„De Hermann“ in Wixhausens Wohnzimmer - Unterhaltsames Neujahrskonzert des Sinfonischen Blasorchesters der TSG Wixhausen

(Foto: Heike Steinmetz)
Fast wäre es ein kleines Jubiläum gewesen, denn ursprünglich sollte zum 5. Mal das neue Jahr gemeinsam mit der brass band frankfurt begrüßt werden. Doch leider mussten die Frankfurter krankheitsbedingt kurzfristig absagen. „Aber es gibt auch etwas zu feiern“, tröstete Moderator Michael Precht, denn „wir sind wieder zu Hause, in „de guut Stubb“, dem Wohnzimmer von Wixhausen.“ Es war der erste Auftritt des Orchesters im frisch renovierten Saal, nachdem das Bürgermeister-Pohl-Haus längere Zeit als Flüchtlingsnotunterkunft den Vereinen nicht zur Verfügung gestanden hatte.
Mit der Erkennungsmelodie des Titelhelden aus dem Film „Captain America – the First Avenger“ starteten die MusikerInnen schwungvoll in einen unterhaltsamen Nachmittag, der die Zuhörer sogleich ins antike Persien führte. „Persis“ erzählt die Geschichte eines Zeitreisenden, der im Palastgarten eine wunderschöne Frau, dargeboten durch ein sehnsuchtsvolles Oboensolo, kennenlernt. Doch die Wache erwischt die beiden und jagt den Reisenden durch Persepolis. Während seiner Flucht denkt er an sie und was aus der Begegnung hätte werden können. So mischten sich schließlich alle musikalischen Phrasen in einer großen Fuge und führten das Märchen zu einem furiosen Ende.
Nach dem Hit „Mac Arthur Park“, in dem das Orchester virtuos mit den Klangfarben spielte, glänzte Maximilian Nolte als Solist in „Live & Let Die“, dem Titelsong aus dem gleichnamigen James-Bond-Film.
Diffuse Klänge, nebelgleich, aus denen sich langsam ein Schiff herausschält – so begann das folgende Medley aus „Fluch der Karibik“. Die bekannten Melodien wurden mit viel Spielwitz dargeboten, herausragend das Motiv des Captain Jack Sparrow, den man vor dem geistigen Auge über das Deck torkeln sah.
Weniger martialisch geht es in den Filmen „Boccaccio 70“, „La Dolce Vita“ oder „8 ½“ zu, die von Nino Rota vertont wurden. Dies spiegelte sich auch in der Interpretation der Bearbeitung von Lorenzo Bocci wieder.
Den Abschluss des offiziellen Konzertprogramms bildeten der ungarische Triumphmarsch „Attila“ von Julius Fucik und das im Orchester nur „De Hermann“ genannte Stück. Letzteres heißt eigentlich „Los Hermanos de Bob“ (die Brüder von Bob) und ist ein rhythmisches Feuerwerk im Big Band Stil, das den MusikerInnen sichtlich und dem Publikum hörbar Spaß bereitete. So durfte der Abend nicht ohne Zugabe enden. Mit dem „Radetzky Marsch“, bei dem Rainer Laumann auch das Publikum dirigierte, verabschiedete sich das Orchester bis zum nächsten Konzert am 13. Mai.
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