Begeisterungsstürme für drei Orchester - Gelungenes Familienkonzert der TSG Wixhausen mit viel Improvisation

Schülerorchester TSG Wixhausen
 
Jugendblasorchester TSG Wixhausen
„Eine tolle Sporthalle habt ihr hier“, attestierte Dirigent und Ersatzmoderator Rainer Laumann der Stadtteilschule Arheilgen, mit der das Orchester dieses Jahr seine zweite Kooperation zum Klassenmusizieren startete. „Aber als Konzertsaal – naja“, fügte er hinzu. Es war sicher aus akustischen Gesichtspunkten nicht der idealste Ort für ein Konzert. Aber davon ließen sich die MusikerInnen der drei TSG-Orchester nicht irritieren.
Schon das Schülerorchester präsentierte sich hochprofessionell. Mit der Filmmusik zu „Die Schöne und das Biest“, dem Lady Gaga-Hit „Born this Way“ und dem Rock-Klassiker „Smoke on the Water“ hatte Dirigentin Julia Kaddatz ein anspruchsvolles Programm ausgesucht. Doch trotz ihrer zum Teil erst sehr kurzen Ausbildungszeit begeisterten die Jüngsten nicht nur mit ihrem Auftreten, sondern auch mit einem gut harmonierenden Orchesterklang.
„Minimundus“ bedeutet „kleine Welt“ und ist nicht nur der Name eines Miniaturenparks in Klagenfurt, sondern ebenso der einer Komposition von Thomas Doss. Stilsicher brachte das Jugendblasorchester unter Leitung von Rainer Laumann diese vier kleinen Klangwelten zu Gehör. Malerisch gestalteten sie die „Yorkshire Ballad“, die in ihrer Art an das berühmte „Irish Tune from County Derry“ erinnert. Nach den „Waltzing Wicked Witches“ endete der Teil des Jugendblasorchesters ebenfalls rockig. Sowohl für die Interpretation von „September“ als auch für „Funkytown“ ernteten die Jugendlichen zu Recht zahlreiche Bravo-Rufe.
Rasant und gekonnt setzte das Große Orchester das Konzert nach der Pause fort. Die MusikerInnen begannen mit der Ouvertüre zu Leonard Bernsteins „Candide“, die trotz ihrer technischen Ansprüche leicht und ungezwungen klingen muss. Vollkommen anders, mal lyrisch schön, mal traurig-klagend zwischen kriegerischen Phrasen ertönte dagegen „Machu Picchu“. Satoshi Yagisawa beschreibt darin die Stadt des Himmels und den Tempel, in dem die Sonne in einem großen Stein festgehalten wird. Doch die spanischen Invasoren überfallen die Inkas um des Goldes willen. Am Ende bleibt nur die Stadt selbst übrig. Nach diesem monumentalen Tongemälde wechselten die Wixhäuser ins Bigband-Genre. Dorothea Keller (Saxophon) und Kervin Küchler (Trompete) erhielten für ihre brillanten Improvisationen bei „Birdland“ verdienten Szenenapplaus. Ein besonderes Klangerlebnis bot das Orchester mit „Elvis in Concert“. In Peter Kleine Schaars Arrangement sind zahlreiche Elvis-Songs in ungewöhnlichen Stilen, von Marsch über Samba bis Swing, enthalten. Nach den Hits von „Coldplay on Stage“ verabschiedeten sich die Musiker mit dem venezolanischen Tanz „Joropo“ als Zugabe.
„Musik auf solch hohem Niveau braucht auch langjährige Akteure als Gerüst“, führte der Fachwart für Musik- und Spielmannswesen des Turngaus Main-Rhein Wolfgang Schroth aus. Die Ehrennadel in Bronze für 10 Jahre aktives Musizieren bekommt Cherryl Schneider, die leider an dem Abend verhindert war, nachgereicht. Für 20 Jahre aktives Musizieren wurden Elisabeth Görg und Lisa Joos mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Die Ehrrennadel in Gold mit Urkunde für 30 Jahre aktives Musizieren ging an Claudia Laumann.
Der Abend war jedoch zugleich auch der Abschied für die frisch geehrte Lisa Joos. Die ehemalige Jugendvertreterin und frühere Dirigentin des Jugendblasorchesters wurde „von einem Schwaben weggeheiratet“ und „zieht zu weit weg, um jede Woche weiter in die Probe zu kommen“, wie Dirigent Laumann wehmütig feststellte. Das Orchester verabschiedete seine aktuelle Vizedirigentin mit stehenden Ovationen.
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