Über die Festtage zurückgehalten

Beim Start des dritten von vier Läufen der 39. Winterlaufserie des JSK Rodgau im Maingau-Energie-Stadion sind die 333 Läufer noch dicht beisammen. Schnell aber zieht sich das Feld auf den anstehenden zehn Kilometer auseinander.
  • Beim Start des dritten von vier Läufen der 39. Winterlaufserie des JSK Rodgau im Maingau-Energie-Stadion sind die 333 Läufer noch dicht beisammen. Schnell aber zieht sich das Feld auf den anstehenden zehn Kilometer auseinander.
  • hochgeladen von Paul Lohse

Jügesheim – In Jügesheim stand am vergangenen Samstag der dritte von vier Läufen der 39. Winterlaufserie des JSK Rodgau an. Abdelkabir Zaroual Aadel (LG Eintracht Frankfurt), der bereits zu Beginn der Serie im November als Erster das Ziel erreicht und im Dezember pausiert hatte, sicherte sich in 32:21 Stunden seinen zweiten Tagessieg und steuert damit auf eine erfolgreiche Titelverteidigung zu. Dafür ist allerdings ein weiterer Start im Februar nötig. Beim dritten Lauf setzte er sich gegenüber Tobias Zöller (32:35, Triathlon Team DSW 1912 Darmstadt) und Sultan Abdu (32:43, ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) durch.

Bei den Frauen gewann Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt) in 36:19 Minuten vor Franziska Baist (37:35, SGK Bad Homburg) und Nadja Heininger (37:50, TSG Kleinostheim). Anna Starostzik meldete im Vorfeld allerdings ebenso nicht für die komplette Serie, wie Petra Wassiluk (Team Main-Lauf-Cup), die die beiden Rennen im November und Dezember gewonnen hatte. Damit hat Franziska Baist die besten Chancen auf den Gesamtsieg, auch wenn ihr Vorsprung vor dem letzten Rennen am 2. Februar auf Nadja Heininger nur 58 Sekunden beträgt.

Bester Läufer der Region war wie schon im November Rolf Ciesielski aus Hausen, der für das Team Main-Lauf-Cup startet, seine Bestleistung auf 34:42 Minuten steigerte und damit in der Gesamtwertung den 14. Platz belegte. Wie schon beim ersten Lauf der aktuellen Serie sicherte er sich damit in der M50 den ersten Platz. Jörg Kaiser vom SC Steinberg folgte in 37:28 Minuten auf dem 41. Rang. Als Dritter erreichte er in der M40 noch einen Podestplatz. Während Cielienski nicht für die Serienwertung gemeldet hat, führt Kaiser als Gesamt-21. aktuell die Wertung in der M40 an und könnte dieses Mal den lang ersehnten Altersklassensieg feiern, muss dafür aber im Februar noch einmal starten.

Beim dritten Start der laufenden Serie im Jügesheimer Maingau-Energie-Stadion waren insgesamt 333 Läufer, darunter 249 Männer) bei guten Laufbedingungen auf die Strecke gegangen. Altersklassensiege feierten unter anderem Sandra Herzing (W35, Nowalala Sports Offenbach), Marita Hermes (W60, Rodgau Lauftreff) und Wolfgang Zoll (M75, EOSC Triathlon).

Nach der Schlemmerei über die Weihnachtstage mit Gänsebraten und Knödel sowie dem Silvester-Raclette – kurzum: in diesen Tagen dachte kaum jemand ernsthaft ans Training – gingen viele Läufer mit großem Respekt in den ersten Lauf des neuen Jahres. Und da in der Silvesternacht auch die guten Vorsätze für das neue Jahr gefasst werden, ist es natürlich auch interessant zu wissen, was sich die Läufer der Region sportlich für das neue Jahr vorgenommen haben.

Frank Ciesielski aus Hausen, der für den FC Teutonia startet und nach 48:38 Minuten als Gesamt-156. und 20. der M55 die Ziellinie überquerte, sagte: „Ich habe mich nicht so richtig fit gefühlt, über Weihnachten und Silvester wurde doch viel gegessen und getrunken. Dabei sein ist alles, ich habe ein bisschen was für die Kondition getan.“ Im März startet er beim Halbmarathon in Frankfurt, ansonsten hat er sich noch keine sportlichen Ziele gesetzt. „Ich entscheide immer kurzfristig, für welchen Lauf ich ich anmelde“, erklärte er.

Hans-Uwe Zietlow aus Dietzenbach meinte über den Lauf in Jügesheim: „Es lief besser als erwartet, immerhin bin ich unter einer Stunde geblieben.“ Nach 59:24 Minuten erreichte er als Dritter der M70 das Ziel. „Diese Läufe über zehn Kilometer sind furchtbar anstrengend. Nach einem Ultra fühle ich mich nicht so kaputt.“ Dementsprechend nimmt Zielow in zwei Wochen auch wieder am Ultra-Lauf über 50 Kilometer des Rodgau Lauftreffs rund um die Gänsbrüh in Dudenhofen teil. „Ich laufe aber nur 30, 35 Kilometer. Ich bin jetzt 72 Jahre alt, da muss man mit den Kräften haushalten“, schmunzelte er. Und für 2019 hat er sich schließlich noch einiges vorgenommen. Im Juni startet er erstmals beim 100-Kilometer-Lauf in Lüneburg, im August beim Berliner Mauerweglauf über 100 Meilen. „Da bin ich zum vierten Mal dabei. Dreimal bin ich durchgekommen, vergangenes Jahr musste ich nach 100 Kilometern aufhören“, erklärt Hans-Uwe Zietlow.

„Ich erreiche an Heiligabend mein niedrigstes Gewicht im ganzen Jahr“, lacht Karen Küsters aus Nieder-Roden, „und ich habe mich auch nicht so voll gefuttert, dass es unangenehm geworden wäre.“ Auf den Start in Jügesheim am vergangenen Wochenende hatte sie nicht so die rechte Lust, dann aber lief es für die Flugbegleiterin in 50:13 Minuten doch sehr gut, die Nieder-Röderin erreichte damit den siebten Platz in der W45. Ihren Wunsch für 2019 bekam sie – als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk – bereits Ende November vergangenen Jahres per Mail erfüllt: einen Startplatz für den Halbmarathon in New York im März. Berufsbedingt kennt sie die Stadt in den Staaten bereits, gelaufen ist Karen Küsters dort bisher aber noch nicht.

Markus Müller, Kassenwart der LG Offenbach, hielt sich in Sachen Essen über die Festtage zurück: „Ich habe nicht zugeschlagen und hatte in Jügesheim keine Probleme“, berichtete der 49-Jährige, der in 43:39 Minuten als 95. der Gesamtwertung und 15. der M50 die Ziellinie überquerte. „Ich habe mich allerdings besser gefühlt, als am Ende die Zeit war.“ Unterwegs dachte er noch, er würde seine Zeiten aus den ersten beiden Läufen (beide im 42er-Bereich) zu unterbieten, am Ende reichte es dazu aber nicht ganz. In zwei Wochen startet er beim 50-Kilometer-Ultra-Marathon in Dudenhofen, im Mai beim Gutenberg-Marathon in Mainz. „Mindestens zehn Kilometer sollte die Distanz schon betragen“, sagt Markus Müller auf seine Lieblingsdistanz angesprochen. Der Halbmarathon liegt ihm deutlich mehr, „den kann ich langsamer angehen als die zehn Kilometer. Ich versuche immer, auf meinem Niveau konstant durchzulaufen.“

Für den Weiskircher Triathlet Torsten Zervas, der unter anderem 1988 deutscher Meister im Gehen sowie 2016 deutscher Duathlon-Meister in der AK55 wurde und 20 Jahre lang die Winterlaufserie in Seligenstadt organisierte, war der Winterlauf in Jügesheim ein Trainingslauf. Nach 4,5 Kilometer Schwimmen am Morgen in Offenbach, lief er in Trainingsklamotten 4,5 Kilometer nach Jügesheim, legte die zehn Kilometer in 39:29 Minuten als Gesamt-58. und Vierter der M55 zurück und lief anschließend 4,5 Kilometer nach Weiskirchen zurück. „Jedem, der mal schnelle zehn Kilometer laufen will, kann ich diese Strecke nur empfehlen“, sagt der ehemalige Geher, der die Bedingungen in Jügesheim als optimal empfand. „Mit meiner 31er Bestzeit hätte ich in Jügesheim gewonnen, aber das ist ja schon ein paar Jahre her“, lacht Zervas. „Ich bin einfach happy, dass ich so schnell gelaufen bin.“ Für 2019 hat sich Torsten Zervas keine besonderen Ziele gesetzt. Wohl aber für 2021. Da würde er im Alten von 60 Jahren gerne noch einmal in Hawaii starten – sowie 30 Jahre zuvor, als er 1991 erstmals in Hawaii mit dabei war. Übrigens gemeinsam mit Stefan Schütz (Triathlon Team DSW Darmstadt), der am vergangenen Wochenende in Jügesheim in 36:17 Stunden die M55 zu seinen Gunsten entschieden hatte.

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