„Wir haben keinen Überkader“

Packende Derbyzweikämpfe lieferten sich die beiden Kreisoberligisten TSG Mainflingen (schwarz) und Sportfreunde Seligenstadt. Von links: Hosni Korodowov (TSG) Jan Hertrich (Sportfreunde), Erman Tasgin (TSG), Dominik Marton (Sportfreunde) und Dominik Bohl (TSG). Tasgin und Bohl trugen einst ebenfalls das Trikot der "Roten".
  • Packende Derbyzweikämpfe lieferten sich die beiden Kreisoberligisten TSG Mainflingen (schwarz) und Sportfreunde Seligenstadt. Von links: Hosni Korodowov (TSG) Jan Hertrich (Sportfreunde), Erman Tasgin (TSG), Dominik Marton (Sportfreunde) und Dominik Bohl (TSG). Tasgin und Bohl trugen einst ebenfalls das Trikot der "Roten".
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  • hochgeladen von Paul Lohse

Seligenstadt – Der Offenbacher Ostkreis rockt die Fußball-Kreisoberliga Offenbach. Im Gleichschritt marschieren die Sportfreunde Seligenstadt und die TSG Mainflingen gemeinsam vorne weg. Und das unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen: Die Sportfreunde streben nach dem Abstieg am letzten Spieltag aus der Gruppenliga den direkten Wiederaufstieg an, Aufsteiger Mainflingen den Klassenerhalt (Saisonziel: mehr Siege als Niederlagen).

Am vergangenen Sonntag standen sich beide Kontrahenten im direkten Duell in Mainflingen gegenüber. Die TSG gewann nach Toren von Steffen Bernard (18.) und Kevin März in der Nachspielzeit mit 2:0 (1:0) und führt damit vorerst alleine mit drei Punkten Vorsprung auf die „Roten“ die Tabelle an.

Angeheizt wurde die Partie bereits im Vorfeld durch die Tatsache, dass bei Mainflingen in Dominik Bohl, Steffen Bernard, Erman Tasgin und Trainersohn Marvin Schwarzkopf sowie seit dieser Saison auch Jonas Glaab und Jannik Pfister eine ganze Reihe ehemaliger Sportfreunde kicken. Joel Hagelauer ging im Sommer den umgekehrten Weg und wechselte aus Mainflingen zurück zu den Sportfreunden.

Während TSG-Trainer Marco Schwarzkopf von einem verdienten Sieg seiner Mannen sprach, meinte Seligenstadts Trainer Thomas Epp: „Das war ein super Rahmen für dieses Spiel.“ Rund 400 Zuschauer kamen nach Mainflingen, um sich das Gipfeltreffen anzuschauen. „Das war ein ganz schwaches Spiel“, sagte der Ex-Profi, der die „Roten“ nach dem Gruppenliga-Abstieg übernahm. Die Gäste vergaben durch Jürgen Eißmann und Stanko Pavlovic in der ersten Hälfte drei 100-prozentige Torchancen, die Mainflinger nutzten ihre erste Möglichkeit durch den ehemaligen Sportfreund Steffen Bernard, der nun mit zwölf Treffern alleine die Torjägerliste vor Stanko Pavlovic (elf Tore) anführt, zum 1:0. „Die zweite Hälfte war sehr zerfahren. Mainflingen stellte sich hinten rein und uns fiel nichts ein“, stellte Epp fest.

Pech hatte Seligenstadts Abwehrroutinier Nikola Milankovic, der bereits nach 26 Minuten verletzt ausgewechselt wurde. Und Offensivspieler Patrick Hofmann schleppte sich erneut angeschlagen über den Platz – und sah im Endspurt die Ampelkarte. „Er wird uns verletzungsbedingt sicherlich ebenfalls ein paar Wochen ausfallen“, sagte Epp und erklärte entgegen der vorherrschenden Meinung in der Region: „Wir haben keinen Überkader. Wir haben vier bis sechs gestandene Spieler, ansonsten viele junge Burschen. Wenn von den Erfahrenen zwei oder drei ausfallen, haben wir es schwer.“ So wie jetzt Milankovic, Hofmann und auch Thomas Höfling mit einer Knieverletzung.

„Mainflingen steht verdient vorne“, sagt der ehemalige Frankfurter mit Blick auf die Tabelle. Eindruck auf ihn hat im bisherigen Saisonverlauf aber vor allem die TSG Neu-Isenburg gemacht, die nach zwei dritten Plätzen endlich wieder in die Gruppenliga zurück will. Nach total missglücktem Saisonstart mit fünf Punkten aus acht sieglosen Partien gewann die TSG zuletzt dreimal hintereinander, liegt allerdings bereits 14 Punkte hinter den „Roten“ zurück. Auch vor dem VfB Offenbach – der Tabellenvierte wird vom ehemaligen Oberliga-Trainer Peter Lack (Germania Ober-Roden, Viktoria Aschaffenburg) trainiert – hat Epp großen Respekt. Und die Offenbacher, die kürzlich in Mainflingen mit 0:5 klar unter die Räder gekommen waren, sind an diesem Samstag (16 Uhr) der nächste Gegner der Sportfreunde. In Ex-Profi Christopher Reinhard (Eintracht Frankfurt) spielt auch bei den Offenbachern ein ehemaliger „Roter“. „Seit dem er wieder richtig fit ist, ist er für uns eine absolute Verstärkung“, freut sich Peter Lack über die guten Leistungen des Mittelfeldspielers. Am Samstag steht zudem ein Bruderduell an: Bei den Sportfreunden kickt Tom, beim VfB Marvin Leppin. Auch die Mainflinger sind am Sonntag erneut in einem Spitzenspiel gefordert, gastieren beim Tabellendritten am Berliner Platz in Egelsbach. Aktuell weisen die Mainflinger auf den ehemaligen Regionalligisten neun Punkte Vorsprung und wollen den Gegner mit einem Unentschieden zumindest auf Distanz halten.

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