Experte für Papas Probleme ...

"Soziales – Christoph Lippok aus Bickenbach ist ausgebildeter Vaterberater – Angebote demnächst in Kita Sonnenland"

(Quelle: DE vom 10.05.2012)

Mythos „Neue Väter“?

Lieber Christoph, großartig. Ein paar Gedanken.

Treffen sich zwei Männer auf´m Spielplatz. Typ Großstadt-Mittelschicht im Freizeitdress: grüne Barbourjacke, beige Chinohose. Der eine seit Kurzem erneut Vater, der andere werdender Vater. Fragt der eine: "Weißt du denn schon, welchen Kinderwagen du haben willst?" Sagt der andere: "Auf jeden Fall soll er geländegängig sein. Und Luftreifen und Scheibenbremsen will ich haben." – Männergespräche im Jahr 2012.

Da sind sie nun also – die beiden Experten für Kinderwagen, unsere "neuen Väter". Ambitioniert, interessiert, engagiert. Sie füttern, windeln und bespaßen ihre Kinder. Und sie halten ihrer Partnerin den Rücken frei. Soweit möglich. Aber das ist leider nicht so oft. Denn davor steht der Job.

Und das ist immer noch verbreitet die Crux.

In Wahrheit unterscheiden sich die "neuen Väter" gar nicht so sehr von ihren Vorgängern. Sie sind höchstens mit einem Software-Update bestückt. Die Hardware hält sich hartnäckig. Genauso wie bei den Müttern.

Das tradierte Rollenverständnis in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt – es wird noch eine Weile Bestand haben. Ich selbst bin auch nicht frei davon. Spielen ja, spülen nein (ich sehe Rauch aufsteigen …). Gleichberechtigung ist der Schlüssel (bitte aber keine Frauenquote …). Politik und Unternehmen mühen sich, stehen aber nach wie vor am Anfang.

Mit entscheidend ist für mich, die eigene Vaterrolle – und damit das Verhältnis zu den Kindern – von Zeit zu Zeit zu reflektieren: Bin ich ein traditioneller, ein moderner Vater, ein Sonntags-Vater, ein Plan-B-Vater, ein Vollzeit- oder getrennter Vater? Oder schlicht ein guter oder schlechter Vater?

Was bedeutet das und muss das so bleiben? Wenn ich das treffend analysiere, und den Mut und die Weisheit habe, zu verändern, wo geboten, dann bin ich glücklich.

Dieses Glück wünsche ich allen Vätern. Denn Buddeln, Knuddeln, Planschen ist wirklich großartig. Und es macht auch meine Frau glücklich.

Und noch etwas: Die weltweite Vaterforschung beweist, dass Kinder Männer zum Guten verändern.

Wir sollten alle – Männer und Frauen – öfter versuchen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen. Sie aus den Augen eines Kindes zu betrachten, ist die größte Gabe, die sich ein Mensch beim Übergang von seiner Kindheit in das Erwachsenenleben bewahren kann.

Herbert, Du hast Recht: "Kinder an die Macht."

Autor:

Stefan A. Koch aus Seeheim-Jugenheim

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