Grippe verschont auch die TSV nicht

Ja, wo ist er denn? Heusenstamms Ingo Knirsch, der später stark gelb-rot gefährdet ausgewechselt wurde, auf der Suche nach dem Ball. Dahinter beobachtet TSV-Kapitän Pascal Vincenzo die Szene.

Heusenstamm – Der Direktabstieg sollte für die TSV Heusenstamm in der Kreisliga A Offenbach Gruppe 2 bei zehn Punkten Vorsprung auf Kickers Obertshausen 2 zwölf Spieltage vor Saisonende eigentlich kein Thema sein. Zu schwach scheint die Reserve des Gruppenligisten, die am vergangenen Wochenende gegen die TuS Froschhausen mit 0:4 (0:1) verlor. Allerdings droht dem Traditionsverein weiterhin die Abstiegsrelegation. Denn der Vorsprung der TSV auf den aktuellen Relegationsplatz-Inhaber Alemannia Klein-Auheim beträgt nur drei Punkte – und die Klein-Auheimer haben zwei Partien weniger als Heusenstamm ausgetragen. Am vergangenen Wochenende unterlag die TSV bei eisiger Kälte auf eigenem Platz dem Tabellenzweiten Teutonia Hausen trotz engagiertem Kampf mit 1:2 (0:1).

Die Turn- und Sportvereinigung wurde kalt erwischt. Die Hausherren hatten noch keinen einzigen Ball berührt, da lagen sie nach 25 Sekunden schon mit 0:1 zurück. „Da sind wir kalt erwischt worden“, ließ sich Andreas Kahl von seinem Trainerteam berichten – der TSV-Spielausschussvorsitzende hütete mit einer Grippe das Bett. „Wir haben einige gute Chancen liegen lassen, sonst wäre mehr möglich gewesen“, sagt Kahl. Die Teutonen wirkten in der Abwehr nicht immer sattelfest, Heusenstamm schlug daraus aber kein Kapital. Erst vier Minuten vor Spielende gelang dem eingewechselten Perparim Sadikaj der 1:2-Anschlusstreffer – zu spät, um gegen den Tabellenzweiten noch etwas zu reißen.

Allerdings hatte die TSV vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres auch einige Personalsorgen – die Grippewelle hatte auch den Spielerkader nicht verschont. So rückten auch einige Spieler aus dem Kader der zweiten Mannschaft in die A-Liga auf – nachdem sie zuvor schon in der C-Liga beim 0:4 gegen den TSV Klein-Auheim 2 aktiv gewesen waren. Gar nicht mehr dabei ist der beste Stürmer: Nikolaos Kouzouglidis, mit zehn Toren erfolgreichster Heusenstammer Torschütze in der ersten Saisonhälfte, wechselte nach nur einem halben Jahr bei der TSV zu Kickers Obertshausen. Auch Jugendspieler Dennis Hibbeler, der in der ersten Saisonhälfte schon mehrfach in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam, steht für ein halbes Jahr (Auslandsaufenthalt) nicht zur Verfügung. Immerhin feiert Tim Rauch, größtes TSV-Talent der vergangenen Jahre, im Mai seinen 18. Geburtstag und könnte damit dem A-Ligisten eventuell in den letzten beiden Saisonspielen zur Verfügung stehen.

Weiter geht es für Heusenstamm am Sonntag, 4. März, mit der schweren Auswärtsaufgabe beim SV Zellhausen. Dann folgen die Spiele gegen die direkten Konkurrenten Croatia Obertshausen und Sportfreunde Seligenstadt 2. „Das sind die beiden Partien, in denen es für uns um viel geht“, blickt Andreas Kahl voraus. In diesen beiden Begegnungen will der Traditionsverein die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen. Wobei es gerade auf Schlusslicht Croatia Obertshausen aufzupassen gilt. Die Kroaten verstärkten sich in der Winterpause unter anderem mit Mate Tokic, der in der ersten Saisonhälfte für die zweite Mannschaft der Spvgg. Dietesheim 25 Treffer erzielte und damit die Torjägerliste der A-Liga Gruppe 2 anführt. Dass der FC Croatia in 13 Partien die zwölf Punkte Rückstand auf den Drittletzten auf Klein-Auheim aufholt, darf allerdings bezweifelt werden – ein mehr als schwieriges Unterfangen.
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