Rathausfenster mit "Stolpersteinen" zerstört

Zwei Sprossenfenster haben die Täter im Rathaus Seeheim-Jugenheim eingeworfen. Vermutlich hat die Tat einen rechtsradikalen Hintergrund.
  • Zwei Sprossenfenster haben die Täter im Rathaus Seeheim-Jugenheim eingeworfen. Vermutlich hat die Tat einen rechtsradikalen Hintergrund.
  • hochgeladen von Karsten Paetzold
Wo: Rathaus, Schulstraße 12, 64342 Seeheim auf Karte anzeigen

SEEHEIM-JUGENHEIMIn der Nacht zum Freitag (08.11.) haben unbekannte Täter zwei Fensterscheiben im Erdgeschoss des Rathauses in der Schulstraße 12 mit gestohlenen Gedenksteinen zerschlagen. Die Tat wurde am frühen Morgen von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung entdeckt und der Polizei gemeldet.

Bei den beiden Gedenksteinen, die nach dem Fenstereinwurf im Rathaus-Flur gefunden wurden, handelte es sich nicht um in Seeheim-Jugenheim verlegte „Stolpersteine“. Die als Wurfgeschosse verwendeten Stolpersteine stammen vermutlich aus einem Diebstahl in einer anderen Landkreis-Kommune.
Die Höhe des Schadens wird im Seeheim-Jugenheimer Rathaus auf etwa 1.500 Euro beziffert.

Bürgermeister Olaf Kühn reagierte entsetzt auf diese abscheuliche Tat und vermutet, dass sie eine Reaktion ist auf die derzeit vom Gemeindevorstand und dem Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigte Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“. Diese Ausstellung ist noch bis 15. November im Foyer des Verwaltungsgebäudes am Georg-Kaiser-Platz 3 zu sehen.

Laut Bürgermeister Kühn ist diese Tat nicht die erste Aktion mit vermutlich rechtsradikalem Beweggrund. So gingen im Rathaus bereits mehrfach anonyme Drohungen aus der rechten Szene ein. Außerdem gab es wiederholt Schmierereien vor dem Hintergrund der Verlegungen von Gedenksteinen in der Kommune.

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim hat es sich zum ständigen Auftrag gemacht hat, an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. In diesem Zusammenhang wurden im April 2013 die ersten Gedenksteine im Ortsteil Seeheim verlegt.

Am 21. November (Donnerstag) wird der Künstler Gunter Demnig diese Stolpersteinverlegung zur Erinnerung an verfolgte jüdische Bürger im Ortsteil Jugenheim fortsetzen.

Auf dem Hintergrund dieser neuen, vermutlich dem rechtem Spektrum zuzuordnenden Taten und dem morgigen Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Brand- und Mordanschläge in der Reichspogromnacht vor 75 Jahren bittet der Bürgermeister umso mehr um aktive Teilnahme an den Veranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer dieser Verbrechen.

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