Vor 100 Jahren - der König von Württemberg besucht den Kühkopf

König Wilhelm II von Württemberg besuchte den Kühkopf vom 30. April bis zum 2. Mai 1911
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Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. erinnert an ein für den Kühkopf und das Hofgut Guntershausen bedeutendes historisches Ereignis, das sich in diesen Tagen zum einhundertsten Mal jährt. Vom 30. April bis zum 2. Mai 1911 besuchte nämlich König Wilhelm II von Württemberg den Kühkopf zu einem Jagdausflug. Der Anlass des Besuches war eine Einladung des damaligen Besitzers des Hofgutes, Freiherrn Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim.
Der Baron, ein Lederindustrieller aus Worms, der auch Reichstagsabgeordneter in Berlin und Präsident der I. Hessischen Abgeordneten-Kammer war, war eine bedeutende Persönlichkeit im Großherzogtum Hessen und stand dem Großherzoglichen Hause von Hessen - Darmstadt sehr nahe. So kam es, dass er immer wieder bedeutende Persönlichkeiten aus aller Welt wie beispielsweise Zar Nikolaus II. von Russland, der Großherzog von Hessen oder Prinz Heinrich von Preußen als Jagdgäste auf dem Kühkopf begrüßen konnte. Nach Erzählungen von Zeitzeugen hatte das parkähnlich angelegte Areal von der Stockstädter Altrheinfähre bis zum Herrschaftshaus - in dem die Jagdgäste beherbergt wurden - hin einen fast märchenhaften Charakter. Pfaue stolzierten durch das Gelände und steinerne Skulpturen standen im Bereich vor dem Herrschaftshaus. Zahlreiche Gemälde und alte Postkarten bestätigen uns diesen Eindruck. König Wilhelm II von Württemberg kam damals schon mit dem Automobil von Stuttgart aus angereist, wie man zeitgenössischen Presseberichten entnehmen kann. Der Darmstädter Zeitung zu Folge schoss der König während seines Aufenthaltes 18 kapitale Rehböcke und 6 wilde Welsche, das waren eigens in der inzwischen abgerissenen Fasanerie des Hofgutes gezüchtete Wildputer. Mit der Revolution und dem Ausgang des I. Weltkrieges verlor der Kühkopf seine Bedeutung als Jagdgebiet des Adels. In der darauf folgenden französischen Besatzungszeit wurden die Wildenten von Booten aus mit Maschinengewehren beschossen und vernichtet. Der Rehbestand wurde zusammengeschossen und von den Fasanen blieben nur wenige übrig, die Wildputer wurden ausgerottet. König Wilhelm II. lebte von 1848 bis 1921, er war letzte König von Württemberg und regierte von 1891 bis zur Revolution im Jahre 1918.
Der Förderverein möchte nochmals auf sein traditionelles Frühlingsfest auf dem Hofgut Guntershausen am Sonntag den 01. Mai ab 11.00 Uhr hinweisen und lädt hierzu recht herzlich ein. An diesem Tag wird auch das Verwalterhaus mit der aktuellen Kunstausstellung und der Sonderausstellung zur Geschichte des Hofgutes für die Besucher offen stehen.

Autor:

Jörg Hartung aus Stockstadt

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