Klassenerhalt, dann Frührentner

Wolfgang Kaufmann sitzt am Samstag gegen Niederrodenbach zum letzten Mal auf der Trainerbank. Nach 33 Jahren beendet er seine Trainerlaufbahn. Zuletzt war der 57-Jährige sechseinhalb Jahre lang bei Germania Klein-Krotzenburg tätig.
  • Wolfgang Kaufmann sitzt am Samstag gegen Niederrodenbach zum letzten Mal auf der Trainerbank. Nach 33 Jahren beendet er seine Trainerlaufbahn. Zuletzt war der 57-Jährige sechseinhalb Jahre lang bei Germania Klein-Krotzenburg tätig.
  • hochgeladen von Paul Lohse

Klein-Krotzenburg – Nach 33 Jahren endet an diesem Wochenende eine Trainer-Ära. Wolfgang Kaufmann (57), seit Januar 2013 Trainer beim Gruppenligisten Germania Klein-Krotzenburg, sitzt an diesem Samstag (17 Uhr) im Heimspiel gegen die bereits als Absteiger feststehende Germania aus Niederrodenbach zum letzten Mal auf der Trainerbank. „Bis auf kurze Unterbrechungen, und ich spreche hier von ein, zwei Monaten, war ich in den vergangenen 33 Jahren immer als Trainer tätig“, berichtet der Großauheimer.

Die vergangenen sechseinhalb Jahre trainierte er die Klein-Krotzenburger Germania. „Das waren tolle Jahre mit zwei Meisterschaften und zwei Aufstiegen in die Gruppenliga“, blickt Kaufmann zurück. Und beim Titelgewinn in der Saison 2013/2014 waren die Germanen mit 84 Punkten sogar noch erfolgreicher, als des die Sportfreunde Seligenstadt in der laufenden Runde der Kreisoberliga Offenbach sind. Die „Roten“ stehen einen Spieltag vor Rundenende bei 80 Zählern. „Ich habe den Umbau des Hartplatzes zum Kunstrasen miterlebt und auch mitgeholfen, dazu die 100-Jahr-Feier der Germania“, blickt Kaufmann nicht nur in sportlicher Hinsicht auf eine tolle Zeit im Hainburger Stadtteil zurück. Seit 2014 steht den Klein-Krotzenburgern der Kunstrasenplatz zur Verfügung. „Das war für den Verein ein Quantensprung“, erklärt Wolfgang Kaufmann. Denn auf einmal bestanden auch für ihn ganz neue Trainingsmöglichkeiten. Bei jedem Wetter waren nun Einheiten auf dem Platz möglich, gerade in der Wintervorbereitung erwies sich der Kunstrasen als großer Vorteil für die Klein-Krotzenburger Kicker.

Nach den Plätzen sechs und elf in den vergangenen beiden Spielzeiten droht der Germania in dieser Saison dennoch der Abstieg „Ich hoffe, es geht gut für uns aus, doch im Abstiegskampf ist sich jeder selbst am nächsten“, sagt Kaufmann vor dem letzten Saisonspiel gegen Niederrodenbach. Die Ausgangslage ist klar: Klein-Krotzenburg, das derzeit den ersten Abstiegsplatz einnimmt, muss gewinnen, hat den Klassenerhalt aber nicht mehr in der eigenen Hand. „Diese Chance haben wir gegen Wenings vertan“, bedauert Kaufmann. Gegen die Kicker aus dem Kreis Büdingen führte die Germania vor zwei Wochen schon mit 2:1, kassierte dann aber in Überzahl noch zwei Gegentreffer und rettete in der Nachspielzeit immerhin noch einen Zähler. In Wenings (35 Punkte), Eintracht Oberrodenbach (35) und Kickers Obertshausen (34) liegen noch drei Mannschaften in Reichweite der Germania (33) – ein Sieg gegen Niederrodenbach vorausgesetzt. Denn gerade Wenings (in Bruchköbel) steht vor einer schweren Aufgabe.

Wie so oft in der Vergangenheit plagten die Germania auch in dieser Spielzeit große Personalsorgen. „Der Kader war eigentlich groß genug und gruppenligareif“, sagt Kaufmann. Doch verletzungsbedingte und später berufsbedingte Ausfälle machten es den Hainburgern nicht leicht. Dann meldete sich auch noch Christian Günsche überraschend in der Winterpause ab, Hüseyin Sari tauchte nach seiner Roten Karte im letzten Spiel 2018 gegen die SG Marköbel (0:2) nicht mehr auf. „Der Kader wurde immer kleiner und am Ende konnten wir die vielen Ausfälle nicht mehr kompensieren“, erklärt Kaufmann. So ließen die Klein-Krotzenburger in Oberrodenbach (0:4), gegen Dietzenbach (1:2) und gegen Obertshausen (2:3) wertvolle Punkte liegen.

Natürlich will Wolfgang Kaufmann die Germania vor dem Abstieg bewahren. Aber er freut sich auch schon auf die Zeit nach der Trainerkarriere – als Trainer-Frührentner. „Ich gebe mir den Fußball dann nur noch als Zuschauer, wenn ich Lust habe, mir ein Spiel anzuschauen“, blickt er voraus. Die Familie, insbesondere seine Frau, soll nun mehr im Vordergrund stehen. „Früher war ich meist der erste, der Familienfeiern verlassen hat, oft schon vor dem Mittagessen, weil ich auf den Sportplatz musste.“ Das soll sich jetzt ändern.

Autor:

Paul Lohse aus Rodgau

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