunden das Ziel. In der Gesamtwertung belegte er Platz 289, in seiner Altersklasse M65 schaffte er als Dritter sogar noch den Sprung auf das Treppchen.

Die beiden Dietzenbacher Hans-Uwe und Brigitte Zietlow (SiebzigPlus Dietzenbach) beendeten den Wettkampf jeweils nach sieben Runden. Brigitte Zietlow legte die absolvierten 35 Kilometer dabei laufend zurück. Auch das ist eine herausragende Leistung.

Routinier Ulrich Amborn startete das 14. Mal in Rodgau. Das ehemalige Nationalmannschaftsmitglied belegte in 4:07:37 Stunden den 72.-Gesamtplatz und entschied zum dritten Mal hintereinander die Altersklasse M60 zu seinen Gunsten. Jürgen Muth startete zum vierten Mal hintereinander in den Farben des Offenbacher LC in Dudenhofen. In 5:42:40 Stunden sicherte er sich in der Gesamtwertung den 436. Platz. In der M55, in der er erstmals unterwegs war, bedeutete dies Rang 58. Klaus Scheidler (Nowalala Sports Offenbach) begnügte sich bei seiner zweiten Teilnahme beim RLT-Ultra wie im vergangenen Jahr mit 30 Kilometern. Auch Wolfgang Bauer (Offenbacher LC) beendete den Wettkampf nach sechs Runden. Wolfgang Lehmann vom EOSC Offenbach absolvierte die zehn Runden in 4:26:49 Stunden und erreichte damit in der Gesamtwertung den 132. Platz sowie in der M55 Rang 14. Burkhard Scheumann (Nowalala Sports Offenbach) überquerte die Ziellinie nach 4:54:53 Stunden als 248. der Gesamtwertung und 44. der M50.

Sehr gut unterwegs war auch wieder Thilo Büttner von der TGS Hausen, der in 4:25:46 Stunden den 129. Gesamtplatz belegte und in der M50 22. wurde. „Anfangs war es ganz schon rutschig. Ich hätte mir gewünscht, dass es nicht so glatt gewesen wäre. Aber Hauptsache, es war trocken“, sagte der 50-Jährige, der zu seiner Leistung sagte: „Ich bin schon besser gelaufen. Vergangenes Jahr war ich schneller. Aber ich bin zufrieden.“ 2018 hatte der Hausener bereits nach 3:57 Stunden das Ziel erreicht, insgesamt war es sein vierter Start an der Gänsbrüh. Thilo Büttner mag die Langstrecken. Er absolviert viele Halbmarathons, zweimal im Jahr steht ein Marathon auf dem Programm. Nachdem er im vergangenen Jahr beim Main-Lauf-Cup „sechs, sieben Rennen“ absolviert hatte, will er auch 2019 bei dieser beliebten Laufserie wieder mitmischen und an mindestens fünf Läufen teilnehmen, „um wieder in die Gesamtwertung zu kommen“, erklärt er.

Bereits zum achten Mal war Reiner Niederhüfner vom 1. Ski- und Freizeitverein Mühlheim in Dudenhofen mit dabei. Er überquerte nach 4:28:12 Stunden die Ziellinie. In der Gesamtwertung bedeutete die Platz 136. In seiner Altersklasse M55 belegte Niederhüfner damit den 15. Platz.

Autor:

Paul Lohse aus Rodgau

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