Turner haben ein sehr gutes Körpergefühl

Die Landesliga-Mannschaft der Geräteturner des JSK Rodgau, in der auch Turner der TGS Seligenstadt, der TG Lämmerspiel und des TAV Eppertshausen aktiv sind, verpasste als Dritter nur knapp den Aufstieg in die Oberliga.
  • Die Landesliga-Mannschaft der Geräteturner des JSK Rodgau, in der auch Turner der TGS Seligenstadt, der TG Lämmerspiel und des TAV Eppertshausen aktiv sind, verpasste als Dritter nur knapp den Aufstieg in die Oberliga.
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Jügesheim – Dass die Landesligamannschaft der Geräteturner (fachsprachlich: Gerätturner) des JSK Rodgau in der abgelaufenen Saison den dritten Platz belegte, steht für JSK-Cheftrainer Alois Sahm nicht an erster Stelle: „Der wirkliche Erfolg ist, dass wir eine eigene Mannschaft stellen können“, sagt der 66-Jährige. Das JSK-Team hat einen Stamm von rund 20 Turnern. Die kommen allerdings nicht nur vom JSK, sondern die Mannschaft wird auch von Turnern der TGS Seligenstadt, der TG Lämmerspiel und des TAV Eppertshausen unterstützt.

Gute Turner gab es in Jügesheim schon immer, ihre beste Zeit hatten sie Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre. „Ich bin damit groß geworden, war dann aber lange Zeit ein Einzelkämpfer“, erinnert sich Alois Sahm. Mitte der 90er Jahre rief er dann eine Leistungsgruppe für Jungen und Mädchen ins Leben. Die Gruppe turnte nicht nur erfolgreich, sondern ist auch heute noch intakt. „Viele sind inzwischen Übungsleiter in unserer Abteilung“, erklärt Sahm. Wie etwa Martin Schanz. Der mehrfache Hessenmeister und deutsche Schülermeister ist mittlerweile sogar Abteilungsleiter der Wettkampfturner.

Für Sahm ist das Geräteturnen der anspruchsvollste Sport überhaupt. Nicht umsonst steht auf seinem T-Shirt: „Wenn Turnen einfach wäre, dann würde es Fußball heißen“. Und so verwundert es nicht, dass viele der JSK-Turner Akademiker sind. Vor allem Physik steht hoch im Kurs. Da stellt sich natürlich die Frage, inwiefern sich physikalische Gesetze und Turnen miteinander in Einklang bringen lassen. „Das geht auf jeden Fall“, schmunzelt die stellvertretende Abteilungsleiterin Laura Greulig und nennt ein Beispiel aus dem Training: „Mach‘ dich kleiner, dann ist der Drehimpuls größer.“ Einfache Physik – im Turnen erfolgreich angewandt. „Ich wollte Physik eigentlich in der Schule abwählen, das Turnen hat mein Interesse an ihr aber wieder geweckt“, schmunzelt sie. Alois Sahm ergänzt: „Wichtig ist für mich, Vertrauen zu vermitteln.“ Denn die jungen Turner „sollen etwas machen, dass sie noch nicht können“, erklärt der erfahrene Trainer. Und etwas, das Mut verlangt. Ist das aber erst einmal geschafft, steigt das Selbstvertrauen ungemein.

„Turner haben allgemein ein sehr gutes Körpergefühl und eine allgemein gute Muskulatur um ganzen Körper“, erklärt Alois Sahm. Folglich finden sich Turner auch in anderen Sportarten schnell zurecht. Etwa beim Skifahren. Einem Hobby, dem Cheftrainer, Vorstand und Mannschaft gerne auch gemeinsam nachgehen. „Wichtig ist der Spaß, aber wir turnen und trainieren auch Leistungsbezogen“, sagt Sahm über die Abteilung, der rund 100 Mitglieder angehören. Bis zum Alter von sechs Jahren absolvieren die jungen Sportler ihre Übungen noch im Kinderturnen, anschließend gehen sie zum Wettkampfturnen über.

Und das, wie eingangs erwähnt, erfolgreich, wie Platz drei in der Landesliga verdeutlicht. Den Aufstieg in die Oberliga verpasste der JSK damit nur knapp. Zum erfolgreichen Team gehören nicht nur die Jügesheimer Turner Luke Dreger, Moritz Schlaich, Pelle Rauch, Till Eser, Martin Schanz, Steven Hebeisen (gleichzeitig Ligafachwart) und Sascha Bohnert, sondern auch die beiden TAV-Turner Christoph Caps und Thorsten Herd sowie Yannik Thiel (TGS Seligenstadt) und David Schmid (TG Lämmerspiel). Weitere Turner in dieser Gruppe, die aber in der vergangenen Wettkampfrunde aus beruflichen oder privaten Gründen nicht zum Einsatz kamen, sind Max Eser (JSK Rodgau), Daniel Zöller, Ferdinand Haas, Alexander Brodt, Sebastian Wirth, Ralph Siebert (alle TGS Seligenstadt), Moritz Böhnisch (TG Lämmerspiel) und Tobias Caps (TAV Eppertshausen).

Die Abteilungsmitglieder gehen nicht nur gemeinsam Skifahren, das jährliche gemeinsame Oktoberfest findet auf einem Privatgrundstück in Jügesheim statt. Weitere gemeinsame Unternehmungen sind Ausflüge und natürlich die Teilnahme an Turnfesten. Nächster Höhepunkt in dieser Hinsicht ist das hessische Landesturnfest vom 19. bis 23. Juni in Heppenheim und Bensheim. Rund 5000 Teilnehmer werden dann erwartet, natürlich auch aus Rodgau, Seligenstadt und Mühlheim. Der JSK ist der einzige Verein der Region, der über Jahre hinweg selbst ein großes Turnfest ausrichtete: Das Gauturn- und Gaukinderturnfest mit über 1000 Teilnehmern. Und auch das ist ein wirklich großer Erfolg.

Autor:

Paul Lohse aus Rodgau

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