Stellungnahme zu Äußerungen während der Gemeindevertretersitzung am 08.12.2011

Der Artikel „Gemeinde entscheidet sich für Reihenhäuser“, erschienen am 13. Dezember 2011 im Darmstädter Echo, enthält unzutreffende Aussagen und erweckt falsche Eindrücke.

Es sollen 28 Wohneinheiten entstehen (siehe hierzu der Antrag vom 28.11.2011 auf der Webseite der SPD Seeheim-Jugenheim) und nicht wie behauptet „14“.

Entgegen der Behauptung von Herrn Neipp (CDU) beschränken sich die Sorgen der Anwohner nicht allein auf die „drohende Verkehrsbelastung“, sondern gleichfalls (nicht erschöpfend) auf eine nicht maßvolle, nicht am Umfeld orientierte und anspruchslose Bebbauung, auf eine bislang nicht erfolgte Offenlage von notwendigen Investitionen für Infrastrukturmaßnahmen und damit verbundene Kosten sowie auf eine zu erwartende Werterosion der Bestandsbauten.

Entgegen der Behauptung von Herrn Weber (SPD), ist unstreitig, dass sich die geplante Bebauung eben nicht der seit vielen Jahren bestehenden Umfeldbebauung anpasst. Allein die Geschoßhöhe und Dachneigung hierfür ins Feld zu führen, ist unzureichend.

Die Behauptung von Herrn Nawrath (CDU), dass die Formulierung von berechtigten Sorgen der Anwohner „einem Gerede ins Blaue“ gleichkommt, ist anmaßend und unsubstantiiert.

Die Behauptung, dass ich bei gegenständlichem Bauvorhaben als „potenzieller Investor“ auftreten würde, entbehrt jeder Grundlage.

Das Statement vom Vorsitzenden der Gemeindeversammlung, Herrn Wickenhöfer (SPD), halte ich für ideologisch verbrämt und nicht sachdienlich.

Um es deutlich zu sagen:

1.

Ich begrüße ausdrücklich die Schaffung von Wohnraum für junge Familien, halte das nun vorgelegte Konzept aber für falsch und fahrlässig.

Und ich sage, dass ich die unreflektierten, werblichen Aussagen so mancher Gemeindevertreter im Hinblick auf Bauqualität, Preiswertigkeit, Finanzierung und Erbpacht des Bauträgers und Investors Epple für gefährlich halte.

Eine Rhetorik wie „Schlag ins Gesicht“ ist polemisch und an den Haaren herbeigezogen. Die Demagogie, die in diesem Zusammenhang über die Anwohner des Seeheimer Schlossgeländes insbesondere von Seiten der SPD betrieben wird, hingegen verbrieft.

2.

Ich plädiere demnach auch nicht für „Villengrundstücke mit 1.000 Quadratmetern“. Wie auch? Das wäre bar jeglicher Vernunft an diesem Standort.

Es dürfte doch nicht so schwer sein, von der Gesamtgröße des Grundstücks entsprechende Flächen für (28) Bauareale, (56) Stellplätze, Blockheizkraftwerk, Erschließung und Andienung, Gemeinschafts-, Ausgleichsraum, Mülltonnenabstellplätze, Spielplatz und einiges mehr abzuziehen, und durch die Anzahl der Einheiten zu teilen. Was kommt da wohl raus?

Selbst der von mir initiierte Entwurf mit 14 Einheiten ist fern von 1.000 Quadratmetern pro Einheit, sondern näher an den von Herrn Wickenhöfer erwähnten und „selbst bewohnten 276 Quadratmetern“, auf denen er sich nach eigener Angabe so „sauwohl“ fühlt.

3.

Ich kritisiere, dass die Chance vertan wird, hier einen anspruchsvollen, vernünftigen und nachhaltigen städteplanerischen Entwurf zu erarbeiten. Solide - mit Hand und Fuß.

Und es ist selbstverständlich auch nicht richtig, wenn nun behauptet wird, dass man die Anwohner als integralen Bestandteil der Willensbildung und Entscheidungsfindung selbstverständlich mit einbezieht. Die Entscheidungen im Sinne des Investors waren bereits in den Fraktionen vor der im Artikel erwähnten Ortsbegehung gefallen. Die Verantwortung wird abgewälzt. Ein konstruktiver Gestaltungswille ist nicht erkennbar.

Das große Interesse an dieser Thematik sowie die zahlreichen, unterstützenden Zuschriften, die mich zu dieser Frage erreicht haben, zeigen, dass der Wähler (das Volk) unzufrieden, resigniert, aber auch kämpferisch eingestellt ist. Ich werde mich auch weiterhin nicht einschüchtern oder mir den Mund verbieten lassen. Warum auch?

Autor:

Stefan A. Koch aus Seeheim-Jugenheim

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