Initiative Hauptbahnhof Offenbach
Kulturelles Herbstprogramm läuft

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Seit nunmehr anderthalb Jahren belebt die Initiative Hauptbahnhof Offenbach das marode Empfangsgebäude mit Aktionen und Kulturveranstaltungen. Für die kommenden Wochenenden hat die Initiative nun ihr kleines, aber feines Herbstprogramm angekündigt.

Poetry-Slam, Musik, Film und das beliebte Erzählcafe sind die Bestandteile des kulturellen Programms der. Hierzu kooperiert die Initiative mit dem Waggon am Kulturgleis, der derzeit seine Pforten aufgrund einer anstehenden Renovierung geschlossen hat.

Los ging es am Samstag, 28.09., im Gewölbe unter Gleis 1 (Zugang hinter Paradiesgarten, grünes Tor) mit dem Bahnhofsslam. Stella Jantosca, Isabel Bre, Juston Buße und Egon Alter sind bei dem Poetry Slam in einen modernen Dichterwettstreit getreten, bei dem die Slammer*innen ihre selbst verfassten Texte ohne Kostüm und Schnick-Schnack in jeweils sechs Minuten vortragen konnten. Das Publikum hat dann mittels Applaus entschieden, welche*r der Teilnehmer*innen an diesem Abend den Titel der/des Champion*ess mit nach Hause nehmen darf. Siegerin des Abends wurde Isabel Bre. Durch den Abend führte als charmant, markanter Moderator Martin Weyrauch von Spoken Word Events.
Zum Erzählcafé hat die AG Erinnerungen der Initaitive Hauptbahnhof am vergangenen Sonntag, den 29. September 2019, ins Gartenhaus der Naturfreunde eingeladen. Schwerpunkte waren dieses Mal Wartesaal und Bahnhofsrestaurant. Die Wirtin des Restaurants in der Zeit von 1956 bis 1986 konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Der Wartesaal wurde aus der Perspektive eines „Fahrschülers“ betrachtet. Winfried Sahm reiste zu Beginn der sechziger Jahre als Schüler mit dem Rodgau-Express nach Offenbach, um das Leibniz-Gmynasium zu besuchen. Lebendig konnte der Fahrschüler von dem sozialen Mikrokosmos berichten, der damalig im Wartesaal der Klasse 2 vorherrschte. Interessant auch, dass die Schüler, die mit dem Rodgau-Express anreisten eine offizielle Erlaubnis hatten, aufgrund der Verspätungen des Zuges nach Unterrichtsbeginn einzutreffen. Das die Verspätungen von den Schülern je nach Lust auf die anstehenden Stunden weit überreizt wurden, lag auf der Hand. Informationen über die Belebung des Hauptbahnhofs und über Planungen, Ziele, Aktionen und den derzeitigen Stand erhielten die Teilnehmer von Dirk Schwebs, ebenfalls Mitglied der Initiative.
Am Mittwoch vor dem Tag der Deutschen Einheit (02.10.) findet in den Gewölben unter Gleis 1 ein besonderes Konzert statt. Im letzten Jahr konnte man beim Konzert von dem Akustik-Duo Ida Popezko sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören. So verwundert es nicht, dass Lukas Bergmann (Geige) und Sascha Schmitt (Akkordeon) nicht zuletzt ob der besonderen Akustik des Gewölbes gerne wieder kommen, um die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer klangvollen Kombination aus Geige und Akkordeon in eine andere Umlaufbahn zu bringen. Ida Popezko präsentieren tragende Eigenkompositionen, die tief berühren. Die beiden Vollblut-Musiker haben ihr Instrumental-Duo 2018 ins Leben gerufen und Ende letzten Jahres mit „Hallo, wir sind Ida“ ihr erstes Album veröffentlicht. Mit ihren musikalischen Experimenten verzaubern die beiden Musiker ihr Publikum immer wieder aufs Neue. Der Eintritt ist frei. Spenden sind gerne erwünscht.den Am Freitag,  den 4.Oktober wird es eine Filmpremiere am Hauptbahnhof geben. Eine in Australien, den USA und Rheinmain gedrehte Agentenkomödie mit ordentlich Kung Fu, einem zu verhindernden Weltuntergang, drei Topspioninnen und vielen im Weg stehenden Ehemännern wird erstmalig in Offenbach präsentiert. Hinter dem Film stecken "Bright Blue Gorilla Productions", ein Musikerpaar aus Los Angeles, das seit zwanzig Jahren mit Konzerten und international koproduzierten Filmen durch die Welt tourt. In Anwesenheit einiger darstellender Ehemänner wird das Künstlerkollektiv als Einleitung die Filmmusik aus dieser und anderen Produktionen live aufführen. Der Eintritt ist frei. Spenden sind gerne erwünscht.
Das Ende des kulturellen Reigens markiert am darauf folgenden Sonntag (06.10.) der in Frankfurt ansässige Filmemacher Steff Huber mit einem besonderen Film-Programm, das dieser in regelmäßigen Abständen  im Waggon am Kulturgleis präsentiert. In der Exilzeit wechselt er einmalig mit seinem Film- und Diskussionsabend in den Hauptbahnhof. Für die Veranstaltung hat Huber ein auf den Hauptfilm „Touch Me Not“ abgestimmtes Kurzfilm-Vorprogramm zusammengestellt. Der auf der letzten Berlinale mit einem Goldenen Bären prämierte Film der rumänischen Filmemacherin Adina Pintilie ist ein höchst kontroverser Film, mit rücksichtsloser, dokumentarisch ungeschminkter Nähe und Intimität, ein Film, in dem sich die Figuren selbst und sich gegenseitig erforschen in Sachen Intimität und Körperlichkeit. „Als Suchende, Zweifler, Verzweifler und Ausbrechende sind diese Filmfiguren vielleicht das menschlichste was Kino heute darstellen kann“, sagt Organisator Georg Klein dazu. Das Besondere: Fiktion und Realität verschwimmen aufgrund der stark dokumentarisch geprägten Szenen vollkommen ineinander. Schauspieler, die sich selber spielen, Laien, die sich wahrscheinlich selber spielen und die rumänische Regisseurin Adina Pintilie, die immer wieder zu sehen ist und mit ihren Protagonisten spricht. So wird eine mitunter extreme Intensität und Offenheit erreicht. Im Anschluss besteht reichlich Gelegenheit zu Diskussion und Reflexion. Der Eintritt ist frei. Spenden sind gerne erwünscht.

Autor:

kai schmidt aus Stadt Offenbach

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