WM in Urberach ein echtes Highlight

Die Kicker des FC Dietzenbach nahmen als Panama (links) an der Mini-WM in Urberach teil. Die jungen Kreisstädter hatten einen Riesenspaß.
 
Eine Atmosphäre wie bei der echten WM. Germania Ober-Roden besiegte in der Vorrunde in den deutschen Farben den späteren Weltmeister Südkorea (Viktoria-Preußen Frankfurt) mit 2:0.
 
Die TSV Lämmerspiel (rotes Trikot) vertrat WM-Gastgeber Russland bei der Mini-WM in Urberach sehr gut. Am Ende erreichte die Mannschaft von Trainer Pedro Rufino den siebten Platz.
Rödermark – Weltmeister 2018: Südkorea! Das klingt doch recht unwahrscheinlich, wenn ab der kommenden Woche in Russland die Weltelite dem runden Leder hinterherjagt. Dann gelten Titelverteidiger Deutschland, Spanien, Brasilien und Argentinien – wie immer – als die Favoriten. Bei der Mini-WM des Jahrgangs 2010 beim FC Viktoria in Urberach allerdings, da hatte am Ende tatsächlich Südkorea die Nase vorne. Oder besser gesagt, der Nachwuchs von Viktoria-Preußen Frankfurt, der in Urberach die südkoreanischen Farben vertrat, und im Finale gegen Germania Bieber (Iran) mit 2:0 die Oberhand behielt. Deutschland, vertreten durch Germania Ober-Roden, schaffte den Sprung in das Halbfinale, unterlag dort allerdings gegen den Iran mit 0:1. Im Spiel um Platz drei kam es zur Neuauflage des „echten“ 2014-Finales zwischen Deutschland und Argentinien. Und wie schon in Rio de Janeiro setzte sich Deutschland mit 1:0 durch. Platz drei, damit wären Jogis Jungs in Russland sicherlich auch zufrieden.

Die Viktoria richtete bereits zum achten Mal eine WM oder EM aus, Michael Hock hatte zum fünften Mal die Organisation inne. „Das war wieder eine tolle Veranstaltung“, zeigte er sich zufrieden. „Es war wieder sehr bunt.“ Kein Wunder, liefen die einzelnen teilnehmenden Mannschaften – vier Team zelteten übrigens auf dem Viktoria-Gelände – doch in den Trikots des jeweiligen Landes auf, das sie vertraten. Die Fans aus Kolumbien (FV Eppertshausen) wurden als die „besten Fans der Welt“ ausgezeichnet - „weil sie so bunt waren“, lobte Hock. Bei herrlichem Sommerwetter flossen Cola, Fanta und Apfelsaftschorle in Strömen. „Wir waren ausverkauft, das gab es noch nie. Zehn Minuten nach Ende der Veranstaltung haben wir die letzte Cola verkauft“, resümierte Michael Hock. Und auch sportlich waren der Organisator und seine Helfer begeistert. „Das war ein tolles Fair-Play unter den Mannschaften und Trainern“, meinte er. Kein Wunder, stand die WM in Rödermark doch unter dem Motto „Fußball unter Freunden“. Die teilnehmenden Mannschaften waren derart begeistert, dass sie in zwei Jahren zur Europameisterschaft gerne wieder mit dabei wären. Südkorea war in den Augen der Ausrichter ein verdienter Weltmeister. „Wir haben richtig guten Fußball zu sehen bekommen. Südkorea hatte den besten Spieler in seinen Reihen, der hat ab der Mittellinie auf das Tor geschossen“, meinte Hock.

Beste Stimmung herrschte bei Germania Ober-Roden. Dass die Jungs aus dem blau-schwarzen Lager als Deutschland mit dabei waren, war für die jungen Kicker die Krönung. „Die haben sich riesig gefreut“, berichtete Matthias Brox, der die jungen Germanen gemeinsam mit Lars Karopka trainiert. Vor rund drei Wochen waren die Ober-Röder schon einmal bei der Mini-WM am Ball. In Langen vertrat die Germania Ägypten und landete auf Platz 18. Allerdings trafen die Ober-Röder vor allem auf ältere Gegner aus dem 2009er-Jahrgang. Als Deutschland lief es nun deutlich besser. Gegen Mexiko (JFV 2015 Dreieich, 5:0), Schweden (FC Germania Enkheim, 4:1) und den späteren Weltmeister Südkorea (Viktoria Preußen-Frankfurt, 2:0) sicherte sich die deutsche Auswahl überlegen den Gruppensieg. „Das war die einzige Niederlage der Südkoreaner“, meinte Brox. Im Achtelfinale behielt Ober-Roden knapp mit 2:1 gegen Serbien (FCA Darmstadt) die Oberhand. Auch im Viertelfinale gegen Tunesien (TG 75 Darmstadt) erwartete die Germania ein hartes Stück Arbeit, am Ende stand ein knapper 1:0-Erfolg. „Nach dem Halbfinale waren die Jungs schon geknickt. Aber als wir Platz drei erreicht hatten, waren alle zufrieden“, erklärte Matthias Brox. Nach der 0:1-Niederlage gegen den Iran im Halbfinale besiegten die Germanen Argentinien mit 1:0 und wurden Dritter.

Weiterhin aus der Region am Start waren natürlich Gastgeber FC Viktoria, der als Brasilien im Spiel um Platz neun auf Portugal (FC Hanau 93) traf und den Kürzeren zog. Die TS Ober-Roden verlor die Partie um Platz 18 gegen Schweden (Germania Enkheim) mit 0:1. Die JSG Weiskirchen belegte in den Farben Frankreichs nach einem 0:1 gegen Costa Rica (TSV Harrenshausen) Platz 28.

Eine starke Leistung lieferte die TSV Lämmerspiel ab, die Gastgeber Russland sehr gut vertrat und am Ende den siebten Platz erreichte. Die Lämmerspieler starteten furios in das Turnier, gewannen ihr erstes Spiel gegen Saudi-Arabien (SV Erzhausen) mit 4:0. Nach einem 0:0 gegen Ägypten (SG Egelsbach) sicherte sich die TSV mit einem 1:0-Erfolg gegen den zweifachen Weltmeister Uruguay (SC Opel Rüsselsheim) den Gruppensieg. Im Achtelfinale ließ Russland - „Wir sind zwar eine Multi-Kulti-Truppe, einen Russen aber haben wir nicht in der Mannschaft“, meinte TSV-Trainer Pedro Rufino – Portugal (FC Hanau 93) beim 2:0 keine Chance. Im Viertelfinale allerdings war für den „WM-Ausrichter“ Endstation: Lämmerspiel unterlag gegen Argentinien (Sportfreunde Seligenstadt) mit 0:4. Im Spiel um Platz sieben traf die TSV auf die befreundeten Kicker des SVG Steinheim (Dänemark) und behielt im Siebenmeterschießen die Oberhand.

„Das war ein super schönes, sehr gut organisiertes Turnier. Hut ab vor den Urberachern“, meinte Rufino, „hier waren tolle Mannschaften am Start, viele Eltern waren verkleidet. Das war für die Kinder ein echtes Highlight.“ Rufino selbst trainiert in der kommenden Saison übrigens gleich drei Mannschaften: Die D1- und F1-Junioren der TSV (die beiden Jugendmannschaften, in denen seine Söhne kicken) sowie die erste Seniorenmannschaft der Lämmerspieler in der Kreisliga A Offenbach Gruppe 2.

Riesenstimmung herrschte bei der Germania aus Bieber, die nach einem anstrengenden Turniertag als Vizeweltmeister nach Hause fuhr. „Die Jungs haben das sehr gut gemacht“, freute sich Trainer René Ellenbrandt, der erst vor kurzem mit seiner Mannschaft von der TSV Lämmerspiel nach Bieber gewechselt ist. „Das war der richtige Schritt, hier haben wir ganz andere Möglichkeiten“, sagt er. Seine Jungs spielten vor allem führ ihren Kapitän: Denn Tiago Koudis ist Iraner und war natürlich besonders stolz, für sein Heimatland aufzulaufen. „Die Jungs haben sich wahnsinnig gefreut, den Iran zu vertreten“, erklärte René Ellenbrandt. In der Gruppenphase ließ seine Mannschaft nichts anbrennen, besiegte Portugal (FC Hanau 93) mit 1:0 sowie Marokko (SKV Büttelborn) klar mit 5:0. Gegen Spanien (SG Dornheim) erreichen die jungen Offenbacher ein 2:2. Souverän marschierte der Iran anschließend in das Endspiel. Im Achtelfinale fegte der Bieberer Nachwuchs Ägypten (SG Egelsbach) mit 6:0 vom grünen Rasen, im Viertelfinale besiegte der Iran die Vertretung Dänemarks (SVG Steinheim) mit 2:0. Im spannenden Halbfinale gegen Deutschland behielt der Iran schließlich mit 1:0 die Oberhand. „Wir waren auch im Finale die spielerisch bessere Mannschaft“, sagte René Ellenbrandt nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea. Dennoch war der Jubel über die Vizeweltmeisterschaft riesengroß. Bereits zuvor hatte die Germania übrigens Turniere in Seligenstadt und Heddernheim sowie auf dem heimischen Germania-Platz gewonnen. „Das war für alle ein sehr schönes Event“, meinte René Ellenbrandt. Auch für ihn persönlich, denn im Wettbewerb „Elfmeterschießen der Trainer“, belegte er den zweiten Platz.

Sehr gute Stimmung herrschte beim FC Dietzenbach, auch wenn der Nachwuchs aus der Kreisstadt am Ende nur den 30. Platz unter den 32 Teams erreichte. „Die meisten Jungs wollen Brasilien oder Argentinien sein“, schmunzelte FCD-Trainer Fatih Aktas. Seine Jungs liefen aber auch mit Begeisterung unter der Flagge Panamas auf. „Für sie war das Mitmachen wichtig. Und sie hatten jede Menge Spaß, einfach nur dabei zu sein“, meinte Aktas, der die Mannschaft, in der auch sein Sohn Ediz spielt, seit vergangenem Sommer trainiert. Ihre erste Partie der Gruppe G gegen Belgien (Rot-Weiß Darmstadt) verloren die Dietzenbacher mit 0:3. Wesentlich besser lief es anschließend gegen England (SKG Stockstadt): Mit einem 2:0 bejubelte Panama seinen ersten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft. Um das Achtelfinale zu erreichen, benötigten die Dietzenbacher im abschließenden Gruppenspiel gegen Tunesien einen Sieg, unterlagen aber mit 0:1. Noch aber war das Turnier für den FCD nicht beendet, die Gruppendritten und -vierten spielten in einer Trostrunde weiter. Hier besiegten die Dietzenbacher unter anderem die Schweiz mit 3:1. Das Spiel um Platz 29 gegen Marokko verlor der FCL unglücklich mit 0:1.
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