Entscheidung fällt jeweils erst im Endspurt / Dritter von vier Durchgängen
Viel Spannung bei der Jügesheimer Winterlaufserie

Den Sieger im Blick. Bereits wenige Sekunden nach dem Startschuss setzt sich der spätere Sieger Abdelkabir Zaroual Aadel (Nummer 469) an die Spitze des Feldes.
  • Den Sieger im Blick. Bereits wenige Sekunden nach dem Startschuss setzt sich der spätere Sieger Abdelkabir Zaroual Aadel (Nummer 469) an die Spitze des Feldes.
  • hochgeladen von Paul Lohse

Jügesheim  - Bei durchaus milden Temperaturen (acht Grad plus), aber einem bitterkalten Wind fand am vergangenen Wochenende in Jügesheim der dritte Durchgang der 40. Winterlaufserie des JSK Rodgau statt. Und der bot den Zuschauern reichlich Spannung.

Denn im Hauptlauf über zehn Kilometer (270 Teilnehmer) lieferte sich ein Trio bis ins Ziel hinein einen Dreikampf. Abdelkabir Zaroual Aadel, der gebürtige Urberacher Nikolai Billing (beide von der LG Eintracht Frankfurt) und Dejen Atanaw (vereinslos) bogen gemeinsam auf die Zielgerade ein, am Ende entschied das „Zielfoto“ zu Gunsten von Aadel, der mit einer Nasenspitze und 20 Hundertstel Vorsprung auf Billing Platz eins erreichte. Atanaw belegte mit sechs Sekunden Rückstand den dritten Platz. Bei der 39. Auflage hatte Abdelkabir Zaroual Aadel den Gesamtsieg verpasst, weil er nur zweimal am Start war – für die Gesamtwertung sind aber drei Teilnahmen erforderlich. Dieses Mal könnte es klappen – falls er im Februar beim letzten Durchgang dabei ist. Aktuell nimmt er in der Serienwertung in 1:06:35 Stunden hinter Mika Noodt (1:06:00 Stunden, Triathlon-Team DSW Darmstadt) den zweiten Platz ein.

Bei den Frauen sicherte sich Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt) in 36:54 Minuten nach ihrem Erfolg im November bereits den zweiten Tagessieg. Allerdings hat sie nicht für die Serie gemeldet. Beste Chancen auf den Gesamtsieg hat Nora Kusterer (TuS Griesheim), die am vergangenen Samstag Dritte wurde. Sie führt in der Gesamtwertung in 1:15:47 Minuten vor der gebürtigen Heusenstammerin Kerstin Bertsch (1:16:53, Asics Frontrunner/SSC Hanau-Rodenbach) und Veronika Ulrich (1:18:01). Die Offenbacherin, die lange Jahre für den LC Neu-Isenburg am Start war und nun die Farben der TSG Ehingen vertritt, ist in Jügesheim ein Dauergast. Sie überquerte am vergangenen Samstag in 39:20 Minuten als siebtschnellste Frau die Ziellinie und sicherte sich damit in der W50 den zweiten Platz.

Ebenfalls sehr spannend war das Rennen über die fünf Kilometer. Hier setzte sich Phil Reuß (Militärischer Fünfkampf Deutschland) in 17:15 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung auf Sebastian Lass (17:16, Spiridon Frankfurt) und Ingbert Reinke (17:44, SSC Hanau-Rodenbach) durch. Lass hat damit die besten Chancen auf den Gesamtsieg. Bei den Frauen siegte Laura Chacon Biebach (Asics Frontrunner) überlegen in 18:22 Minuten vor Lea Kutzner (21:27, TV Großostheim), die die Serienwertung anführt, und Anne Schneider (21:43, Wiesbadener LV).

Auch aus der Region waren wieder einige Läufer am Start. Sandra Herzing (39) aus Bieber startet für das mittlerweile in Obertshausen ansässige Fachgeschäft Nowalala Sport und legte die zehn Kilometer in 44:33 Minuten zurück. So schnell war sie in Jügesheim noch nie unterwegs. Ein Bekannter begleitete sie und machte gehörig Tempo. „Das war ganz schön anstrengend. Ich bin zum Teil hinter ihm gelaufen, dennoch war der Wind phasenweise ganz schön fies“, erklärt sie. Mit dieser guten Leistung sicherte sich die Offenbacherin in der W40 den ersten Platz. 2013 kam Sandra Herzing zum Laufen – ihr Mann hatte sie für die Staffel beim Frankfurt-Marathon angemeldet. In ihrer Jugend war die geritten und hatte getanzt – „aber mit Laufen konnte ich bis dahin gar nichts anfangen“, gibt sie zu. Doch mit dem erstmaligen Start in Frankfurt war der Knoten geplatzt und der Spaß am Laufen entdeckt. Als schönstes Lauferlebnis nennt sie den Brüder-Grimm-Lauf, der in fünf Etappen in drei Tagen von Hanau ins 81,3 Kilometer entfernte Steinau an der Straße führt. Aktuell stehen für sie die Winterlaufserien in Jügesheim, Goldbach und Seligenstadt im Blickpunkt sowie Ende des Monats der Ultra-Marathon in Dudenhofen. Sandra Herzing hat schon einmal die komplette Distanz absolviert, setzt sich dieses Mal aber nicht unter Druck und will einfach einmal schauen, „wie weit ich komme.“

Einer der schnellsten Offenbacher über die zehn Kilometer war Wolfgang Bauer (OLC), der in 47:40 Minuten in der M60 den zehnten Platz erreichte und in der Gesamtwertung 114. wurde. Ute Schad-Kleber (EOSC Offenbach) verpasste in 55:39 Minuten als Fünfte der W55 nur knapp einen Podestplatz.

Martin Waid (60) aus Seligenstadt startete bereits in den 80er Jahren erstmals in Jügesheim. Dagegen feierte seine Frau Marion (56) erst am vergangenen Samstag ihre Premiere bei der Winterlaufserie. Allerdings startete sie schon einmal gemeinsam mit ihrem Mann vor einigen Jahren beim Jügesheimer Osterlauf. Kennengelernt haben sich die Beiden 1996 bei einem gemeinsamen Trainingslager – auf Mallorca. Martin Waid wohnte schon damals in Seligenstadt, beide hatten einen gemeinsamen Freund aus Hannover. Aus der niedersächsischen Metropole stammt auch Marion Waid. Das Ehepaar ist eigentlich vor allem im Triathlon aktiv. „Die vergangene Triathlon-Saison verlief allerdings nicht so erfolgreich“, erklärt Marion Waid. Daher wollten es die Beiden mit einem Start bei der Jügesheimer Winterlaufserie „erst einmal langsam angehen lassen“, sagt Marion Waid, die 1985 mit dem Triathlon begann. Für ihren Mann ging es ein Jahr später los. Beide starten seit Ende der vergangenen Triathlon-Saison im Oktober für den EOSC Offenbach (und das Team Erdinger Alkoholfrei), „weil beim EOSC Superbedingungen für das Schwimmtraining herrschen“, sagen sie übereinstimmend. Beide nahmen in Jügesheim die fünf Kilometer in Angriff – und fuhren anschließend mit dem Rad wieder nach Hause.

Alexander Ott von der LG Seligenstadt überquerte über zehn Kilometer in 40:36 Minuten die Ziellinie und belegte damit den 49. Gesamtplatz. In der M35 wurde er Achter. Martina Rezic (ebenfalls LG Seligenstadt) sicherte sich als 20. der Frauenwertung in 47:12 Minuten in der W35 den zweiten Platz. Über fünf Kilometer erreichte Klaus Pannek (ebenfalls LG Seligenstadt) nach 28:49 Minuten als 33. der Gesamtwertung das Ziel.

Der Jügesheimer Andreas Stüker (33) war in Vorbereitung auf den Ultramarathon in Dudenhofen gleich zweimal am Start. Die fünf Kilometer absolvierte er in 21:23 Minuten, die zehn Kilometer in 47:23 Minuten. Stüker startet seit einigen Jahren für das Team Erdinger Alkoholfrei und seit geraumer Zeit auf für „Besi & Friends“. „Das ist eine sehr gute Sache, die muss man unterstützen“, sagt er über das Projekt 'Rad statt Rollstuhl' von Andreas „Besi“ Beseler zur Unterstützung Multipler-Sklerose-Erkrankter. Die Lust am Laufen und die Überprüfung seines Fitnesszustandes lockten ihn bereits wenige Tage nach Weihnachten und Silvester wieder auf die Laufstrecke, berichtet Stüker. „Und der Kopf wird frei“, betont er.

Wie immer bei Wettkämpfen vor der eigenen Haustür war der Rodgau Lauftreff mit einer großen Abordnung vertreten. 15 Teilnehmer waren es dieses Mal. Markus Müller (76., 43:56 Minuten, 6. M50) und Sven Kempe (83., 44:33 Minuten, 12. M40) waren über zehn Kilometer die schnellsten. Freuen durften sich Kati Patzke (45:27), die die W35 zu ihren Gunsten entschied, und Bärbel Fischer (45:32), die in der W55 Zweite wurde. Einen Treppchenplatz sicherte sich als Dritte der W35 auch Annett Sovonja in 50:05 Minuten. Der Obertshäuser Hartmut Wirth belegte in der M70 in 51:04 Minuten den zweiten Platz, Joachim Quaiser (53:45) wurde Dritter. Marita Hermes lief in der W65 in 54:59 Minuten auf den zweiten Rang. Einen weiteren dritten Platz holte Dorothee Wirth in 55:56 Minuten in der W65.

Claus Eurich von der TG Ober-Roden belegte in 46:31 Minuten den 101. Platz. Eine starke Leistung zeigte Karen Küsters aus Nieder-Roden, die in 50:34 Minuten als Gesamt-28. die W45 zu ihren Gunsten entschied. Knapp dahinter folgte Andrea Kukula (JSK Rodgau) in 50:55 Minuten als Dritte der W45. Konkurrenzlos war Elsbeth Barth vom Lauftreff Jügesheim, die in 61:11 Minuten die W75 gewann.

Autor:

Paul Lohse aus Rodgau

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