Inklusion als Menschenrecht - Zur Verabschiedung von Gerhard Etzold-Jordan

Die aktuelle Ausgabe des „Grünspecht“ - Mitteilungsblatt von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN in Seeheim-Jugenheim - bringt auf den ersten fünf Seiten Althergebrachtes (jedoch nicht minder aktuell) und eher magere Lösungsansätze für die vielfältigen Probleme unserer Gemeinde. Nix Neues habe ich entdeckt. Sei's drum.

Auf der letzten Seite habe ich dann aber eine Würdigung des außergewöhnlichen Engagements von Herrn Etzold-Jordan und ein Interview mit ihm gelesen. Die Tatsache, dass mich dieses gestern einige Zeit gedanklich beschäftigt hat, lässt mich hier schreiben.

Ich kenne Sie nicht, lieber Herr Etzold-Jordan, aber mich beeindrucken Ihre Worte, die von selbstkritischen und einsichtigen Tönen gekennzeichnet sind. Sie beklagen Ihre eigene Unzulänglichkeit. Offenbar glauben Sie, dass diese dafür verantwortlich ist, dass Ihre Forderungen nicht auf entsprechende Resonanz bei Bürgermeister, Gemeindevorstand und -vertretung gestoßen sind.

Nun, ich glaube nicht, dass das die Erklärung ist. Ich glaube vielmehr, nein, ich bin davon überzeugt, dass dies der Ignoranz und der Unaufrichtigkeit der von Ihnen angesprochenen Personen und Gremien geschuldet ist, gleichwohl ich die Zwänge der in weiten Teilen selbst verbrochenen Haushaltsmisere sehe.

Lippenbekenntnisse sind Versprechen, die nur abgegeben werden, um sich zu profilieren, die aber nicht in die Tat umgesetzt werden. Diesen sind Sie, lieber Herr Etzold-Jordan, vielfach aufgesessen. Aussagen ohne innere Überzeugung, geheuchelte Bekenntnisse - Sie haben vieles dergleichen gehört. Das bedauere ich, und dafür schäme ich mich, zumal ich einiges davon auch selbst gehört habe. Wohl von den gleichen Leuten.

Gegen Aussonderung - für Selbstvertretung. Sie haben Großartiges geleistet. Ich sehe in Ihnen meine ebenfalls schwerbehinderten Eltern, die Zeit Ihres Lebens für ihren eigentlich selbstverständlichen Platz in dieser Gesellschaft kämpfen mussten. Für Inklusion, lange bevor es diesen Begriff gab, als ureigenes Menschenrecht.

Ihre Wünsche für die Zukunft, lieber Herr Etzold-Jordan, haben mich berührt. Dass Sie in Erfüllung gehen mögen, wünsche ich Ihnen und Ihrer Frau von ganzem Herzen. Viel Gesundheit, Kraft und Gottes Segen, Ihnen Beiden.

DANKE, Gerhard Etzold-Jordan.

Autor:

Stefan A. Koch aus Seeheim-Jugenheim

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