Blasrohrschießen immer beliebter

Oliver Weck (vorne), Vorsitzender der SG Tell Dietzenbach, demonstriert das Blasrohrschießen.
  • Oliver Weck (vorne), Vorsitzender der SG Tell Dietzenbach, demonstriert das Blasrohrschießen.
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  • hochgeladen von Paul Lohse

Dietzenbach – Bogen, Gewehr, Pistole. Das sind die gängigen Schusswaffen, die man von einem Schützenverein erwartet. Die SG Tell Dietzenbach bietet noch eine weitere Disziplin an: Das Blasrohrschießen. Da haben die meisten Leser sicherlich direkt einen Eingeborenen vor Augen, der mit einem Blasrohr auf die Jagd geht und ein Tier mit dem Blasrohr erlegt oder betäubt. Aber auch im Sport erfreut sich diese Waffe immer größerer Beliebtheit.

Interessierte hatten am achten Tag der offenen Tür der SG Tell am vergangenen Samstag die Gelegenheit – neben Bogen und Gewehr – auch einmal dieses Sportgerät zu testen. Im Angebot hatten die Tell-Schützen zwei verschiedene Blasrohre für unterschiedlich große Pfeile. Geschossen wurde auf eine zehn Meter entfernte Zielscheibe. Für den Dietzenbacher Schützenverein bedeutet das keine Mehrarbeit: Geschossen wird auf die gleichen Scheiben wie mit dem Bogen. Geschossen wird in der Regel in der Halle, weil die leichten Pfeile extrem windanfällig sind. Anette Löhr, langjährige Schützin der SG Tell, testete das Blasrohrschießen beispielsweise einmal während der deutschen Meisterschaften in München, als die junge Disziplin Teil des Rahmenprogramms war.

„Es gibt nur zwei Kaliber“, erklärt Oliver Weck, erster Vorsitzender der SG Tell, „klein und groß.“ Das heißt, die Blasrohre unterscheiden sich lediglich im Durchmesser geringfügig. Für das Blasrohrschießen gibt es keine Altersbeschränkung, geschossen wird in zwei Weltkampfklassen (Schüler und Erwachsene). „Jeder kann ohne größeren Einsatz mitschießen“, sagt Weck. Rohr inklusive Pfeile sind auch günstig zu erwerben, die Ausrüstung kostet zwischen 40 und 45 Euro.

Während der bayrische Sportschützenbund das Blasrohrschießen bereits als Disziplin aufgenommen hat, befindet sich die neue Sportart in Hessen noch in der Testphase. Nicht nur die SG Tell Dietzenbach, auch Vereine aus Neu-Isenburg, Urberach oder Rollwald bieten ihrer Mitglieder das Blasrohrschießen als neue Disziplin an. „Wir überlegen, das Blasrohrschießen bei den hessischen Meisterschaften als Rahmenprogramm anzubieten“, sagt Weck.

Die richtet die SG Tell am 22./23. Juni kommenden Jahres bereits zum vierten Mal hintereinander im Waldstadtion Dietzenbach aus. „Es hat sich kein anderer Ausrichter gefunden“, erklärt SG Tell-Schriftführer Joachim Neumann. Wobei die Titelkämpfe in den Händen der Dietzenbacher bestens aufgehoben sind. Bereits am 19./20. Januar ermitteln die Hessen in der Philipp-Fenn-Halle ihre Meister in der Halle. Und auch in diesem Jahr stehen noch wichtige Termine an. Direkt im Anschluss an den Tag der offenen Tür am vergangenen Samstag fand das Königsschießen der SG Tell statt. Weiter geht es mit der Bezirksmeisterschaft der Bogenschützen am Sonntag, 11. November, ebenfalls in der heimischen Philipp-Fenn-Halle. Und eine weniger sportliche, aber sehr wichtige Veranstaltung startet ab Dienstag, 6. November. Dann führt die SG Tell wieder ein Seminar zur Erlangung der Sachkunde nach §7 WaffG durch.Der Nachweis der Sachkunde ist Voraussetzung zur Ausstellung einer Waffenbesitzkarte. Das Seminar wird an vier Dienstagabenden jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr im Schützenhaus der SG Tell durchgeführt. „Da fällt auch mal einer durch“, weiß Oliver Weck, der bei der abschließenden Prüfung zu den Prüfern zählt.

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