Irgendwann mal einen Marathon

Bernd Rappe.
 
Irina Zietlow.

Offenbach – Früher war der Basketball beim EOSC Offenbach sein sportliches Leben, mittlerweile hat sich Bernd Rappe (47) aber dem Laufsport verschrieben. In 49:23 Minuten absolvierte er am vergangenen Samstag in Jügesheim den dritten Lauf der aktuellen Winterlaufserie des JSK Rodgau über zehn Kilometer und belegte damit in der Gesamtwertung den 173. Platz sowie in der M45 Rang 27. Obwohl angeschlagen in das Rennen gegangen „war das meine zweitbeste Laufzeit“, freute er sich nach der Zielankunft im Maingau-Energie-Stadion. „Das war ein Superlauf mit sehr guten Bedingungen. Überhaupt ist das hier in Jügesheim immer eine tolle Sache.“

Allzu lange schnürt der Offenbacher die Laufschuhe allerdings noch gar nicht. Im Mai vergangenen Jahres hatte sich sein Sohn Jan für den Mainufer-Cup-Lauf in Dietzenbach angemeldet – und Bernd Rappe meldete sich einfach mal mit an. „Das war spontan vier Wochen vor dem Start. Mein Ziel war es, das Ziel zu erreichen. Und das, wenn möglich, unter einer Stunde. Das hat beides geklappt“, schmunzelt der 47-Jährige. Die Lust war geweckt, es folgten weitere Starts bei verschiedenen Läufen der beliebten Cup-Serie.

Irgendwann, da will Bernd Rappe einmal beim Frankfurt-Marathon starten. Aber noch nicht in diesem Jahr. „Noch ein paar Zehner, vielleicht mal einen Halbmarathon“, blickt er auf das laufende Jahr voraus. Seine Läuferkarriere hat ja auch gerade erst angefangen.

Am Start in Jügesheim war auch Irina Zietlow. Die 47-jährige Berlinerin wohnte eine zeitlang in Dietzenbach – ihre Eltern leben dort noch immer, Vater Hans-Uwe war in Jügesheim zuletzt auch auf der Strecke –, lange Zeit in Offenbach und mittlerweile in Dreieich. „Die Zehner sind mir eigentlich zu anstrengend“, schmunzelt sie, „da hat man höhere Ansprüche und denkt, man müsste schneller laufen. Die zehn Kilometern fordern mich mehr als ein Halbmarathon oder Marathon.“ Nach 47:20 Minuten erreichte sie in Jügesheim als 31. Frau das Ziel und belegte damit in der W45 den fünften Platz.

Früher spielte Irina Zietlow bei Wacker Offenbach Badminton. „Das ist dann im Sand verlaufen, da habe ich mit dem Laufen angefangen“, berichtet sie. Das war Mitte der 90er Jahre. Bereits zwei Jahre später stand in Frankfurt der erste Marathon auf dem Programm. „Für mich war ausschlaggebend, dass ich einfach loslaufen kann, wann ich will, mich nicht an feste Zeiten halten muss“, nennt sie die Vorteile des Laufens. Irina Zietlow gehört keinem Verein an, ist gerne auch für sich alleine unterwegs. „Am liebsten bei Wald- und Wiesenmarathons, wie dem Allgäu Panorama Marathon oder dem Weiltalweg-Landschaftsmarathon“, sagt sie. Die absolviert sie deutlich lieber als die Städtemarathons. Beim Weiltalweg-Landschaftsmarathon war sie auch 2017 am Start, ebenso wie beim Südthüringen-Trail über 47 Kilometer. Aber auch 100 Kilometer hat Irina Zietlow bereits hinter sich gebracht, etwa im schweizerischen Biel. „Bis 70, 75 Kilometer ist es ganz gut, 100 Kilometer sind mein absolutes Limit“, sagt die Dreieicherin, die sich auf der Marathonstrecke am wohlsten fühlt. Und dafür nicht mal viel trainieren muss. Läufe am Wochenende und einmal unter der Woche reichen ihr völlig aus.
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