Neue Insektengifte bedrohen Bienen

es ist ja schön, dass die EU nach zehn Jahren Diskussion endlich ein paar besonders gefährliche Insektengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide verbieten möchte. Doch noch bevor die Verbote überhaupt beschlossen sind, droht für die Insektenwelt bereits eine neue Gefahr. Die Konzerne Bayer und DowDuPont wollen neue Insektengifte mit ähnlich komplizierten Namen in Deutschland auf den Markt bringen: Sulfoxaflor, Cyantraniliprol und Flupyradifuron

Das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verhält sich in dieser Angelegenheit maximal intransparent. Das Umweltinstitut München musste sogar vor Gericht ziehen, weil die Behörde es schon für ein Geschäftsgeheimnis hält, ob überhaupt Zulassungen für Pestizide mit diesen Wirkstoffen beantragt wurden und die Auskunft darüber verweigert. So erfahren UmweltschützerInnen oder ImkerInnen erst davon, dass diese Gifte auf den Markt kommen, wenn sie auch schon eingesetzt werden.

Die neuen Insektizide sind zwar weniger giftig als die Neonicotinoide, aber immer noch dutzende Male gefährlicher für Bienen als das berühmt-berüchtigte DDT. DDT hat in den 1960er Jahren in den USA die erste Diskussion um den „Stummen Frühling“ ausgelöst und ist seit Jahrzehnten international geächtet.

Wenn wir unseren Kindern eine lebensfähige Umwelt hinterlassen wollen, müssen wir den Pestizid-Wahnsinn jetzt endlich stoppen. Geben wir der Natur die Chance, sich zu erholen. Wenn Neonicotinoide verboten werden, dürfen sie nicht einfach durch eine neue Generation von gefährlichen Insektengiften ersetzt werden. Sonst sind die Pläne der neuen Bundesregierung zum Insektenschutz nur heiße Luft.

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