Führung zumTag des offenen Denkmals im Schlosspark Seeheim

Teehaus im Lustgarten Schloss Seeheim
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Prof. Karl Listner vom Museumsverein Seeheim-Jugenheim ist ein sehr guter Kenner der Kulturerbe-Stätten in den Ortsteilen der Gemeinde Seeheim-Jugenheim. Zum Tag des offenen Denkmals 2017 am Sonntag, dem 10. September, lädt er unter dem beziehungsreichen internationalen Motto „Macht und Pracht“ ein zu einer öffentlichen, interessanten Führung durch den 220 Jahre alten Park von Schloss Seeheim.

Treffpunkt ist um 15 Uhr das Bergsträßer Museum Seeheim-Jugenheim im Historischen Seeheimer Rathaus, Ober-Beerbacher Straße 1. Anfahrt: Fünf Minuten Fußweg von der Haltestelle „Seeheim Neues Rathaus“ der Straßenbahnlinien 6 und 8 bzw. vom Parkplatz am Neuen Rathaus.
Zu Beginn gibt Prof. Listner in einer kurzen Präsentation eine Einführung zur Lage und Konstruktion der Schlossgebäude und zu Plan, Gestaltung und Pflege des Landschaftsparks. Und in einem kleinen Sketch plädiert Hofbaudirektor Georg Moller bei dem von Napoleon von Landgrafen zur königlichen Hoheit beförderten Großherzog Ludewig I. von Hessen und bei Rhein für einen Macht-und-Pracht- Schloss-Neubau. Danach folgt ein Spaziergang zum Schlosspark.
Der Seeheimer Schlosspark mit seinem westlichen Landschaftsteil und dem östlichen Lustgarten („Pleasureground“) ist vor ca. 180 Jahren entstanden, nachdem Großherzog Ludewig I. das Verwaltungsgebäude des „Amtes Seeheim“ (Hofgut) übernommen und mit einmaliger Naturstein-Holzkonstruktion zum Schloss Seeheim hatte erweitern lassen. Obwohl er Eigentümer zahlreicher Schlösser im Lande war, hat der „Lange Ludwig“ seinen Seeheimer Besitz wegen der schönen Landschaft zur Sommerresidenz ausbauen und den anfangs vorhandenen italienischen Villengarten nach aktueller Mode neu gestalten lassen. An der prächtigen Park-Realisierung in zeitlichen Etappen im 19. Jh. waren deshalb auch die renommierten landgräflichen und großherzoglichen Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Schulz, Johann Georg Geiger und Sohn und Johann Michael Zeyher, ein Schüler des bedeutenden Gartenkünstlers Friedrich Ludwig Sckell (1750-1823), – alles ausgewiesene handwerkliche Könner – beteiligt.
Der Rundgang im Schlosspark beginnt und endet am Südtor und führt nach Möglichkeit über den bedeutend größeren, noch auf seine Rekonstruktion wartenden oberen romantischen Teil zum renovierten Schlosshof mit den sorgfältig rekonstruierten Schlossgebäuden. Im ehemaligen Teehaus (siehe Bild) bei der Lindenallee geben Elisabeth, Prinzessin von Preußen, Alexander, Prinz von Hessen und bei Rhein, und Anna Magdalena Appel, Freiin von Hochstädten, einen Einblick in „Macht und Pracht“. Prof. Listner führt die Gruppe dann über die Lindenallee und die ehemalige Grotte zu Teilen der Schlossanlage, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.
Von Prof. Karl Listner bietet der Museumsverein Seeheim-Jugenheim danach im Museum die Bildbände an: „Das Seeheimer Schloss und seine faszinierende Geschichte – 220 Jahre in zehn Episoden“ (auch in einer englischen Kurzfassung) und „Amtssitz – Räubernest – Ausflugsziel, 800 Jahre Burg Tannenberg in Seeheim-Jugenheim“.

Autor:

Jürgen Eck aus Seeheim-Jugenheim

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