Blindflug zu Lasten der Steuerzahler - Ausweisung eines Baugebietes in Seligenstadt -

Die Sprecherin für Stadtentwicklung, der Grünen im Seligenstädter Stadtparlament, Adina Biemüller sieht eine Ausweisung des geplanten Baugebiets zum jetzigen Zeitpunkt unter mehreren Gesichtspunkten als äußerst kritisch an.
„Inhaltlich wird hier die Entwicklung eines Baugebietes gefordert, wie sie auch in längst vergangenen Jahrzehnten formuliert worden wäre.“ Nach ihrer Ansicht werden hier Antworten von gestern auf die Herausforderungen der Wohnungsbaupolitik von heute gegeben. Auch hier sei die neue Koalition voll auf Kurs zurück in die Vergangenheit. „Der Versuch, ökologische oder soziale Komponenten mit aufzunehmen, wird erst gar nicht unternommen.“

Nutznießer seien die jetzigen Grundstücksbesitzer und späteren Bauträger, die sich wieder einmal in Seligenstadt eine goldene Nase verdienen können. „Bei der FDP als Partei der „Besserverdienenden“ ist das nicht verwunderlich, aber dass die SPD auf diesen Kurs einschwenkt, ist schon auffallend“, ergänzt Fraktionssprecherin Natascha Maldener-Kowolik.

Völlig ausgeblendet werden von der „Neuen Mehrheit“, nach Ansicht der Grünen, die verheerenden Folgen des Verlusts von 22 ha wertvollen Ackerlandes für unsere Landwirtschaft. „Hier werden nicht nur Arbeitsplätze vernichtet, sondern familiäre Existenzen bedroht“, kommentiert Frau Biemüller und fährt fort, „nun könnten wir Grünen einen Gegenentwurf mit reduzierter Baufläche und ökologischen Vorzeigeprojekten vorlegen – gute Beispiele moderner Stadtentwicklung in Deutschland gibt es reichlich. Das würde uns aber nicht von dem grundlegenden Problem befreien, dass auch dann grundsätzliche Überlegungen zu den infrastrukturellen Folgen eines neuen Baugebietes vorangestellt werden müssen. Wieder einmal sollen Wenige den Rahm abschöpfen können und die öffentliche Hand die Folgekosten für Bau, Betrieb und Unterhaltung der Infrastruktur tragen.“ Es sei unverantwortlich, die hierzu den Antragstellern vorgetragenen Fragen überhaupt nicht zur Kenntnis zu nehmen. „Wie mit Scheuklappen versehen“, so Frau Maldener-Kowolik, „soll ein Vorhaben durchgeboxt werden, ohne einen Gedanken an die Folgen für die Stadt zu verschwenden. Das ist Blindflug zu Lasten der Steuerzahler.“

Da weder SPD, FDP oder FWS bereit sind, über die aufgezeigten Probleme in eine offene Diskussion zu treten, werden B90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung am 11. Juli den Antrag ablehnen.
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