Künftig noch mehr Fluglärm

ENTWURF Verkehrsministerium sieht für Nauheim und Trebur höhere Belastung vor

Das hessische Verkehrsministerium hat einen Entwurf zu den neuen Lärmschutzbereichen vorgelegt. Bis Mitte August haben die Kommunen nun Zeit, Stellung zu nehmen. Aus den Karten wird deutlich: Nauheim und Trebur liegen fast komplett im Verlärmungsbereich durch den Flugverkehr.

Bürgermeister Jan Fischer (CDU) findet die vorgelegten Karten aus dem Ministerium „äußerst unbefriedigend“. Für die Bürger sei es schwer, zu erkennen, ob und in welchem Umfang sie passiven Schallschutz oder Ausgleichszahlungen erhalten könnten.

Außerdem weist Thomas Arnold vom Umweltamt der Gemeinde darauf hin, dass diese Verordnung nur ein Entwurf sei. Flughafenbetreiber Fraport habe bereits darauf hingewiesen, es sei noch zu diskutieren, ob der strengere Nachtgrenzwert angenommen werden soll. Dies würde Fraport etwa 50 Millionen Euro mehr kosten, 150 statt 100 Millionen.

Die Ansprüche auf Schallschutz werden zum größten Teil erst nach sechs Jahren wirksam, informiert Arnold. Nur etwa 12 000 besonders stark betroffene Anwohner könnten die Ansprüche sofort geltend machen. Die Gemeindeverwaltung stehe deshalb zur Unterstützung bereit.

Anspruch auf Schallschutz

Der größte Teil Nauheims im Nordwesten bis Südwesten fällt nach dem Verordnungsentwurf in die Nachtschutzzone. Das bedeutet, dass hier ein Anspruch auf passiven Schallschutz besteht. Weitere Bereiche im Nordwesten Nauheims fallen in die Tagschutzzone 1. Hier besteht Anspruch auf passiven Schallschutz und zusätzlich Anspruch auf Entschädigung für Beeinträchtigung des Außenwohnbereichs. Ein Bereich im Nordwesten (der nördliche Bereich des Wohngebietes über der Bahn sowie der Bereich westlich der katholischen Kirche) fällt lediglich in die Tagschutzzone 2. Hier bestehen Bauverbote und Beschränkungen aber keine Ansprüche auf Entschädigungen.

Zur Zeit wird der Verordnungsentwurf von der Gemeindeverwaltung und dem Rechtsanwalt der Gemeinde gesichtet und geprüft. Fischer will sich auch mit Trebur und Groß-Gerau in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Voraussichtlich Anfang August wird der Gemeindevorstand eine Stellungnahme beschließen, die anschließend in der Gemeindevertretung beraten wird. Anschließend wird sie dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vorgelegt.

Beschränkungen und Bauverbote

In Trebur verläuft die Nachtschutzzone südlich und westlich von Trebur, schließt aber die dort liegenden Höfe in die Nachtschutzzone ein. Geinsheim liegt im nördlichen Bereich in der Nachtschutzzone. Diese Zone schließt Teile des nördlich gelegenen Industriegebietes rund um das ehemalige Mitsubishi-Gelände und einen geringen Teil der Wohnbebauung im nordwestlichen Teil am Industrie- und Gewerbegebiet Geinsheim ein.

Von der Tagschutzzone 1 ist die Großgemeinde nicht betroffen. In der Tag-Schutzzone 2 befindet sich Trebur nördlich der Hauptstraße und ganz Astheim. Hier bestehen Bauverbote und Baubeschränkungen, eine Entschädigung sowie Lärmschutzmaßnahmen sind jedoch nicht vorgesehen.

Für ausführliche Informationen können sich betroffene Eigentümer an Alois Diel, im Rathaus Trebur, Telefon 0 61 47 / 2 08 22, wenden. In Nauheim gibt diese Informationen Thomas Arnold, Telefon 0 61 52 / 63 92 30.

Um herauszufinden, ob Ansprüche geltend gemacht werden können, kann beim Liegenschaftsamt während der Öffnungszeiten im Rathaus Trebur Einsicht zu den Flurstücken genommen werden.

Autor:

Patrik Müller aus Trebur

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